titelbild-kühler-wasserkühler-motor-auto-selbst-wechseln Kühler wechseln – Funktion, Diagnose und Wissenswertes
©Foto: smuayc/depositphotos.com

Der Motor Ihres Autos bringt große Kräfte auf, dabei entsteht eine Menge Wärme. Diese muss aus Bauteilen abgeleitet werden, um Schäden zu verhindern. Das ist die Aufgabe des Kühlers. Wenn der Wasserkühler Ihres Autos Schaden nimmt, führt das zum Wärmestau. Wir erklären in unserem Ratgeber, welche Aufgabe der Kühler hat und wie Sie einen kaputten Wasserkühler erkennen und bei einem Defekt tauschen.

Aufbau und Funktion des Kühlers beim Auto

Im Motor des Autos entstehen bei der explosionsarten Verbrennung sehr hohe Temperaturen. Diese Hitze muss über das Kühlwasser abgeleitet werden, um Schäden zu verhindern. Das Kühlwasser wiederum darf auch nicht zu heiß werden. Dazu fließt es in einem Kreislauf durch den Kühler, auch Wasserkühler, Kühlwasserkühler oder Motorkühler genannt. Das Kühlmittel, destilliertes Wasser, Frostschutz und weitere Zusätze, wird durch die Wasserpumpe transportiert und zirkuliert in Motor und Kühler.

Der Motorkühler besteht aus sehr vielen sehr feinen Leitungen und Kühlrippen, die eine große Angriffsfläche für die Luft bieten. Er ist in der Front des Autos hinter dem Kühlergrill verbaut, damit er möglichst viel vom Fahrtwind abbekommt. Das Kühlmittel fließt durch die vielen kleinen Leitungen des Kühlers. Der Fahrtwind bläst einen Teil der Hitze hinfort und das heruntergekühlte Kühlmittel wird zum Motor zurückgeführt. Ist die Temperatur trotz des Fahrtwinds zu hoch, schaltet das Auto einen oder mehrere Kühlerlüfter zu, auch Motorlüfter genannt. Diese drücken zusätzliche Luft in den Kühlwasserkühler und senken die Temperatur.

bild2-Varianten-Motorkühler Kühler wechseln – Funktion, Diagnose und Wissenswertes
Wasserkühler
Preiswert ab 13,27€

Kleiner und großer Kühlwasserkreislauf

Ihr Auto verfügt über zwei Kreisläufe. Der kleine Kühlwasserkreislauf führt nur durch den Motor und ist beim Kaltstart aktiv. Dadurch wärmt sich das Auto schneller auf und erreicht früher die optimale Betriebstemperatur. Das reduziert den Verschleiß, Kraftstoffverbrauch und die Abgasentwicklung des Motors, besonders im Winter bei Frost.

Sobald die gewünschte Motortemperatur erreicht ist, sorgt ein Thermostat für das Wechseln in den großen Kühlwasserkreislauf, damit das Auto nicht überhitzt. Hier fließt das Kühlwasser nicht nur durch den Motor, sondern auch durch den Kühlwasserkühler in der Front des Autos. Der Kühler nutzt den Fahrtwind für die Wärmeabfuhr an die Umgebung.

Diagnose eines defekten Kühlers

Der Motorkühler besteht aus vielen kleinen Leitungen, in denen Kühlwasser fließt. Es gibt viele Stellen, an denen kleinste Risse und Beschädigungen durch Rost und Temperaturunterschiede auftreten können. Offensichtliche Schäden findet der TÜV bei der Hauptuntersuchung auf einen Blick, viele Schäden sind jedoch so klein, dass sie für das Auge unsichtbar sind.

Nehmen Sie daher die folgenden Symptome ernst! Reagieren Sie umgehend, sonst kann es auch bei Frost zu gravierenden Folgeschäden durch Überhitzung kommen. Untersuchen Sie den Motorkühler so schnell wie möglich und wechseln Sie ihn bei Bedarf!

Häufige Symptome

bild4-hohe-wassertemperatur-motorkühlung-auto Kühler wechseln – Funktion, Diagnose und Wissenswertes
Hohe Kühlwassertemperatur
©Foto: pixpack/depositphotos.com

Das offensichtlichste Symptom eines kaputten Kühlers ist eine zu hohe Motortemperatur. Diese kommt entweder durch den Verlust von Kühlflüssigkeit oder durch Fremdkörper, die die Luftzufuhr zum Kühler behindern. In beiden Fällen sollten Sie schnell handeln und das verschlissene Teil an Ihrem KFZ wechseln.

Ein schleichender Verlust von Kühlflüssigkeit kann durch einen kaputten Kühler verursacht werden. Dies tritt zum Beispiel ein, wenn kleinste Risse im Motorkühler Flüssigkeit durchlassen. Durch die geringe Menge finden Sie aber keine Flecken, sondern die Flüssigkeit verdampft. Sie sollten bei einer genauen Untersuchung des Kühlers farbige Flecken vom Kühlmittel oder Rostflecken finden.

bild5-kühlwasserverlust-unter-dem-auto-defekter-kühler Kühler wechseln – Funktion, Diagnose und Wissenswertes
Kühlflüssigkeitpfützen unterm Auto
©Foto: AirUbon/depositphotos.com

Flecken unter dem Auto können auf einen undichten Motorkühler mit beträchtlichem Wasserverlust hindeuten. Die Konsistenz des Kühlmittels ist wässrig. Seine Farbe in der Regel sehr kräftig, beispielsweise rot oder grün. Bei offensichtlichem Verlust von Kühlwasser sollten Sie den Kühler schnell reparieren oder tauschen, um Folgeschäden zu verhindern.

