titelbild-rueckleuchte-auto Rückleuchte Ratgeber – Aufbau und Anleitung zum Rücklicht selber tauschen
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Die Beleuchtung des Autos ist sicherheitsrelevant und muss immer funktionieren. Ein kaputtes Rücklicht stellt daher nicht nur eine Gefahr, sondern auch ein rechtliches Problem dar. Das Tauschen können Sie allerdings bei den meisten Autos selber erledigen. Dieser Ratgeber enthält Wissenswertes zur Rückleuchte, Hinweise beim Kauf und eine Anleitung zum Rücklicht selber wechseln.

Funktion und Aufbau des Rücklichts

Das Rücklicht des Autos ist Teil der sicherheitsrelevanten Beleuchtungsanlage. Es wird mit dem Abblendlicht aktiviert und dient dazu, dass das Fahrzeug von hinten für andere Verkehrsteilnehmer erkennbar ist. Dazu besitzt es eine rote Farbe, die es deutlich von den Frontscheinwerfern, dem Blinklicht und anderen Beleuchtungen an Fahrzeugen abhebt.

Die Heckleuchte besteht aus mehreren Teilen. Das Gehäuse aus Kunststoff ist für die rote Signalfarbe verantwortlich und schützt die Leuchtmittel vor Schäden. Außerdem besitzt es eine Möglichkeit zur Befestigung im Auto. Im Inneren des Gehäuses befindet sich die Fassung mit einem Leuchtmittel. Früher kamen hier Glühlampen zum Einsatz, die bei neueren Autos aufgrund der Haltbarkeit und des Energieverbrauchs von der LED abgelöst wurden. Manchmal sind auch das Bremslicht und die Nebelschlussleuchte mit im Gehäuse integriert.

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Ist die Rückleuchte ein Verschleißteil?

Die Heckleuchte beim Auto unterliegt nur einem sehr schwachen Verschleiß. Sie hält oft ein Autoleben lang, lediglich die Leuchtmittel müssen Sie von Zeit zu Zeit tauschen. Es kann allerdings passieren, dass die Rückleuchte durch grobe Kratzer oder Schäden unbrauchbar wird. Die Diagnose per Sichtprüfung verrät, ob derartige Symptome vorliegen. In diesem Fall müssen Sie die komplette Leuchte wechseln.

Fahren Sie das Auto häufig auf Strecken mit vielen Fremdkörpern (z. B. Steine, Split, Kies, Staub), führt das langfristig zu feinen Kratzern an der Rückleuchte. Zu viele Kratzer oder Schleifspuren führen dazu, dass die Leuchte blind wird. Eine derart trübe Rückleuchte sollten Sie bald tauschen.

Die Rückleuchte kann auch durch einen Unfall Schaden nehmen. Auch ein Steinschlag bei hoher Geschwindigkeit kann mittels Hecktreffer für einen Riss im Gehäuse sorgen. Eine mechanisch defekte Heckleuchte gefährdet die Sicherheit und ist umgehend zu wechseln.

Worauf muss ich beim Kaufen des Rücklichts achten?

Beim Kauf einer Rückleuchte müssen Sie zwei Dinge beachten:

  • Bauform
  • Zulassung

Die Bauform ist wichtig, denn nur eine Leuchte, die für das Auto geeignet ist, passt auch richtig. Im Gegensatz zu Leuchtmitteln werden die Scheinwerfer und Leuchten für jedes Auto speziell entworfen. Aus diesem Grund passen Heckleuchten immer nur zu wenigen oder sogar nur einzelnen Modellen.

Neben der Bauform ist noch das Gesetzliche wichtig: Die Leuchte muss für den Betrieb in Deutschland zugelassen sein. Das erkennen Sie am einfachsten an einem E-Prüfzeichen auf dem Gehäuse oder im Shop an der Nummer des Prüfzeichens. Auch eine ABE (allgemeine Betriebserlaubnis) bescheinigt, dass diese Leuchte im Straßenverkehr genutzt werden darf.

Was passiert, wenn ich mit kaputter oder nicht zugelassener Heckleuchte fahre?

Der Fahrer des Autos muss für den ordnungsgemäßen Zustand sorgen. Egal ob verschlissene Leuchte oder illegales Tuning: Der Effekt ist gleich. Durch das Fahren mit illegaler Beleuchtungsanlage erlischt die Betriebserlaubnis des Autos und damit die KFZ Zulassung. Das führt im Straßenverkehr zu Bußgeldern und bei einem Unfall zu Problemen mit der Versicherung.

Zu den gesetzlichen Problemen kommt die Hauptuntersuchung. Der TÜV nimmt kein Auto mit illegalen Veränderungen ab. Sie werden also mit diesem KFZ keine HU bestehen. Zuerst müssen Sie die illegale Leuchte gegen eine zugelassene Heckleuchte tauschen.

Ratgeber – Rücklicht verkratzt oder Leuchtmittel defekt

Das Rücklicht leuchtet nicht mehr oder hat eine kleine matte Stelle? In diesen Fällen muss es vielleicht nicht gewechselt werden, sondern lässt sich reparieren. Möglicherweise müssen Sie nur das Leuchtmittel tauschen oder die Oberfläche polieren.

Leuchtmittel tauschen

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Unsere Anleitung weiter unten erklärt das Wechseln der kompletten Heckleuchte. Folgen Sie der Anleitung bis Schritt drei, dann ist die Leuchte demontiert. An dieser Stelle erreichen Sie auch den Lampenträger und die Leuchtmittel, um diese zu tauschen.

Achtung: Kaufen Sie die richtigen Leuchtmittel für Ihre Lampe! Das Umrüsten von Glühbirnen auf LED ist zwar möglich, hier muss jedoch im Regelfall die komplette Leuchte getauscht werden!

Trübe Rückleuchten selber polieren

Kleine Kratzer und matte Stellen lassen sich herauspolieren, sofern die Leuchten des Autos keine Risse aufweisen. Sie können dafür unseren separaten Ratgeber zum Scheinwerfer polieren befolgen. Er erklärt zwar am Beispiel der Frontscheinwerfer, Sie können ihn aber auch anwenden, um einen Defekt an der Heckleuchte zu entfernen.

Zum Scheinwerfer polieren benötigen Sie folgende Hilfsmittel:

  • Wasser
  • Autoshampoo oder anderes Reinigungsmittel
  • Schleifpapier, verschiedene – Körnung mindestens 1500
  • Klebeband und Abdeckmaterial
  • Optional: Schleifmaschine und Schleifpaste

Rückleuchte selber wechseln – Schritt für Schritt Anleitung

Sie haben eine gerissene Rückleuchte am Auto und möchten diese tauschen? Mit unserer Einbauanleitung nehmen Sie den Austausch in kurzer Zeit selber vor und sparen Werkstattkosten. Sie benötigen dafür keine Spezialkenntnisse und die Leuchte können Sie bequem online kaufen. Im Gegensatz zum Leuchtmittel werden die Leuchten auch nicht immer paarweise ersetzt.

Zum selber Wechseln der Heckleuchte benötigen Sie nur wenige Werkzeuge und Hilfsmittel:

  • Schraubendreher
  • evtl. Taschenlampe
  • Kontaktspray
  • Je nach Auto: Satz Steckschlüssel und/oder Gabelschlüssel

1. Vorbereitung

Stellen Sie das Auto an einem Ort mit guter Beleuchtung ab. Schalten Sie die Zündung aus und ziehen Sie am besten den Zündschlüssel aus dem Schloss. Zum Ausbauen der Leuchte müssen Sie die elektrische Verbindung trennen. Es sollte daher alles abgeschaltet sein.

Sie arbeiten an der elektrischen Anlage des Autos. Es ist nicht unbedingt nötig, aber Sie gehen auf Nummer sicher, wenn Sie vor dem Tauschen der Leuchte die Batterie abklemmen. Dazu lösen Sie erst den Minuspol von der Batterie und dann den Pluspol. Anschließend isolieren Sie beide Pole, beispielsweise durch Abkleben.

2. Heckleuchte freilegen

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Das Wechseln der Rückleuchte geschieht über den Kofferraum. Öffnen Sie die Heckklappe und legen Sie die Hutablage zur Seite. Räumen Sie den Kofferraum frei, damit Sie sich ungestört bewegen können.

Die Heckleuchte erreichen Sie bei den meisten Autos über die Seitenwandverkleidung. Dies ist in der Regel ein Teil der Stoffverkleidung im Kofferraum. Suchen Sie nach einem oder mehreren Clips, mit denen sich die Verkleidung lösen lässt.

Bei einigen Autos hat das Rücklicht noch eine separate Abdeckung. In diesem Fall entfernen Sie auch diese. Sie sollten nun den Stecker sehen können, der das Rücklicht mit elektrischer Spannung versorgt.

3. Leitungen lösen und Rückleuchte demontieren

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Trennen Sie nun die elektrische Verbindung der Leuchte. Dazu ziehen Sie den Stecker ab. Achten Sie darauf, dass der Stecker über eine mechanische Sicherung verfügt, damit er sich nicht von allein löst.

Nun können Sie die Rückleuchte selbst lösen. Bei manchen Autos sehen Sie die Schraube oder Schrauben zur Befestigung der Heckleuchte direkt an der Seitenwand des Kofferraums. Meist ist sie mit einer oder zwei Schrauben beziehungsweise Muttern innen unter der Seitenverkleidung befestigt. Entfernen Sie diese Schrauben oder Muttern, dann sollte sich die Leuchte ohne Widerstand herausnehmen lassen.

Bei einigen Autos erreichen Sie die Befestigung der Rückleuchte nicht über den Kofferraum. In diesem Fall ist sie mit Schrauben in der Wasserrinne seitlich des Kofferraums befestigt. Lösen Sie diese Schrauben, dann sollte sich die Leuchte mit wenig Kraft demontieren lassen.

4. Neue Leuchte vorbereiten

Nach dem Ausbauen vergleichen Sie nun die alte und neue Heckleuchte des Autos. In den meisten Fällen müssen Sie nun fehlende Teile umbauen. Je nach Auto betrifft das die Lampenträger, die Leuchtmittel und eventuell weitere Kleinteile. Ist alles vorhanden und vollständig, können Sie diesen Schritt überspringen.

Der Lampenträger ist meist festgeclipst. Sie sollten die Befestigungspunkte deutlich sehen. Lösen Sie die Clips mit den Fingern und nehmen Sie den Lampenträger heraus.

Müssen Sie die Leuchtmittel umbauen, dann lösen sie diese aus dem Lampenträger. Sie dürfen diese nicht mit blanken Fingern anfassen! Üblicherweise kommt bei den Leuchtmitteln ein Bajonettverschluss zum Einsatz. Dabei drücken Sie die Leuchtmittel nach unten in den Träger und drehen Sie dann etwa um eine Viertelumdrehung. Anschließend lassen sie sich nach oben herausnehmen.

Je nach Bauart kann es auch mehrere Leuchtmittel im Gehäuse geben, zum Beispiel für Bremslicht und Nebelschlussleuchte. In diesem Fall tauschen Sie diese Glühbirnen einfach nach dem gleichen Prinzip mit.

5. Heckleuchte einbauen

Wenn die neue Rückleuchte vollständig ist, können Sie diese einsetzen. Passen Sie bei der Positionierung auf, dass viele Leuchten über Führungen oder Bolzen verfügen, die zu einem Gegenstück am Auto passen. Das stabilisiert die Leuchte im eingebauten Zustand. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass die Leuchte exakt in der richtigen Position sitzt, bevor Sie diese wieder festschrauben. Nun setzen Sie die Schrauben oder Muttern wieder an und ziehen diese fest.

Bevor Sie den Stecker wieder anschließen, sprühen Sie die Kontakte sparsam mit einem elektrischen Kontaktspray ein. Das sichert einen sauberen Kontakt und eine langfristige Funktion. Achten Sie darauf, dass sich kein überschüssiges Spray in Stecker oder Buchse befindet, bevor Sie diese wieder zusammenstecken. Die Steckverbindung sollte hörbar einrasten und die mechanische Sicherung muss wieder greifen.

6. Zusammenbau und Test

Sobald die neue Rückleuchte eingebaut und angeschlossen ist, können Sie den Ausgangszustand wiederherstellen. Setzen Sie die Abdeckungen wieder ein und befestigen Sie diese wie vorher.

Abschließend sollten Sie einen Testlauf durchführen. Falls Sie im ersten Schritt die Batterie abgeklemmt haben, müssen Sie diese wieder anklemmen. Bedenken Sie hier die umgekehrte Reihenfolge wie beim Abklemmen: Erst Pluspol, dann Minuspol. Das dient der elektrischen Sicherheit!

Schließen Sie den Heckdeckel, schalten Sie die Zündung auf Stufe zwei an und aktivieren Sie das Abblendlicht. Sehen Sie nach, ob das Rücklicht an der getauschten Lampe leuchtet. Testen Sie außerdem die Funktion von Bremslicht und Nebelschlussleuchte. Falls Sie keinen Helfer haben, der das Bremspedal kurz durchtreten kann, reicht ein schwerer Gegenstand, um das Bremslicht auszulösen. Falls etwas nicht leuchtet, prüfen Sie den Stecker und die Leuchtmittel. Funktionieren alle Lichter, dann war das Wechseln der Rückleuchte erfolgreich.

Rücklicht selber wechseln – Kosten und Aufwand

Mithilfe unseres Ratgebers können Sie die Rückleuchte bei Ihrem Auto selber tauschen. Die neue Leuchte kostet in der Regel zwischen 25 und 60 €. Sie erhalten diese am günstigsten per Bestellung im Internet. Eine gebrauchte Leuchte von zertifizierten Händlern kostet durchschnittlich die Hälfte. Das optionale Kontaktspray kostet nur wenige Euro und ist in vielen Werkstätten bereits vorhanden. Das Wechseln des kaputten Rücklichts nimmt je nach Auto 15 bis 60 Minuten in Anspruch und benötigt keine Spezialkenntnisse.

Heckleuchte in der Werkstatt tauschen lassen

Das Erneuern der Heckleuchte in der Werkstatt geht schnell. Die Fachleute wechseln und überprüfen Ihre Leuchte vorschriftsgemäß. Hier kommt allerdings zum höheren Einkaufspreis des Ersatzteils der Arbeitsaufwand hinzu. Insgesamt müssen Sie inklusive Arbeitszeit mit Kosten von 60 bis 150 € rechnen.

Haftungsausschluss

Unsere Ratgeber enthalten viele fachliche Informationen rund um das KFZ, die wir sorgfältig zusammengetragen haben. Diese Artikel können allerdings die Fachkenntnis eines Spezialisten nicht ersetzen. Autoteile-Markt haftet daher nicht für Schäden und Verletzungen, die durch unsachgemäß ausgeführte Reparaturen entstehen. Wir empfehlen grundsätzlich, Arbeiten am KFZ nur von einem Fachmann ausführen zu lassen.

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