Titelbild-LED-Scheinwerfer-nachruesten LED-Scheinwerfer nachrüsten – Gesetzliches, Wissenswertes und Ratgeber
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Viele neue Autos werden heute nur noch mit LED Leuchten ausgeliefert. Deren Vorteile überwiegen und sie ermöglichen komplett neue Leuchtkonzepte. Sie fahren ein älteres Auto und möchten LED-Scheinwerfer selber nachrüsten? Das ist mit Umbau-Kits bei vielen Modellen möglich. Wir verraten in diesem Ratgeber gesetzliches zu LED Leuchten, erklären die Funktion und Vorteile und geben Einbauhinweise bei der Nachrüstung.

Funktion der Beleuchtung beim Auto

Die Beleuchtung hat im Wesentlichen zwei Aufgaben:

  • bei Dunkelheit eine gute Sicht ermöglichen
  • dafür sorgen, dass Sie von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden

Die Sicht und Sichtbarkeit bei Tag und Nacht ist wichtig, daher ist die Beleuchtung am Auto auch sicherheitsrelevant. Abblendlicht, Fernlicht, Blinker und automatische Assistenten machen die Fahrt immer angenehmer und sicherer. Eine gute Beleuchtung soll möglichst hell sein, energiesparend, langlebig und blendfrei für andere Verkehrsteilnehmer.

Die Beleuchtung unterliegt einigen Regeln und Vorschriften. Nicht genehmigte Veränderungen führen zum Verlust der Betriebserlaubnis. Anforderungen gibt es zum Beispiel bei der Farbe, der Helligkeit und der Position der Leuchten und Scheinwerfer. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kaufen von Beleuchtung am Auto achten müssen.

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Welche Vorschriften gelten bei der Beleuchtung für das Auto?

Pflicht vorne am Auto sind mindestens:

Freiwillig vorne können genutzt werden:

  • Nebelscheinwerfer
  • Tagfahrlicht (bei älteren Fahrzeugen keine Pflicht zum Nachrüsten)
  • Nebellicht

An der Seite verpflichtend werden genutzt:

An der Seite freiwillig können verbaut werden:

Zur Pflicht hinten zählen die Komponenten:

Freiwillig hinten können verbaut werden:

  • zusätzliche Rückstrahler

Welche Vorteile haben LED, Halogen- und Xenon-Scheinwerfer?

Halogen, Xenon, und LED-Scheinwerfer sind die drei meistgenutzten Typen. Sie haben sich über die Zeit entwickelt und jedes System hat seine Vorteile und Nachteile. Das Erneuern ist meist sinnvoll, aber nicht immer einfach. Genaue Vorgaben für den Lichtstrom gibt es nicht, daher haben die unterschiedlichen Hersteller stark verschiedene Werte. H1-Glühlampen beispielsweise liegen bei maximal 110 Lumen, eine H8-Birne hingegen bei etwa 800 Lumen.

Halogenlampen sind der Nachfolger der Glühbirne und stellten lang den Standard im Straßenverkehr dar. Die Vorteile von Halogenlampen sind ein sehr geringer Preis. Leuchte und Glühlampe selbst lassen sich günstig herstellen, die Eigenschaften insgesamt sind mittelmäßig. Sie geben ausreichend viel Licht und die Blendwirkung ist mäßig. Halogenlampen erzeugen viel Wärme, die blinde Scheinwerfer taut und trocknet, dafür aber auch viel Strom verbraucht. Die verschiedenen Fassungen werden mit H bezeichnet, also beispielsweise H1-, H8 oder H3-Fassung.

Xenon-Leuchten sind Gasentladungslampen und erreichen ihre Eigenschaften durch Xenon, ein seltenes Edelgas. Die kalte bläuliche Lichtfarbe sorgt für eine hellere Ausleuchtung und hält den Fahrer wacher. Trotz höherer Helligkeit braucht sie etwas weniger Strom. Der Nachteil ist, dass andere Teilnehmer im Verkehr einem stärkeren Blendeffekt unterliegen. Xenon-Scheinwerfer müssen daher immer richtig eingestellt sein, da sie sonst den Gegenverkehr gefährlich blenden. Außerdem ist bei Xenon-Scheinwerfern im Auto eine Scheinwerferreinigungsanlage vorgeschrieben.

LED-Scheinwerfer stellen die neueste Technologie im Auto dar. Sie haben die höchste Lichtstärke, erzeugen kaum Wärme, haben sehr wenig Stromverbrauch und erbringen die mit Abstand höhere Lebensdauer. Die geringe Abwärme macht LEDs außerdem flexibel in der Form. Die hohe Effizienz und der geringe Verschleiß machen sie zum nahezu perfekten Leuchtmittel über tausende Betriebsstunden. Nachteile sind lediglich die höheren Anschaffungskosten und die Tatsache, dass sich nicht alle alten Autos ohne Aufwand auf LED-Scheinwerfer umbauen lassen.

Wie funktioniert ein LED-Scheinwerfer beim Auto?

Der Begriff LED steht für „Light Emitting Diode“, in Deutsch auch als „Lichtemitter-Diode“ oder „Lumineszenz-Diode“ bezeichnet. Umgangssprachlich hat sich der Begriff Leuchtdiode durchgesetzt. Der große Unterschied der anderen Leuchtmittel gegenüber der Lichtemitter-Diode ist: die Diode glüht nicht. LED-Scheinwerfer ermöglichen eine optimale Lichtausbeute und Lichtverteilung. Durch die Verschaltung vieler einzelner LED-Leuchtmittel in einem Scheinwerfer werden die modernen Lichtsteuerungen ermöglicht.

Es handelt sich um einen Halbleiter, ein Material mit besonderen elektrischen Eigenschaften, welches bei Stromfluss leuchtet. Durch diesen Unterschied im Aufbau braucht der LED-Scheinwerfer einen gleichgerichteten Pulsstrom. Dieser Strom wird in der Regel durch eine Elektronik im Scheinwerfer erzeugt.

Dadurch ergibt sich ein Problem: Einige Personen nehmen den sogenannten Perlschnureffekt wahr, das Flackern der Leuchte bei hohen Frequenzen. Die Hersteller arbeiten allerdings auf elektronischem Weg daran, diese Symptome des Effekts zu reduzieren oder zu beseitigen. Bei neuen Leuchten tritt dieser Effekt fast nicht mehr auf.

Welche Arten von LED-Scheinwerfern gibt es?

Normale LED-Scheinwerfer ersetzen einfach die älteren Halogen- oder Xenonscheinwerfer. Sie beleuchten die Straße hell, zuverlässig und langlebig. Gegenüber Xenon punkten sie mit einem geringeren Stromverbrauch und die Scheinwerferreinigungsanlage ist hier auch nicht vorgeschrieben.

Eine Verbesserung sind Matrix-LED Scheinwerfer, die aus vielen einzelnen LEDs bestehen. Hier fängt eine Kamera die Daten der Umgebung ein und leitet diese an einen Computer. Dieser steuert den Lichtkegel und blendet beispielsweise gezielt den Gegenverkehr und andere Verkehrsteilnehmer aus. Das reduziert Blendungen und erhöht die Sicherheit aller Teilnehmer im Straßenverkehr.

Manche Hersteller haben auch eigene Systeme, die aber meist auf dem oben beschriebenen Prinzip Matrix-LED beruhen. Mercedes zum Beispiel nennt sein System Multibeam-LED. Der Effekt ist allerdings der gleiche: Sie können nachts auf der Landstraße trotz Gegenverkehr und vorausfahrendem Fahrzeug mit Fernlicht fahren. Das Auto blendet die Fahrzeuge aus und beleuchtet die Umgebung.

Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich mein Auto auf LED-Scheinwerfer umrüsten will?

Die erste und einfache Variante der Umrüstung auf LED-Scheinwerfer ist ein komplettes Umrüst-Kit. Hier kaufen Sie einen kompletten Scheinwerfer inklusive aller Komponenten und tauschen das komplette Teil aus. Sie müssen dazu lediglich die Befestigung und den Stecker lösen.

Die zweite Möglichkeit ist ein Retrofit LED-Scheinwerfer. Hier tauschen Sie nur das alte Leuchtmittel gegen LED-Birnen aus, der Scheinwerfer selbst bleibt im Auto. Das Problem ist die oftmals falsche Stromversorgung im Auto. In diesem Fall sind wahrscheinlich Adapter, Transformatoren oder andere Teile nötig, um die LED-Leuchtmittel im alten Scheinwerfer zu betreiben.

Worauf muss ich achten, wenn ich auf LED-Scheinwerfer umrüsten will?

Das Nachrüsten von LED-Scheinwerfern ist erlaubt, sofern die neuen Scheinwerfer in Deutschland beziehungsweise der EU zugelassen sind. Die Beleuchtung am Auto ist gesetzlich streng geregelt und unterliegt Strafen bei Verstößen. Es gibt allerdings Möglichkeiten für Verbraucher, wie sie die Zulassung erkennen, bevor sie den Austausch von Leuchten gegen LEDs vornehmen.

Generell gilt: LED-Scheinwerfer müssen im Straßenverkehr weißes Licht abstrahlen. Farbige Lichtbänder sind verboten. Die LED-Scheinwerfer müssen über ein europäisches Prüfzeichen (ECE oder E-Prüfzeichen) beziehungsweise über die deutsche Zulassung (allgemeine Betriebserlaubnis – ABE) verfügen. In diesem Fall ist keine weitere Prüfung nötig und die Scheinwerfer sind im Straßenverkehr zulässig. Sogar Sonderformen wie die sogenannten Angel-Eyes und Devil-Eyes sind erlaubt, sofern sie das Prüfzeichen tragen.

Alternativ können Sie die LED-Scheinwerfer nach dem Einbau von einer Prüfstelle (Dekra, Tüv) in einer Einzelabnahme eintragen lassen. Hier prüft der Fachmann die Einhaltung aller Bestimmungen. Die Kosten für die Prüfung müssen Sie tragen. Das Fahren mit nicht zugelassenen Teilen führt im schlimmsten Fall zum Wegfall der Betriebserlaubnis. Spätestens zur nächsten Hauptuntersuchung müssen alle Teile entweder über eine Zulassung verfügen oder eingetragen sein. Andernfalls erhält das Auto keine Plakette.

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LED-Scheinwerfer selber umrüsten – Kurzanleitung

Sie möchten Ihre Scheinwerfer nach einem Defekt oder zwecks Modernisierung gegen LEDs tauschen? Dann folgen Sie unserem Schritt für Schritt DIY Ratgeber für komplette Umrüst-Kits. Diese müssen baugleich und speziell für Ihr KFZ geeignet sein.

Beachten Sie, dass nicht für alle Autos Umrüst-Kits existieren. Das Nachrüsten der bloßen Leuchtmittel ist möglich, aber sehr unterschiedlich. Dazu ist diese Anleitung nicht geeignet. Beachten Sie dabei immer die Anleitung vom Hersteller und holen Sie sich bei Unsicherheiten fachliche Hilfe!

Zum Umrüsten auf LED-Scheinwerfer benötigen eine Werkstatt mit folgenden Werkzeugen:

  • Satz Steckschlüssel
  • Satz Ringschlüssel
  • Schraubendreher

1. Vorbereitung

Zum Nachrüsten der LED-Scheinwerfer müssen Sie zuerst die Befestigungen finden. Üblicherweise sind die Leuchten an mehreren Stellen verschraubt. Öffnen Sie die Motorhaube und suchen Sie die Befestigungspunkte.

Die Schrauben können im Motorraum, unter dem Kühlergrill und unter der Stoßstange verbaut sein. Sie müssen alle Befestigungen finden und diese freilegen. Möglicherweise müssen Sie dazu verschiedene Abdeckungen, einzelne Teile im Motorraum, den Kühlergrill und die Stoßstange demontieren.

2. Leitungen und Befestigung lösen

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Lösen Sie alle Schrauben, welche den Scheinwerfer festhalten. Merken Sie sich die Position gut und heben Sie alle Kleinteile auf. Spätestens mit der letzten Schraube sollte sich die Leuchte auch leicht bewegen lassen.

Trennen Sie nun die elektrische Verbindung. Dazu müssen Sie einfach nur den Stecker abziehen. Oftmals ist dieser mechanische verriegelt, damit er sich nicht während der Fahrt löst.

3. Scheinwerfer tauschen

Nun können Sie den Scheinwerfer am Auto tauschen. Bauen Sie das alte Teil vorsichtig aus. Bei den meisten Autos lässt er sich in eine Richtung problemlos herauslösen. Ersetzen Sie das Altteil nun gegen den neuen LED-Scheinwerfer. Wenn Sie eine zum Auto passende Leuchte gekauft haben, sollte das Umbauen 1:1 funktionieren und der neue LED-Scheinwerfer passt exakt. Auch die Vorrichtung zur Befestigung ist identisch.

4. Befestigung und Anschluss

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Wenn der neue LED-Scheinwerfer sitzt, können Sie diesen befestigen und anschließen. Setzen Sie dazu die Schrauben wieder ein und ziehen Sie jede einzelne fest. Stellen Sie auch die elektrische Verbindung wieder her. Auch dieser Stecker sollte 1:1 passen.

Nun können Sie die restlichen Abdeckungen, die Stoßstange, den Kühlergrill und sonstige Teil wieder anbauen. Befestigen Sie alle Teile wieder, die Sie zum Nachrüsten demontieren mussten.

5. Test und Einstellung

Nach dem Umbauen der LED-Scheinwerfer sollten Sie diese testen. Schalten Sie dazu die Zündung auf Stufe zwei ein und aktivieren Sie das Abblendlicht. Das Auto sollte nun den Bereich vor der Motorhaube optimal ausleuchten. Kontrollieren Sie auch die Umschaltung auf Fernlicht.

Steigen Sie aus und kontrollieren Sie, ob beide LED-Scheinwerfer wie vorgesehen leuchten. Eventuell ist noch eine Kontrolle und Einrichtung der Leuchtweite nötig, damit die neuen LEDs keine anderen Verkehrsteilnehmer blenden.

LED-Scheinwerfer beim Auto selber umbauen – Kosten und Aufwand

Unser Ratgeber verrät rechtliches zum Thema Scheinwerfer und mit unserer Einbauanleitung können Sie die LED-Scheinwerfer selber nachrüsten. Tauschen Sie beispielsweise defekte Lampen gegen moderne LEDs aus. Die Kosten für ein Nachrüst-Kit zum einfachen Tauschen schwanken stark. Sie zwischen 200 und 1500 €. Einfache LED-Scheinwerfer sind dabei günstiger als beispielsweise Matrix-LEDs. Der Arbeitsaufwand liegt zwischen einer und vier Stunden, je nach Auto.

Die Nachrüstung einfacher LED Leuchtmittel anstelle der alten Halogenleuchtmittel ist günstiger. Hier sind aber möglicherweise noch andere Teile nötig und der Arbeitsaufwand kann viel höher sein. Es lassen sich weder Preisspanne noch Zeitaufwand allgemein festsetzen, sondern beide hängen vom Einzelfall ab.

Haftungsausschluss

Unsere Ratgeber enthalten viele fachliche Informationen rund um das KFZ, die wir sorgfältig zusammengetragen haben. Diese Artikel können allerdings die Fachkenntnis eines Spezialisten nicht ersetzen. Autoteile-Markt haftet daher nicht für Schäden und Verletzungen, die durch unsachgemäß ausgeführte Reparaturen entstehen. Wir empfehlen grundsätzlich, Arbeiten am KFZ nur von einem Fachmann ausführen zu lassen.

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