kupplung-pruefen Defekte Kupplung: Diagnose und Reparatur
Kupplung in einer Werkstatt prüfen lassen
Foto: ©vision.si/depositphotos.com

Natürlich ist die Kupplung als Bindeglied zwischen Motor und Getriebe ein unverzichtbares Bauteil eines jeden Autos. Ist sie nicht mehr funktionsfähig, so lässt sich kein neuer Gang einlegen und das Fahrzeug ist praktisch nicht mehr fahrtauglich. Doch auch sie zählt zu jenen Elementen, die dem ständigen Verschleiß ausgesetzt sind. Wie es möglich ist, die Kupplung binnen kürzester Zeit selbst zu testen und wann eine Reparatur ansteht, klären wir in diesem Beitrag.

Symptome der defekten Kupplung

Eine defekte Kupplung führt dazu, dass die Verbindung zwischen Motor und Getriebe nicht mehr getrennt oder hergestellt werden kann. Wer in dieser Situation die unmittelbare Reparatur hinauszögert, läuft dabei Gefahr, durch das kraftvolle Wechseln der Gänge noch weit größere Schäden am Auto hervorzurufen. In diesem Ratgeber soll es deshalb zunächst um die Symptome gehen, welche die defekte Kupplung auszeichnen. Dazu zählen die folgenden Anzeichen:

  • holpriges Anfahren
  • unangenehme Geruchsentwicklung
  • ungewohnt ruppiger Gangwechsel
  • Kupplung greift nicht mehr richtig
  • ungewöhnliche Geräusche beim Ein- oder Auskuppeln

Im eigenen Auto ist es aufgrund der Veränderung des Fahrverhaltens meist leicht, eine erste Diagnose zu stellen. Einerseits sind die Geräusche samt Geruchsentwicklung dafür ein entscheidender Indikator. Der linke Fuß wird sich zudem an neue Druckverhältnisse gewöhnen, welche den Defekt der Kupplung offenbaren. Dass zumindest ein neues Einstellen notwendig ist, zeigen auch Phasen von besonderer Belastung. Ein Aufheulen des Motors in Kombination mit spürbarem Ruckeln begleitet nun die Betätigung des Gaspedals. Zudem entfaltet das Auto nicht mehr die gewohnte Kraft. Denn durch den Defekt kann die Energie des Motors nicht mehr vollständig an den Antrieb weitergeleitet werden. Als Ursache kommt auch hier die Kupplung in Betracht.

Im Sinne der eigenen Sicherheit und der Vermeidung weiterer Schäden ist bei diesen Symptomen der Weg in die Werkstatt unbedingt erforderlich. Doch um letzte Klarheit zu bekommen, lässt sich die Ursache des Defekts auch selbst prüfen. Das Testen der Kupplung kann binnen kurzer Zeit Klarheit verschaffen.

So lässt sich die Kupplung prüfen

Für Autobesitzer ist es binnen weniger Minuten möglich, sich einen Eindruck vom Zustand der Kupplung zu verschaffen. Während dieses einfache Prinzip absolute Klarheit verschafft, stellt es sogleich eine Belastung für die einzelnen Komponenten dar, aus der unter Umständen Schäden resultieren können. Sie ersetzt aus diesem Grund nicht den Blick eines Fachmanns.

Auf ebenem Untergrund abseits des Straßenverkehrs wird das Auto abgestellt und die Handbremse fest angezogen. Für das Testen der Kupplung ist es notwendig, über ausreichend Platz zu verfügen, um andere Verkehrsteilnehmer in keinem Fall zu gefährden. Nach dem Schalten in den Leerlauf wird nun der Motor gestartet. Entgegen des üblichen Vorgehens wird nun der höchste Gang eingelegt, um das Gaspedal kurz aber kräftig durchzutreten. Eine funktionierende Kupplung sorgt dafür, dass der Motor direkt ausgeht. Läuft der Motor jedoch trotz dieser Einlage weiter, so ist ein Eingriff an der Kupplung notwendig.

Vorsicht: Manche Ratgeber empfehlen, diesen Test bei angezogener Handbremse in den unteren Gängen durchzuführen. Doch besonders das Testen im ersten und zweiten Gang birgt große Risiken, da zusätzliche Schäden an der Kupplung auftreten können. Der Rat lautet deshalb, sich mindestens für den dritten Gang zu entscheiden, mit dem ebenfalls aussagekräftige Ergebnisse gewonnen werden können.

Wann ist ein Austausch notwendig?

Wie viele Jahre sorgenfrei mit ein und derselben Kupplung gefahren werden kann, hängt stark vom Fahrstil des Besitzers ab. Das Bauteil besteht aus einer Schwungscheibe, der Druckplatte, einer Ausrückeinheit und der eigentlichen Kupplungsscheibe. Jene Kupplungsscheibe verfügt wiederum über Reibelemente, die sich mit jedem Kupplungsvorgang leicht abnutzen können. Hierbei handelt es sich jedoch um einen langsamen Prozess, wodurch die Kupplung typischerweise über eine Distanz 80.000 bis 100.000 Kilometern ohne Defekt ihren Dienst verrichtet.

Neben dem beschriebenen Testen der Kupplung sind ein erhöhter Kraftbedarf und eine schleifende Kupplung typische Anzeichen für den bevorstehenden Wechsel. Ein erfahrener Mechaniker ist schon nach einer kurzen Probefahrt dazu fähig, zwischen einem notwendigen Austausch und anderen Ursachen zu unterscheiden. Der wichtigste Wechselgrund, der zum Gang in die Werkstatt führt, ist der abgenutzte Reibbelag. In anderen Fällen lässt sich der Defekt auf die Druckfedern zurückführen, welche zwischen den beweglichen Elementen der Kupplung angebracht sind und die dort großen Kräften standhalten müssen.

Der Gang in die Werkstatt

Um die Kosten einer Reparatur zu umgehen, würden viele Fahrer am liebsten selbst an ihrem Auto Hand anlegen, sobald verdächtige Geräusche auftreten. Dabei ist zu beachten, dass es sich um einen technisch sehr komplexen Eingriff handelt, bei dem etwa der Motor vom Getriebe getrennt werden muss. Da jedoch das Getriebe sogleich eine Stützfunktion für den Motor erfüllt, muss jener im Vorfeld gut fixiert werden. Für die exakte Platzierung der Kupplungsscheibe beim Wiedereinbau hat jede Werkstatt Spezialwerkzeug zur Verfügung, das eine sehr präzise Arbeit möglich macht. Hobbyschrauber würden an dieser Stelle sehr schnell an die Grenzen der technischen Umsetzbarkeit stoßen und womöglich Folgeschäden riskieren.

Zudem verfügen Kupplungen über einen Nachstellmechanismus. Beim Einstellen der Kupplung kann es durch die individuelle Anpassung des Reibbelags nach einem falschen Handgriff schnell zu neuen technischen Schwierigkeiten kommen. Dieser lässt sich dann nicht mehr zurückstellen, wodurch die neu gekaufte Kupplung im schlimmsten Fall direkt unbrauchbar wird. Da nach dieser Diagnose meist kein Umtausch mehr möglich ist, wird die Reparatur der defekten Kupplung in Eigenregie zu einem finanziellen Risiko.

Was kostet der Wechsel der Kupplung?

In aller Regel wird eine defekte Kupplung bei modernen Fahrzeugen nicht repariert, sondern direkt ausgewechselt, um eine möglichst hohe Fahrleistung zu ermöglichen. Die Kosten eines solchen Eingriffs hängen vor allem von diesen drei Faktoren ab:

  • Fahrzeugmodell
  • Getriebeart
  • Art der Ersatzteile

Ein Teil der Kosten, die für den Austausch der Kupplung im Auto veranschlagt werden müssen, geht auf die Ersatzteile zurück. Ein kompletter Satz ist je nach Fahrzeugmodell zwischen 200 und 400 Euro zu haben. Hier ist es bedeutsam, nicht an der falschen Stelle zu sparen. Dies liegt besonders am hohen Montageaufwand, der typischerweise mit diesem Eingriff verbunden ist. Werden die langen Vorarbeiten ohnehin vorgenommen, so lautet der Rat deshalb, in hochwertige Ersatzteile zu investieren, die in den nächsten Jahren einen reibungslosen Betrieb ermöglichen.

Um überhaupt bis zu den Teilen der Kupplung vordringen zu können, ist es für die Monteure zunächst notwendig, das Getriebe auszubauen. Manche Modelle erfordern sogar den Ausbau des gesamten Motors, was für einen insgesamt hohen Arbeitsaufwand sorgt. Andere Modelle lassen eine Reparatur innerhalb von nur drei bis vier Stunden zu. Entsprechend groß sind die Schwankungen, die sich bei den Kosten ergeben. Nach der Diagnose lohnt es sich, nach einer Einschätzung der Verantwortlichen zu fragen. So manch böse finanzielle Überraschung lässt sich auf diese Weise verhindern.

Prävention: So schonen Sie die Kupplung dauerhaft

kupplungssatzneu Defekte Kupplung: Diagnose und Reparatur
Neuer Kupplungssatz

Natürlich handelt es sich beim Austausch der Kupplung um eine nicht unwesentliche finanzielle Belastung. Dieser Ratgeber soll sich deshalb auch der Frage widmen, wie ein überhöhter Verschleiß an diesem sensiblen Bauteil des Autos vermieden werden kann. Dafür ist es von Bedeutung, den Fahrstil an einigen Punkten anzupassen, um die Bedingungen der Kupplung zu verbessern. Viele Autofahrer drücken das Kupplungspedal etwa beim Einlegen der Gänge nicht ganz durch. Auf diese Weise gleiten die Kupplungsteile nicht bis in jene Position, die für den Gangwechsel optimal wäre. Stattdessen sind Schwungscheibe und Kupplungsscheibe nun nicht sauber voneinander getrennt, wodurch eine leichte Verbindung zwischen Getriebe und Motor bestehen bleibt. Sobald nun aus dem Leerlauf in den nächsten Gang gewechselt wird, reiben die einzelnen Komponenten aneinander. Von Mal zu Mal setzt dies dem Belag der Kupplungsscheibe zu und verringert damit ihre Lebensdauer.

Selbst das Stehen an der Ampel kann für die Kupplung zu einer realen Gefahr werden und steht dem guten Rat entgegen. Wird das Auto trotz des weiterhin roten Lichtsignals immer wieder durch das Schleifen der Kupplung leicht in Bewegung versetzt, kommt der Fahrer hier den technischen Ansprüchen seines Autos nicht entgegen. Das ständige Schleifenlassen kann die Kupplung binnen weniger Minuten auf mehrere hundert Grad erhitzen. Der Rat zur Schonung des Bauteils lautet deshalb, unnötig häufiges Anfahren zu verhindern. Nicht zu verhindern ist stattdessen die zusätzliche Belastung, der die Kupplung beim Transportieren schwerer Lasten, wie etwa einem Wohnwagen, ausgesetzt ist.

Um jene Symptome zu verhindern und ein neues Einstellen der Kupplung überflüssig zu machen, lautet der Rat „Fuß vom Pedal“. Das Anfahren sollte ohne ein unnötiges Schleifen der Kupplung geschehen, während das Pedal bei jedem Gangwechsel ganz durchgedrückt aber zügig losgelassen wird. Auf diese Weise minimiert sich der Verschleiß und das Bauteil kann die ersehnte Lebensdauer erreichen.

Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken