Depositphotos_398961470_S Unfallgefahr durch abgefahrene Reifen – Risiken, Strafen und Tipps
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Die Reifen spielen für die Fahrsicherheit eine entscheidende Rolle. Sind sie abgefahren, steigt nicht nur das Unfallrisiko. Es drohen außerdem Strafen gemäß Bußgeldkatalog – das Fahren mit abgefahrenen Reifen gilt als Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr. Hier finden Sie hilfreiche Tipps zur Bereifung und erfahren mehr über die möglichen Risiken sowie Strafen.

Abgefahrene Reifen sind ein hohes Sicherheitsrisiko

auto-92129_1280-774x1024 Unfallgefahr durch abgefahrene Reifen – Risiken, Strafen und Tipps

Dass Fahrzeugführer bestraft werden, wenn sie mit abgefahrenen Reifen unterwegs sind, kommt nicht von ungefähr. Mangelt es den Reifen an Profil, hat das massive Auswirkung auf das Fahrverhalten der Fahrzeuge. In erster Linie ist die Verlängerung des Bremswegs ausschlaggebend. Wird die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter unterschritten, kann sich der Bremsweg um mehrere Meter verlängern. Diese können im Ernstfall den Unterschied machen. Durch verlängerte Bremswege steigt die Gefahr für brenzliche Situationen und Unfälle. Ein Reifen, der wiederum deutlich mehr Profil als das vom Gesetzgeber verlangte Minimum aufweist, verkürzt den Bremsweg entsprechend.

Darüber hinaus sind abgefahrene Reifen gefährlich, weil die Haftung auf der Straße markant abnimmt. Es fehlt an Grip und das kann beispielsweise in Kurven fatale Folgen haben. Nicht zu vergessen die negativen Aspekte bei Regen oder gar Starkregen. Ein Reifen mit wenig Profil verliert bei Wasser auf der Fahrbahn schnell den Kontakt zum Asphalt, sodass sich die Geschwindigkeit durch gezieltes Bremsen kaum noch reduzieren lässt. Auch das Lenken kann bei mangelndem Profil erschwert werden, wenn die Nässe überhandnimmt.

Die Strafen für mangelnde Profiltiefe

Werden Fahrzeuge mit abgefahrenen Reifen im Straßenverkehr geführt, müssen die Fahrer bei einer Verkehrskontrolle sowohl mit einem Bußgeld als auch einem Punkt im Fahreignungsregister (FAER) rechnen. Die Geldstrafe beträgt mindestens 60 Euro. Kommt es in Verbindung mit der mangelnden Profiltiefe zu einer Gefährdung, wird ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro verlangt.
Unter Bussgeldkatalog.de – Bußgeldrechner lassen sich aktuelle Strafen für diverse Ordnungswidrigkeiten abfragen. Auch zur Mindestprofiltiefe sowie zur falschen Bereifung lassen sich hier die Bußgelder einsehen.

Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Obwohl Strafen erst bei Unterschreiten der gesetzlichen Mindestprofiltiefe drohen, sollte diese nicht ausgereizt werden. Bei Vollbremsungen oder starken Regenfällen wirken sich auch Reifen negativ auf das Fahrverhalten der Fahrzeuge aus, die knapp über dem Minimum liegen und somit noch gesetzeskonform sind. Zum Vergleich: Viele fabrikneue Pneus weisen eine Profiltiefe von bis zu neun Millimeter auf. Für eine sichere Fahrt und ein gutes Fahrgefühl sollten Reifen folgende Profiltiefen nicht unterschreiten:

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Um diese Profilempfehlungen einzuhalten, muss regelmäßig gemessen werden. Wann die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter erreicht wird, lässt sich am sogenannten Tread Wear Indicator erkennen. Gemeint ist

eine integrierte Reifenverschleißanzeige – kleine Stege in den Rillen des Reifenprofils. Bilden diese mit dem Hauptprofil eine Ebene, ist das Mindestprofil erreicht und die Reifen sind zu ersetzen. Eine weitere Möglichkeit zur Messung bieten Profiltiefenmesser, welche im Fachhandel und an Tankstellen erhältlich sind. Laminierte Karten mit Ablesemarken sind ebenso verfügbar wie digitale Alternativen und Kombiprüfer zur Kontrolle von Profil und Luftdruck.

Ohne Ausgaben klappt die Messung folgendermaßen:

  • Nehmen Sie eine 1-Euro-Münze und halten Sie diese gerade in die Profilrillen.
  • Entscheidend ist jetzt der goldene Rand des Geldstücks, der rund drei Millimeter breit ist.
  • Liegt das Profil unterhalb des Goldrands, ist die ratsame Profiltiefe für Sommerreifen bereits unterschritten.
  • Können Sie den goldenen Rand hingegen nicht erkennen, ist das Profil ausreichend.

Alte Reifen besser austauschen

Weil neben dem Profil das Alter der Reifen Einfluss auf den Grip hat, sollten Reifen nicht unbeschränkt lang gefahren werden. Der Gummi wird mit den Jahren zunehmend porös und verliert an Haftung. Sechs Jahre als Höchstalter sind eine gute Orientierung. Spätestens nach zehn Jahren sind neue Reifen fällig, z.B. von mit Reifen bei reifenleader.de.

Reifen, die im Handel als neu verkauft werden, liegen womöglich schon eine ganze Weile im Lager oder Verkaufsraum. Um das Reifenalter abzulesen, werfen Sie einen Blick auf die Reifenflanke. Dort finden Sie die sogenannte DOT-Nummer. Die vier Ziffern hinter „DOT“ informieren über Kalenderwoche und Jahr der Herstellung. Beispiel: „4505“ steht für KW 45 im Jahr 2005.

Bilder Quelle Pixabay (geralt, 995645)

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