wasserpumpe_wechseln Defekte Wasserpumpe/Kühlmittelpumpe wechseln: Diagnose, Anleitung & Kosten
Neue und alte Wasserpumpe beim wechseln
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Der Motor keines Autos kann normal arbeiten, wenn die Funktion der Wasserpumpe eingeschränkt ist. Die auf sie einwirkenden Belastungen gehen nicht spurlos vorüber und können nach einigen Jahren das Wechseln in der Werkstatt oder eigener Regie erforderlich machen. Warum schnelles Handeln wichtig ist und wie Sie die Wasserpumpe selber wechseln können, klären wir in diesem Ratgeber.

Was leistet die Wasserpumpe im Auto?

Im Auto ist die Wasserpumpe ein elementarer Bestandteil des Kühlkreislaufs. In modernen Motoren transportiert sie die erhitzte Kühlflüssigkeit aus dem Motorblock ab, um diese zum Kühler zu führen. Diese von der Pumpe angetriebene Zirkulation, die stets im Verborgenen abläuft, verhindert eine Überhitzung des Motors.

Daran lassen sich bereits die gravierenden Folgeschäden ableiten, die eine defekte Kühlmittelpumpe mit sich bringt. Kommt es beispielsweise zu mechanischen Schäden, ist der Kühlkreislauf des Autos unterbrochen und der Motor überhitzt bereits nach kurzer Zeit. Für jeden Fahrer ist es deshalb bedeutsam, die Symptome eines Defekts zu erkennen, um diese unmittelbar zu beheben.

Wann ist das Wechseln der Wasserpumpe notwendig?

Es finden sich verschiedene mechanische Ausfälle, die ein Wechseln der Wasserpumpe im Auto erforderlich machen können. Da diese ohne Unterbrechung im Motor wirkt, sind diese Schäden durch Abnutzungen keine Seltenheit. Das Tauschen des Bauteils ist nicht notwendig, sofern lediglich eine Dichtung betroffen ist. Während mechanische Schäden stets das Wechseln der gesamten Kühlmittelpumpe nach sich ziehen, reicht in diesem Fall häufig eine Reparatur aus.

wasserpumpe-keilriemen Defekte Wasserpumpe/Kühlmittelpumpe wechseln: Diagnose, Anleitung & Kosten
Zahnriemenwechsel
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Heutige Wasserpumpen sind aus robustem Material konstruiert und können daher lange in Betrieb bleiben. Bis ein Wechseln erforderlich ist, kann ein Auto 120.000 bis 150.000 Kilometer zurücklegen. Mit dem Tauschen der Kühlmittelpumpe geht auch das Wechseln des Zahnriemens einher, der ihr die notwendige Energie zuführt. Reduziert sich dessen Spannung im Laufe der Jahre, so kann das Spiel der Wasserpumpe zu groß werden, wodurch die Kraft nicht mehr einwandfrei übertragen wird. Es handelt sich somit um eine präventive Montage, welche die Kosten des Eingriffs jedoch kaum erhöht. Dies liegt auch am geringen Materialwert des Keilriemens, dessen einwandfreie Funktion im Auto dennoch vorausgesetzt werden muss.

Austausch der Kühlflüssigkeit

Zwangsweise ist mit dem Wechseln der Wasserpumpe auch das Tauschen der Kühlflüssigkeit verbunden. Diese muss abgelassen werden, ehe die Kühlmittelpumpe ausgebaut werden kann. Nach dem Einsetzen des neuen Bauteils und dem Verschließen des Kreislaufs wird neue Kühlflüssigkeit eingefüllt.

Anzeichen einer defekten Wasserpumpe

Doch wie können Fahrer nun erkennen, dass in ihrem Auto Handlungsbedarf bei der Wasserpumpe besteht? Liegt ein defektes Bauteil vor, das ein Wechseln erforderlich macht, so sind die folgenden Symptome sinnbildlich:

Überhitzung des Motors

Eine Diagnose ist auf der Basis der Motortemperatur möglich. Der auftretende Effekt verhindert eine ordnungsgemäße Kühlung, da die Kühlflüssigkeit nicht mehr zirkuliert. Autos, die über eine Motortemperaturanzeige verfügen, liefern schnell den nötigen Beweis. Nun ist das Auto abzustellen, um einen Blick auf den Kühlkreislauf zu werfen. Wird die exakte Temperatur dem Fahrer nicht angezeigt, so liefert die Warnleuchte den entscheidenden Hinweis.

Ausfall der Heizung

Die Heizung des Wagens, welche die Wärmeenergie des Motors aufnimmt, kann beim Vorliegen eines Defekts nicht mehr arbeiten. Kommt es zu einem Ausfall dieser Komponente, ist dies ebenfalls ein klarer Hinweis auf einen Defekt der Kühlmittelpumpe.

Verlust von Kühlflüssigkeit

Dass zumindest der Kühlmittelkreislauf Teil des Schadens ist, zeigt sich am Verlust von Kühlflüssigkeit. Diese tritt an verschiedenen Stellen aus und bildet bei stehendem Auto eine Pfütze. Bei diesem Symptom ist jedoch eine genaue Eingrenzung des Schadensbildes erforderlich. Neben der Pumpe können auch Kühler, Zylinderköpfe oder das Leitungssystem betroffen sein.

Seltsame Geräuschentwicklung

Falls mechanische Schäden an der Wasserpumpe vorliegen, so sind diese auch akustisch zu fassen. Bei laufendem Motor lassen sich klopfende, knirschende oder schleifende Geräusche wahrnehmen. Häufig sind diese jedoch so leise, dass sie sich nicht von den Insassen im Auto wahrnehmen lassen. Vielmehr ist ein genaues Hinhören bei offener Motorhaube erforderlich, um auf diese Symptome aufmerksam zu werden.

Die Wasserpumpe schonen

Auch präventiv ist es möglich, einen positiven Einfluss auf die Wasserpumpe zu nehmen, um so das Tauschen zu verhindern. Dafür sollten hohe Belastungen des Motors verhindert werden, insbesondere bei fortgeschrittener Laufzeit des Autos. Das Risiko einer falschen Riemenspannung, das für den Ausfall verantwortlich sein kann, lässt sich nur durch einen regelmäßigen Blick unter die Haube ausräumen. Um ein Wechseln der Komponenten im Auto zu vermeiden, ist auf das richtige Spiel beider Komponenten zu achten. Auch mechanische Schäden am Riementrieb lassen sich selber erkennen, ehe erste Symptome auftreten. Ein regelmäßiger prüfender Blick rettet auf diese Weise vor den Kosten des Wechselns.

So wechseln Sie die Wasserpumpe selber

Der mehrstündige Einsatz eines Fachmanns in der Werkstatt bringt beim Austausch der Wasserpumpe zusätzliche Kosten mit sich. Wer diese allein auf den Materialpreis reduzieren möchte, kann bei entsprechenden technischen Kenntnissen den Wechsel der Pumpe selber vornehmen. Einen Einfluss auf die Entscheidung haben zudem Fahrzeugtyp und Hersteller. Je nach Positionierung im Motorblock ist die Pumpe bisweilen schwer zu erreichen. Zu Beginn stellt sich die Frage nach Art und Aufbau der Wasserpumpe.

Mechanische und elektrische Wasserpumpe

Eine mechanische Wasserpumpe wird über einen Zahnreihen angetrieben, der vor der Montage zu entfernen ist. Aus diesem Aufbau ergibt sich die Verantwortung, den Zahnriemen sorgsam abzunehmen und den neuen Riemen im Anschluss gemäß der Steuerzeiten zu montieren. Derweil ist der Austausch einer elektrischen Wasserpumpe einfacher. Keil- oder Zahnriemen müssen bei diesem Aufbau nicht entfernt werden, stattdessen sind nur die vorgesehenen Schläuche an der neuen Pumpe zu montieren. Aktuell setzen immer mehr Hersteller auf dieses elektrische Modell, welches einen besseren Wirkungsgrad vorweisen kann. Auf diese Weise trägt die Wasserpumpe mit einfachem Aufbau zur Senkung des gesamten Kraftstoffverbrauchs des Autos bei.

Doch welche Schritte sind zu beachten, um die Wasserpumpe im Auto selber zu wechseln? Wir möchten diese in unserem Ratgeber im Rahmen einer kurzen Anleitung noch einmal aufgreifen.

1. Batterie und Kühlkreislauf

Zunächst ist es wichtig, die Batterie des Autos ordnungsgemäß abzuklemmen. Zur Verhinderung eines Stromschlags ist es dabei wichtig, geerdet zu sein. Der Kabelbau wird nun so weit wie möglich beiseite geschoben, um später genügend Platz zum Arbeiten zu haben.

Nun wird die Kühlflüssigkeit über den unteren Schlauch des Kühlers abgelassen und aufgefangen, um später korrekt entsorgt zu werden.

2. Wasserpumpe entnehmen

Für das Wechseln ist es nun wichtig, die Schrauben der Servopumpe zu lösen. Der Zahnriemen der Pumpe kann nun mit einer Zange abgenommen werden. Für das eigentliche Tauschen ist es notwendig, den Spanner des Riemens zu entspannen, um auf das straffe System einwirken zu können.

3. Die Lichtmaschine

Nun sind die Verschraubungen der Lichtmaschine zu lösen, die sich über der Wasserpumpe befindet. Hier hilft es, alle abgenommenen Anschlüsse farblich zu markieren, um sie später wieder zuordnen zu können. Nun kann das Gehäuse nach oben abgenommen werden, wodurch der Blick auf die Wasserpumpe frei wird.

4. Die Wasserpumpe wechseln

Mit einem Sechskantschlüssel lassen sich nun beim eigentlichen Tauschen des Bauteils die Schrauben abziehen. Vorschnelle ruckartige Bewegungen sind in diesem Fall zu vermeiden, da noch einige Kabelanschlüsse vorhanden sind, die zunächst abgenommen werden müssen. Erst dann lässt sich die Wasserpumpe wechseln.

5. Die neue Pumpe vorbereiten

Außerhalb des Motorblocks können nun die wichtigen Vorbereitung der neuen Pumpe für das Auto getroffen werden. Dazu werden die Schrauben der Riemenscheibe auf die neue Pumpe geschoben und befestigt. Beim Wechseln sind noch die Schrauben am Thermostat zu lösen, das nun ebenfalls zum Tauschen bereit ist.

6. Die eigentliche Montage

Beim Wechseln wird zunächst die neue Wasserpumpe eingesetzt und am Motorblock verschraubt. Alle Anschlüsse werden nun wieder montiert, ehe die darüber liegende Lichtmaschine eingesetzt werden kann. Zum Abschluss des Tauschens kommt nun die Servopumpe samt Zahnriemen wieder an ihren Platz und wird an den Kühler angeschlossen. Zuletzt erhält die Batterie ihren Kontakt wieder.

7. Der Kühlmittelstand

kühlmittel-auffüllen Defekte Wasserpumpe/Kühlmittelpumpe wechseln: Diagnose, Anleitung & Kosten
Kühlmittel auffüllen
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Die Anleitung dieses Ratgebers zum Wechseln der Wasserpumpe wäre nicht vollständig, wenn nicht der Kühlmittelstand aufgeführt werden würde. Neues und für das Auto geeignetes Kühlmittel wird nun bis zur entsprechenden Markierung eingefüllt. Bei der anschließenden Testfahrt sollte sich die Betriebstemperatur des Motors nun wieder im normalen Rahmen bewegen. Nach einer Fahrzeit von mindestens 30 Minuten, bei der wieder Flüssigkeit verbraucht wird, lässt sich der Kreislauf noch einmal anfüllen.

Die beim Tauschen des Bauteils abgelassene Kühlflüssigkeit ist giftiger Sondermüll, der entsprechend behandelt werden muss. In keinem Fall darf das Kühlmittel ins Grundwasser gelangen. Daher empfiehlt es sich, die Flüssigkeit ein einem verschließbaren Behälter aufzufangen. Die ordnungsgemäße Entsorgung ist einerseits beim örtlichen Wertstoffhof möglich. Gegen eine kleine Gebühr sind jedoch auch Fachwerkstätten dazu bereit, die Entsorgung zu übernehmen.

Letztlich ist die Reparatur in eigener Regie nur dann zu empfehlen, wenn die dafür notwendigen technischen Kenntnisse vorliegen. Aufgrund der vielen Anschlüsse und Verschraubungen, die für das Wechseln zunächst korrekt gelöst und im Anschluss wieder montiert werden müssen, handelt es sich um ein komplexes Unterfangen.

Die Wasserpumpe in der Werkstatt wechseln lassen

Wer sich für das Wechseln in der Werkstatt entscheidet, profitiert einerseits von einer eindeutigen Diagnose des technischen Problems. Die zuständigen Experten können binnen weniger Augenblicke erkennen, ob die erkannten Symptome tatsächlich auf die Wasserpumpe zurückzuführen sind. Jede renommierte Fachwerkstatt wird zudem auf die günstige Gelegenheit des Zahnriemenwechsels hinweisen. Dessen Ersatz ist mit rund 80 Euro vergleichsweise günstig und lässt sich durch die ohnehin geleistete Vorarbeit direkt wechseln. Durch das Tauschen beider Komponenten ist es theoretisch möglich, weitere 120.000 Kilometer ohne technische Probleme mit der neuen Wasserpumpe im Auto unterwegs zu sein.

Die Kosten des Eingriffs lassen sich eingrenzen, sofern die Reparatur möglichst zeitnah durchgeführt wird. Dies ist von Bedeutung, um den Motor vor den Folgen einer Überhitzung zu schützen, die bis hin zum Totalschaden reichen. Deutlich günstiger ist es, die Wasserpumpe zeitnah in der Fachwerkstatt überprüfen und gegebenenfalls wechseln zu lassen. Je nach dem, wie gut die Komponenten beim jeweiligen Auto zugänglich sind und welcher Preis die Ersatzteile auszeichnet, schwanken die Gesamtkosten zwischen 200 und 500 Euro.

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