Kühler reinigen – Anleitung

In einigen Fällen müssen Sie den Kühler nicht wechseln, sondern eine Reinigung reicht aus. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Fremdkörper ihren Weg zum Kühler gefunden haben. Untersuchen Sie den Kühler einfach von innen und außen. Bauen Sie störende Teile (z. B. Stoßstange, Verkleidungen) ab und reinigen Sie den Kühler mit Luftdruck oder Wasserdruck. Achten Sie aber bei der Verwendung eines Hochdruckreinigers darauf, dass Sie die Kühlrippen nicht verbiegen, sonst ist das Tauschen unumgänglich.

Kühler selber abdichten – Anleitung

Einen Kühler, der undicht ist und nur sehr langsam Kühlwasser verliert, können Sie mithilfe eines Kühlerdichtmittels selber abdichten, anstatt ihn zu wechseln. Bei Kühlerdichter handelt es sich normalerweise um eine Dose mit etwas 150 ml Inhalt. Geben Sie diese in den Kühlwasserbehälter und lassen Sie das Auto eine Weile laufen.

Wichtig: Das Thermostat muss den großen Kühlkreislauf aktivieren, damit das Dichtmittel tatsächlich durch den Motorkühler fließt.

Lassen Sie das Auto nun bei eingeschalteter Heizung etwa 10 bis 15 Minuten laufen. Anschließend kontrollieren Sie den Kühlwasserstand und passen diesen bei Bedarf an. Füllen Sie nur destilliertes Wasser und das richtige Kühlmittel auf. Verwenden Sie nie Leitungswasser, da das zur Ablagerung von Rost und Kalk führt. Beachten Sie beim Auffüllen das Verhältnis zwischen destilliertem Wasser und Frostschutz. Diese Art der Abdichtung ersetzt das Wechseln des Kühlers nicht dauerhaft, sondern bietet sich eher als Übergangslösung an.

Kühlmittel jetzt für dein Auto günstig online kaufen

Wasserkühler selber wechseln – Schritt für Schritt Anleitung

Der Aufbau des Kühlers ist recht komplex. Eine Reparatur lohnt sich daher nur in seltenen Fällen. In der Regel wird ein Austausch gegen ein Neuteil vorgenommen. Wasserkühler werden selten als Gebrauchtteile gehandelt, da das Ausbauen und Wechseln nur bei einem Defekt erfolgt.

Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber schrittweise, wie Sie beim Wechseln des Kühlers vorgehen. Dazu benötigen Sie nur ein paar Werkzeuge und Hiflsmittel:

  • Kühler und Dichtungen
  • Satz Steckschlüssel
  • verschiedene Zangen
  • Behälter zum Auffangen der Kühlflüssigkeit
  • Kühlerflüssigkeit

1. Vorbereitung

Stellen Sie das Auto an einem geeigneten Ort ab, um den Kühlwasserkühler zu tauschen. Lassen Sie den Motor vor dem Wechseln ein wenig abkühlen. Auf Betriebstemperatur kann ein hoher Druck im Kühlsystem entstehen. Öffnen Sie vorsichtig den Deckel des Ausgleichsbehälters.

bild55-lüfter-ausbauen-stecker-lösen Kühler wechseln – Funktion, Diagnose und Wissenswertes
©Foto: aigarsr/depositphotos.com

2. Stoßstange und Kabel demontieren

Zum Wechseln des Kühlwasserkühlers müssen Sie die Lüfter auf der Innenseite abbauen. Lösen Sie dazu als erstes alle Leitungen, die zu den Lüftern oder dem Kühler selber verlaufen. Dies sind die Kabel der Lüfter, der Temperatursensor und eventuell weitere Kabel. Lassen Sie jedoch den dicken Kühlwasserschlauch oben und unten angeschlossen.

Der Kühler ist meist von der Front aus verschraubt, daher müssen Sie zum Tauschen die Stoßstange demontieren. Lösen Sie dazu alle nötigen Schrauben im Radhaus, unter Abdeckungen und im Motorraum. Verfügt Ihr Auto über eine Scheinwerferreinigungsanlage, dann beachten Sie die dementsprechenden Sicherheitshinweise bei der Demontage der Stoßstange.

3. Lüfter und Verkleidung ausbauen

Demontieren Sie nun zum Tauschen des Kühlers die Kühlerlüfter. Diese sind meist mit drei Schrauben an der Innenseite befestigt. Entfernen Sie die Lüfter und die zugehörige Verkleidung. Je nachdem, wo mehr Platz ist, können Sie die Teile nach oben oder unten herausziehen. Sie sollten nun einen freien Blick auf den Kühlwasserkühler haben, den Sie tauschen möchten. Eventuelle beschädigte Stellen sollten Sie nun durch Rost oder gerissenes Aluminium sehen.

bild6-kühlwasserschlauch-lösen-und-frostschutzwasser-leeren Kühler wechseln – Funktion, Diagnose und Wissenswertes
Schläuche vom Kühler lösen
©Foto: smuayc/depositphotos.com

4. Schläuche lösen und entleeren

Der nächste Schritt zum Kühler wechseln ist das Entleeren. Der Kühler ist gefüllt mit Kühlmittel, einem Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Sehen Sie sich die untere Hälfte des Kühlers an. Häufig ist hier eine Schraube zu finden, die als Ablassschraube dient. Falls nicht, lösen Sie einfach den unteren Kühlwasserschlauch, der meist mit einer Schelle befestigt ist. Entfernen Sie diese Schelle mit einer Zange.

Stellen Sie einen Behälter unter den Kühler, der mehrere Liter Flüssigkeit fasst. Die Kühlflüssigkeit besteht aus Wasser, Frostschutz und weiteren Zusätzen. Fangen Sie sie auf und beachten Sie Gesetzliches zum Umgang mit Gefahrstoffen.

5. Kühlwasserkühler demontieren

Ist der Wasserkühler leer, können Sie ihn wechseln. Die Befestigungsschrauben finden Sie meist an der Vorderseite des Autos. Die häufigste Variante sind vier Schrauben:

  • zwei Schrauben halten den Kühler fest
  • zwei Schrauben verbinden Kühler und Klimakondensator

Lösen Sie alle vier Schrauben, um den Kühler zu wechseln. Achten Sie darauf, dass der Kühler nicht fällt und andere Teile beschädigt. Bauen Sie den Motorkühler nach oben, nach unten oder nach vorn aus. Je nach Auto bietet sich eine andere Variante an. Sehen Sie einfach nach, wo Sie am meisten Platz haben.

6. Neuen Kühler einbauen

Wechseln Sie den Temperatursensor vom alten auf den neuen Kühler. Tauschen Sie auch die Halterungen und achten Sie auf die Position. Meist unterscheiden sich diese oben und unten. Wechseln Sie auch die Dichtungen der Schläuche gegen neue aus.

Zum Wechseln setzen Sie den neuen Kühler ein, wie Sie den alten entfernt haben. Achten Sie darauf, möglichst wenige Kollisionen mit anderen Teilen zu verursachen. Eine starke Beschädigung kann den neuen Kühler unbrauchbar machen und das Tauschen war umsonst.

Schrauben Sie die Befestigungsschrauben für Kühlwasserkühler und Klimakondensator wieder ein. Anschließend setzen Sie die Schläuche an und befestigen diese mithilfe der Schellen. Bauen Sie nach dem Wechseln die Lüfter und andere Teile in umgekehrter Reihenfolge wieder an.

bild7-auffüllen-kühlmittel-ausgleichsbehälter Kühler wechseln – Funktion, Diagnose und Wissenswertes
Kühlflüssigkeitsbehälter
©Foto: Dmitrii.Ulianenko/depositphotos.com

7. Kühler entlüften

Nach dem Wechseln müssen Sie den Kühlkreislauf Ihres Autos entlüften. Dazu füllen Sie den Ausgleichsbehälter mit einem Gemisch aus Wasser und dem richtigem Kühlmittel bis zur Max-Markierung.

Lassen Sie das Auto warmlaufen, damit das Thermostat den großen Kühlkreislauf öffnet. Der Wasserstand im Behälter sollte nun sinken, da der Kühler mit Flüssigkeit gefüllt wird. Sinkt der Stand unter die Min-Markierung im Wasserkasten, dann füllen Sie wieder Gemisch nach. Halten Sie den Wasserstand zwischen Min und Max. Der Bahälter darf sich nicht komplett leeren, sonst gelangt neue Luft ins System. Setzen Sie den Vorgang fort, bis der Flüssigkeitsstand im Behälter stabil bleibt. Alles in Ordnung? Dann ist das Wechseln des Kühlers erfolgreich abgeschlossen!

Wasserkühler selber wechseln

Mithilfe unseres Ratgebers können Sie den Kühler bei Ihrem Auto selber wechseln. In diesem Fall benötigen Sie nur den neuen Kühler. Dieser verursacht Kosten zwischen 50 und 150 €. Nach dem Tauschen müssen Sie noch Kühlmittel zum Schutz vor Frost auffüllen. Die Arbeitszeit variiert je nach Auto zwischen zwei und fünf Stunden.

Wasserkühler in der Werkstatt wechseln lassen

Trauen Sie sich das Wechseln des Kühlers mit unserer Einbauanleitung nicht zu? Dann können Sie ihn selbstverständlich auch in einer Werkstatt erneuern lassen. Hier müssen Sie zusätzlich zu den Materialkosten mit bis zu vier Stunden Arbeitszeit rechnen. Dadurch ergeben sich Gesamtkosten zwischen 250 und 600 €.

Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken