anlasser Defekten Anlasser erkennen und wechseln
Neuer Anlasser
Foto ©Stason4ic/depositphotos.com

Während der Fahrt ist der Anlasser überflüssig, aber ohne ihn kann das Auto gar nicht starten. Die Zeit, viele Betriebsstunden oder ein elektrischer Fehler können den Anlasser in seiner Funktion einschränken und eine Reparatur nötig machen. Wir erklären in diesem Ratgeber, wie der Anlasser funktioniert, welche Aufgabe er übernimmt und welche Symptome einen Defekt anzeigen. Weiterhin verraten wir in unserer Anleitung, wie ein Laie den Starter selber tauschen kann.

Funktion des Anlassers im Auto

Der Verbrennungsmotor läuft selbst durch die explosionsartige Verbrennung von Benzin oder Diesel, sobald der Motor einmal angetrieben wurde. Zum Start benötigen diese Motoren allerdings ein wenig Hilfe. Beim Auto übernimmt der Anlasser diese Funktion, indem er den Motor mechanisch auf etwa 300 Umdrehungen pro Minute antreibt. Er wird nur zum Starten benötigt und erfüllt während der Fahrt keine Aufgabe.

Ein Anlasser, manchmal auch Starter genannt, wird nur bei Autos mit Verbrennungsmotoren benötigt. Es handelt sich hier um einen kleinen Elektromotor, der über die Batterie versorgt wird und den eigentlichen Motor des Autos antreibt. Mit diesem „Anlauf“ wird die nötige Kompression erzeugt, damit der Motor das Gemisch zünden und nach dem Starten selber weiterlaufen kann. Der Anlasser zieht einen sehr großen Strom und sollte aufgrund der daraus entstehenden Hitze immer nur für einige Sekunden betätigt werden.

Wann sollten Autobesitzer den Anlasser tauschen?

Ein Anlasser mit einem Defekt macht sich möglicherweise nicht immer bemerkbar, da die Belastung des Anlassers von verschiedenen Faktoren abhängt. Dazu zählen:

  • Ladung der Batterie
  • Außentemperatur
  • Fahrzeugtemperatur
  • Luftfeuchtigkeit

Die Gefahr bei einem Schaden oder einer „Altersschwäche“ des Anlassers ist, dass er seine Funktion nicht mehr erfüllt. In diesem Fall kann das Auto nicht mehr gestartet werden. Wenn der Fahrer eines oder mehrere der im nächsten Abschnitt beschriebenen Symptome entdeckt, sollte er daher umgehend den Anlasser untersuchen und gegebenenfalls austauschen. Hierfür folgt weiter unten unsere umfangreiche Anleitung.

Anzeichen und Symptome beim Defekt des Anlassers

Ein Defekt am Anlasser kann entweder unmittelbar auftreten oder sich schleichend ankündigen. Bei einem plötzlichen Ausfall, z. B. bei einem Kabelbruch oder einem mechanischen Schaden, gibt es in der Regel keine Symptome. Der Anlasser funktioniert von einem Moment auf den anderen nicht mehr.

Langsam verlaufende Schäden durch Alter und Verschleiß hingegen lassen sich möglicherweise erkennen, bevor es zu einem Totalausfall kommt. Die häufigsten Anzeichen und Symptome für einen schleichenden Defekt am Starter sind:

  • ungewöhnlich langsam drehender Motor beim Start
  • „unrund“ verlaufender Startvorgang, also stark schwankende Drehzahl
  • mehrere Startversuche nötig, obwohl die Batterie in Ordnung ist
  • Klickgeräusch, aber keine Bewegung des Anlassers

Folgen beim Defekt des Anlassers

Während der Fahrt verändert sich für den Fahrer nichts. Er hat jedoch unabhängig von der Schadensursache das Problem: Das Auto lässt sich nicht mehr starten. Die Verwendung eines Starterkabels bringt an dieser Stelle auch keinen Erfolg, da dies nur bei defekter Batterie hilft.

Grundsätzlich kann ein Auto mit Schaltgetriebe manuell angeschoben und gestartet werden. Diese Methode gefährdet jedoch den Katalysator und andere Teile durch unkontrollierte Zündungen von im Motor nicht verbranntem Kraftstoff. Aus diesem Grund sollte ein Anlasser beim Defekt schnellstmöglich der Reparatur unterzogen werden. Der folgende Ratgeber hilft dabei.

Anleitung – Anlasser selber austauschen

Das Wechseln des Anlassers lässt sich grundsätzlich selbst vornehmen. Beim Austauschen fallen allerdings einige aufwändige Arbeitsschritte. Vor dem Aus- und Einbauen des Anlassers nach unserem Ratgeber sollten zuerst die folgenden drei Punkte überprüft und damit ausgeschlossen werden:

  • Zündschloss funktioniert und „klickt“ beim Drehen des Schlüssels
  • Batterie ist ausreichend geladen (Kontrollleuchten und Innenraumbeleuchtung intakt)
  • Kabel zum Anlasser sind in Ordnung (kein Kontaktfehler, Kabelbruch, Marderbiss)

Wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind und der Starter als Ursache feststeht, ist die Reparatur unumgänglich. Dazu haben wir einen kleinen Schritt-für-Schritt Ratgeber verfasst, der auf die meisten Autos zutrifft und die Schritte beim Wechseln des Anlassers erläutert.

Schritt-für-Schritt Anleitung

Beim selber Tauschen des Anlassers fallen mechanische und elektrische Arbeiten an, die in der richtigen Reihenfolge ausgeführt werden müssen. Dafür werden benötigt:

  • Satz Schlüssel (Gabelschlüssel, Ringschlüssel, vorzugsweise Ratschenschlüssel)
  • Satz Schraubendreher
  • Je nach Modell: Satz Torx-Schlüssel
  • Multimeter

1. Batterie abklemmen

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Batterie abklemmen
Foto: ©rukawajung/depositphotos.com

Achtung: Beim Tauschen des Anlassers müssen Kabel ab- und angeklemmt werden. Eine Berührung von mehreren Drähten oder Anschlüssen kann einen Kurzschluss mit schweren Folgen auslösen. Aus diesem Grund sollte als erstes der Minuspol der Batterie abgeklemmt und das Kabel anschließend versteckt oder isoliert werden. Das dient der Sicherheit, damit es während der Arbeiten nicht zu einem versehentlichen Kontakt zwischen Kabel und Minuspol kommen kann. Der verbleibende Pluspol stellt nun keine Gefahr mehr dar.

2. Lokalisieren des Anlassers im Motorraum

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Anlasser im Motorraum
Foto: ©Valentinos/depositphotos.com

Als erstes gilt es, den Anlasser im Motorraum zu finden. Bei neueren Fahrzeugen ist er nicht immer direkt sichtbar, sondern häufig unter Abdeckungen versteckt. Es kommt auch vor, dass zuerst andere Teile (z. B. Luftfilterkasten) ausgebaut werden müssen, bevor der Anlasser zum Vorschein kommt. Möglicherweise lässt er sich sogar von unten besser erkennen, sofern eine Möglichkeit zum Anheben des Fahrzeugs besteht. Bei älteren Fahrzeugen ist die Suche in der Regel leichter, da die Teile einfacher zugänglich sind. Hier reicht normalerweise ein grober Blick in den Motorraum.

3. Lösen und Abklemmen von Kabeln und Schrauben

Ist der Anlasser gefunden, geht es an die Demontage. Es empfiehlt sich, vor der Demontage mehrere Fotos zu machen. Das erleichtert später die richtige Zuordnung aller Teile und das Auffinden der richtigen Position beim Einbauen. Dazu muss erst die Schutzkappe über den Elektroanschlüssen abgezogen werden, damit die Kabel auf dem Foto sichtbar sind.

Nun müssen alle Kabel gelöst werden. Bei den meisten Fahrzeugen sind die Steuerleitungen über einfache Steckverbinder angeschlossen und können ohne Werkzeug gelöst werden. Eventuell ist ein Schraubendreher nötig, um die Verbindungen zu lösen. Bei vielen Anlassern sind auch Kabel mit Sechskantschrauben angeschlossen. In jedem Fall müssen alle Kabel gelöst werden.

Der Anlasser selbst wird je nach Modell von zwei oder drei Sechskantschrauben gehalten. Diese sind häufig schwer zugänglich und müssen eventuell mit einer Taschenlampe oder einem kleinen Spiegel gesucht werden. Da die Schrauben meist oben und unten sitzen, ist besonders die unterste Schraube nur sehr schwer zu erreichen. Nun müssen alle Schrauben gefunden und entfernt werden.

4. Demontage des Starters

alter-anlasser Defekten Anlasser erkennen und wechseln
Gebrauchter alter Anlasser
Foto: ©aigarsr/depositphotos.com

Wenn alle Schrauben gelöst wurden, sollte sich der Anlasser bereits bewegen und kann nun entfernt werden. Das größte Hindernis dabei ist der Platzmangel im Motorraum. Beim Entfernen ist zwingend darauf zu achten, dass keine Kabel, Schläuche oder andere Teile beschädigt werden.

Nach der Demontage sollte der gebrauchte Starter mit dem neuen verglichen werden. Die Schraubenlöcher, das Schwungrad, dessen Zähne und die Elektroanschlüsse müssen identisch sein. Andernfalls wird der neue Anlasser sich nicht einbauen lassen.

5. Montage des neuen Anlassers

Beim Einbauen des neuen Gerätes ist die Reihenfolge genau umgekehrt wie bei der Demontage. Erst wird der Anlasser im Motorraum an die richtige Stelle gebracht und mit den Schrauben fixiert. Gebrauchte Schrauben können wiederverwendet werden, sofern sie in Ordnung sind. Alle Schrauben müssen fest angezogen werden, damit sie sich nicht von selbst lösen können.

Anschließend folgt noch der elektrische Anschluss. Die Stecker bzw. Anschlüsse müssen direkt passen. Das große Pluskabel muss vor dem Wiederanschluss z. B. mit einer Bürste von Staub und Schmutz befreit werden. Das sichert langfristig einen ordentlichen Kontakt.

6. Anschluss der Batterie und Test

Nun ist der neue Anlasser eingebaut und das Auto lässt sich wieder starten. Es folgt noch das Anklemmen des Minuspols der Batterie und in umgekehrter Reihenfolge endet unser Ratgeber an der Stelle, wo er begonnen hat. Nun sollte sich das Fahrzeug wie gewohnt über die Zündung starten lassen.

Anlasser austauschen: Welche Kosten fallen an?

Starter ist nicht gleich Starter. Je nach Hersteller und Modell variieren die Preise für einen neuen Anlasser. Die Kosten bewegen sich in der Regel zwischen 40 und 150 Euro, können aber bei speziellen Modellen auch deutlich darüber liegen. Das hängt davon ab, welcher Anlasser verbaut wurde und wer die Ersatzteile herstellt.

Ein Anlasser in gebraucht ist eventuell etwas günstiger. Auf gebrauchte Teile gibt es jedoch keine Garantie. Bei einem gebrauchten Ersatzteil besteht immer die Gefahr, dass es nur eine kurze Lebensdauer aufweist.

Den Anlasser in der Werkstatt wechseln lassen

Bei den meisten Fahrzeugen kann der Kunde den Anlasser beim Defekt eigenhändig einbauen und somit Kosten sparen. Unsere Anleitung unterstützt dabei. Wer sich diese Arbeit nicht selber zutraut, kann die Reparatur natürlich in einer Werkstatt ausführen und den Starter von Fachleuten tauschen lassen.

Der Vorteil beim Austauschen in der Werkstatt liegt im Fachwissen der Mitarbeiter: Sie wissen genau, was zu tun ist, wechseln den Starter und prüfen anschließend die Funktion. Nebenher werden die Fachleute gleiche alle damit zusammenhängenden Teile untersuchen. Die Kosten für die Reparatur sind hier natürlich höher. Es fällt meist ein Arbeitsaufwand von ein bis zwei Stunden an. Außerdem ist damit zu rechnen, dass in der Werkstatt ein etwas höherer Preis für die Ersatzteile anfällt.

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