Titelbild-Kraftstoffpumpe-auto-wechseln Kraftstoffpumpe – Symptome, Diagnose und Ratgeber zum selber wechseln
©Foto: kinek00/depositphotos.com

Ihr KFZ ruckelt, verliert an Leistung oder springt schlecht an? Das können Anzeichen einer defekten Benzinpumpe sein. In diesem Fall sollten Sie schnell handeln, denn es droht der Totalausfall des Autos. Wir verraten Wissenswertes zur Kraftstoffpumpe und geben eine Schritt für Schritt Anleitung, wie Sie diese selber tauschen.

Funktion der Kraftstoffpumpe

Die Kraftstoffpumpe, auch Benzinpumpe genannt, dient der Kraftstoffversorgung. Sie fördert den Kraftstoff aus dem Kraftstofftank in Richtung des Motors. Dort wird der Sprit von der Einspritzeinheit in die Zylinder gespritzt. Die Benzinpumpe fördert grundsätzlich viel mehr Kraftstoff als von der Einspritzpumpe benötigt wird. Der zuviel geförderte Sprit fließt über die Rücklaufleitung zurück in den Kraftstoffbehälter.

Bei den meisten Autos ist die Pumpe als komplettes Kraftstofffördermodul mit Schwimmer als Tankgeber hinten am Tank verbaut. Dies nennt sich In-Tank Pumpe. Manche Autos hingegen besitzen eine In-Line Pumpe, die irgendwo auf dem Weg der Kraftstoffleitung verbaut ist. Die meisten Benzinpumpen werden elektrisch angetrieben. So lassen sie sich besser in die Motorsteuerung integrieren. Bei alten Autos kommen auch mechanische oder pneumatische Pumpen zum Einsatz.

Bild4-kraftstoffpumpe-kaufen-auto Kraftstoffpumpe – Symptome, Diagnose und Ratgeber zum selber wechseln
Kraftstoffpumpe
Preiswert ab 9,90€

Wie unterscheiden sich Strömungspumpen und Verdrängerpumpen?

Bild2-moderner-Tankgeber-mit-Kraftstoffpumpe-Auto Kraftstoffpumpe – Symptome, Diagnose und Ratgeber zum selber wechseln
©Foto: BespaliyA/depositphotos.com

Strömungspumpen und Verdrängerpumpen unterscheiden sich in ihrem Aufbau und Einsatzbereich. Die Strömungspumpen kommen meist bei Benzinmotoren zum Einsatz. Sie besitzen kleine Schaufeln oder Flügel und Pumpen durch Rotation des Flügelrads. Diese Pumpe ist weniger leistungsstark, läuft aber dafür sehr leise.

Die Verdrängerpumpe wird überwiegend bei Dieselmotoren eingesetzt. Hier wird die Flüssigkeit dem Namen entsprechend durch Verdrängung gepumpt. Der große Vorteil ist, dass diese Pumpenart bei jeder Viskosität zuverlässig fördert und sich daher auch für Diesel im Winter eignet. Nachteilig ist der komplexere Aufbau.

Zählt die Benzinpumpe als Verschleißteil?

Die Benzinpumpe ist grundsätzlich überdimensioniert und fördert viel mehr Sprit als bei normaler Fahrt benötigt wird. Selbst bei Volllast kommt sie nicht an ihre Grenzen. Durch diese geringe Auslastung tritt nur sehr wenig Verschleiß ein. In der Regel hält eine Kraftstoffpumpe viele Jahre und mehrere 100.000 km. Bei älteren Autos mit großer Laufleistung kommt es jedoch immer wieder zu schleichenden Verschleißerscheinungen.

Welche Symptome verursacht eine kaputte Benzinpumpe?

Die Diagnose einer defekten Kraftstoffpumpe ist schwierig, da die Anzeichen meist schleichend und ungleichmäßig auftreten. Je nachdem, welche Kraftstoffmenge die Pumpe in jeder Sekunde erwischt, können, die Anzeichen auch an- und abschwellen. Das macht die Diagnose selbst für Fachleute schwierig.

Häufige Symptome einer nachlassenden Pumpenleistung sind:

  • fehlende Leistung des Motors
  • Motorruckeln
  • ungleichmäßige Beschleunigung, teilweise drehzahlabhängig
  • Motor springt schlecht an
  • Kraftstoffverbrauch steigt leicht
  • Motorkontrollleuchte, Eintrag im Fehlerspeicher
  • Ausfall der Pumpe: Totalausfall des Motors

Wie erkennen Sie einen Defekt an der Benzinpumpe?

Bild3-alte-defekte-kraftstoffpumpe Kraftstoffpumpe – Symptome, Diagnose und Ratgeber zum selber wechseln
©Foto: vimax001/depositphotos.com

Einen Totalausfall erkennen Sie einfach: Drehen Sie den Zündschlüssel auf Stufe zwei. In diesem Moment sollte die Benzinpumpe anlaufen und für ein bis drei Sekunden pumpen. Dieses Geräusch ist deutlich hörbar, wenn Sie oder ein Helfer ein Ohr in der Nähe der Pumpe haben.

Eine sichere Diagnose anhand der übrigen Symptome ist schwer, da auch andere Fehler diese Probleme verursachen können. Die beste Möglichkeit ist das Auslesen des Fehlerspeichers. Möglicherweise findet sich hier eine passende Meldung vom Motorsteuergerät, zum Beispiel „Förderleistung Pumpe unzureichend“.

Wenn Sie eine derartige Fehlermeldung finden, gibt es genau zwei Möglichkeiten: die Pumpe fördert nicht genug Kraftstoff oder er verschwindet durch undichte Stellen. Suchen Sie am Abstellplatz nach feuchten Flecken unter dem Auto. Sind dort keine und das KFZ verliert auch anderweitig keinen Sprit, fördert die Pumpe nicht mehr genug.

Welche Folgen hat eine kaputte Kraftstoffpumpe?

Der Effekt ist, dass nicht die richtige Menge an Kraftstoff gefördert wird und der Motor entweder mit zu viel oder zu wenig Sprit läuft. Beides stört die auf Hochleistung eingestellte Zündung. Folgen sind ein unrunder Lauf, eine oft drehzahlabhängige nachlassende Motorleistung und schlechte Abgaswerte.

Neben den technischen Folgen gibt es auch gesetzliche Probleme. Das Fahren des Autos mit schlechten Abgaswerten ist verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Folgen hat das auch beim TÜV: Die Hauptuntersuchung besteht das Auto in diesem Zustand nicht und erhält keine neue Plakette.

Kraftstoffpumpe selber wechseln – DIY Ratgeber

Die Benzinpumpe Ihres Autos ist verschlissen? Dann folgen Sie unserer Anleitung zum selber tauschen. Das Wechseln selbst ist meist nicht kompliziert. Bei vielen Fahrzeugen wird lediglich ein spezieller Schlüssel gebraucht, um die Kraftstofffördereinheit aus dem Tank zu lösen.

Zum Wechseln der Benzinpumpe nach unserer Schritt für Schritt Einbauanleitung benötigen Sie die folgenden Werkzeuge und Hilfsmittel:

  • Satz Steckschlüssel, Ringschlüssel, Gabelschlüssel
  • Schraubendreher
  • sauberen Eimer oder ähnlichen Behälter
  • Lappen
  • je nach Auto: Tankgeberschlüssel oder Spezialwerkzeug zum Entnehmen der Kraftstofffördereinheit

Vorher: Andere Ursachen ausschließen

Die Kraftstoffpumpe ist eines der teureren Teile am Auto. Darum sollten Sie vorher unbedingt andere Ursachen ausschließen, damit Sie diese nicht umsonst tauschen. Prüfen Sie insbesondere die folgenden Punkte vor dem Wechseln der Kraftstoffpumpe:

  • undichte Leitungen
  • Kraftstofffilter verstopft
  • Benzinleitung blockiert oder geknickt
  • Sicherung der Pumpe ausgelöst

1. Vorbereitung

Wählen Sie einen geeigneten Ort aus. Beim Tauschen der Kraftstoffpumpe tritt je nach Verbrennungsmotor etwas Benzin oder Diesel aus beziehungsweise legen Sie sogar das Innere des Tanks frei. Aus den Gasen des Kraftstoffs und der Luft entsteht schnell ein zündfähiges Gemisch. Halten Sie unbedingt die folgenden Sicherheitshinweise ein:

  • ausreichende Belüftung
  • Rauchen, offenes Licht und Feuer
  • Batterie abklemmen, um Funkenbildung zu vermeiden
  • Feuerlöscher bereithalten, z. B. ABC-Löscher

Falls die Benzinpumpe im Tank eingebaut ist, sorgen Sie dafür, dass der Tank nicht voll ist. Es besteht sonst die Gefahr, dass viel Kraftstoff ausläuft. Tauschen Sie die Pumpe am besten bei halbvollem Tank.

2. Benzinpumpe finden

Suchen Sie die Kraftstoffpumpe Ihres Autos. Meist befindet sie sich hinten in der Nähe des Tanks. Bei diesen Autos müssen Sie in der Regel die Rückbank ausbauen und eventuell weitere Abdeckungen oder Matten entfernen. Darunter finden Sie den Deckel der Kraftstofffördereinheit. Nach dem Öffnen des Deckels sehen Sie die Oberseite dieser Einheit.

Bei einigen Autos ist die Benzinpumpe auch außerhalb des Tanks verbaut. Suchen Sie in diesem Fall den Weg der Kraftstoffleitung vom Tank zum Motor ab. Die Pumpe kann in diesem Fall unter dem Auto oder im Motorraum verbaut sein.

3. Leitungen lösen

Merken Sie sich die genaue Position des elektrischen Anschlusses und der Benzinleitung. Falls möglich, machen Sie ein Foto vom Ausgangszustand.

Trennen Sie nun den Stecker von der Pumpe. Beachten Sie dabei die mechanische Sicherung, damit Sie den Stecker wiederverwenden können. Klemmen Sie anschließend die Kraftstoffleitung ab, die auch über eine mechanische Sicherung verfügt. Halten Sie ein Gefäß und einen Lappen bereit, um eventuell auslaufendes Benzin aufzufangen. Verschließen Sie nun die Kraftstoffleitung und entfernen Sie die Reste aus dem Inneren des Autos, damit kein gefährliches Gemisch entsteht.

4. Benzinpumpe ausbauen

Wenn sich die Pumpe im Tank befindet, ist diese mit einer großen Mutter befestigt, die wie ein schwarzer Ring aussieht. Um diese Mutter sauber zu lösen, wird der Tankgeberschlüssel benötigt. Achten Sie darauf, die Leitungen aus dem Weg zu legen.

Sobald die Mutter gelöst ist, können Sie die Benzinpumpe tauschen. Merken Sie sich die Einbauposition und entnehmen Sie die Pumpe nach oben. Passen Sie beim Ausbau auf den Tankgeber auf. Lassen Sie die Einheit kurz abtropfen, legen Sie diese in einen Eimer und entfernen Sie diesen aus dem Auto.

Befindet sich die Pumpe außerhalb des Tanks, sehen Sie sich die Befestigung an. Lösen Sie die Schrauben oder Muttern, welche die Pumpe festhalten und entnehmen Sie nun die Pumpe. Heben Sie die Kleinteile auf, falls keine neuen mitgeliefert wurden.

5. Neue Kraftstoffpumpe einbauen

Tauschen Sie nun die Dichtung am Tank aus, bevor Sie mit dem Wechseln fortfahren. Setzen Sie anschließend die neue Kraftstofffördereinheit vorsichtig ein. Passen Sie besonders auf den Tankgeber auf, damit dieser ordnungsgemäß eingeführt wird. Sobald die Benzinpumpe wieder an ihrem Platz sitzt, ziehen Sie die Mutter wieder fest.

Nehmen Sie nun den Anschluss der elektrischen Leitung und Kraftstoffleitung vor. Legen Sie diese auf dem gleichen Weg, wie sie vorher verbaut waren. Meist ist der Anschluss für die Kraftstoffleitung mit einer Sicherungskappe bedeckt. Diese verhindert, dass bei Lagerung oder Einbau Schmutz in die Pumpe fallen kann. Entfernen Sie diese Kappe, bevor Sie die Leitung aufstecken.

Bei einer Montage außerhalb des Tanks sollten Sie nun alle Kleinteile austauschen, die neu geliefert wurden. Bauen Sie anschließend die Benzinpumpe so ein, wie die alte Pumpe montiert war. Befestigen Sie die Pumpe wie vorgesehen und nehmen Sie den Anschluss der Leitungen vor.

6. Testlauf und Dichtheitsprüfung

Bevor Sie nun alles wieder zusammenbauen, führen Sie einen Dichtheitstest durch. Dazu müssen Sie nur das Auto anlassen. Durch die große Förderleistung machen sich undichte Stellen schnell bemerkbar. Achten Sie nach dem Motorstart im Bereich der Pumpe darauf, dass kein Kraftstoff ausläuft. Bei Bedarf schalten Sie das Auto aus und ziehen Sie die Mutter noch etwas nach. Beim Testlauf können Sie auch gleich prüfen, ob die Motorlampe verschwunden ist.

7. Zusammenbau

Nach dem Testlauf können Sie alle übrigen Teile wieder einbauen. Befestigen Sie die Matten, Abdeckungen und die Rückbank wieder an den entsprechenden Plätzen. Den aufgefangenen Kraftstoff können Sie wieder einfüllen, deswegen sollte der Eimer sauber sein. Bei einigen Autos müssen Sie auch den Fehlerspeicher manuell löschen. Wenn alle Teile wieder eingebaut wurden und das Auto läuft, ist das Tauschen der Kraftstoffpumpe erfolgreich abgeschlossen.

Benzinpumpe selber wechseln – Kosten und Aufwand

Bei vielen Autos können Sie die Benzinpumpe selber erneuern. Die Kosten für das Ersatzteil belaufen sich in der Regel auf 50 bis 200 €. Die Arbeitszeit für Austausch liegt meist zwischen einer und zwei Stunden.

Falls die Benzinpumpe für Ihr Auto sehr teuer ist, lohnt sich möglicherweise der Kauf eines Gebrauchtteils. Gebrauchte Kraftstoffpumpen erhalten Sie zum Beispiel vom Autoverwerter deutlich günstiger. Auch in online Shops erhalten Sie gebrauchte Teile von seriösen Händlern mit Gewährleistung, sodass Sie kein Risiko eingehen.

Kraftstoffpumpe in der Werkstatt tauschen lassen

Alternativ können Sie die Benzinpumpe des Autos natürlich in jeder Fachwerkstatt wechseln lassen. Neben den höheren Kosten für das Ersatzteil wird Ihnen noch die Arbeitszeit berechnet. Hier kommen im Durchschnitt Kosten zwischen 250 bis 500 € auf Sie zu.

Haftungsausschluss

Unsere Ratgeber enthalten viele fachliche Informationen rund um das KFZ, die wir sorgfältig zusammengetragen haben. Diese Artikel können allerdings die Fachkenntnis eines Spezialisten nicht ersetzen. Autoteile-Markt haftet daher nicht für Schäden und Verletzungen, die durch unsachgemäß ausgeführte Reparaturen entstehen. Wir empfehlen grundsätzlich, Arbeiten am KFZ nur von einem Fachmann ausführen zu lassen.

Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken