Bild-1-1024x682 Vorbereitung ist alles: Das sollten Autofahrer immer dabeihaben

Wer bei Stau, Panne und Co mehr will, als bloß ergeben zu warten, muss sich selbst helfen – mit unserer Notfalltasche. Foto: © Edler von Rabenstein / fotolia.com

Wer glaubt, dass er mit der Autoclubkarte oder der seines Vertragshändlers auf alle Eventualitäten vorbereitet ist, der irrt. Clevere Autofahrer haben zusätzlich eine kleine Notfalltasche parat.

Warnweste, Verbandskasten, Warndreieck – und natürlich die Mitgliedskarte vom Automobilclub. Zusammen mit dem Smartphone sehen das viele Autofahrer als ausreichend, um damit sämtliche Lebenslagen zu überstehen. Doch was, wenn man bei frühlingshaft-kühlen Temperaturen zwei Stunden mit Motorschaden auf den Abschlepper warten muss? Wenn man im Parkhaus von seinem Traumprinzen (oder wahlweise der Prinzessin) um Starthilfe gebeten wird und nur schulterzuckend antworten kann? Es muss nicht der berühmte „Getriebeschaden nachts um halb drei in der Einöde“ sein, der es lohnenswert macht, einige zusätzliche Goodies bereitzuhalten. Welche das sind, lesen Sie auf den folgenden Zeilen. Und, versprochen, das ganze Paket kostet nicht mehr als 60 Euro.

  1. Tragetasche

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Solche kleinen Militär-Tragetaschen sind unglaublich robust. Vor allem sind sie gebraucht so günstig, wie kaum eine Tasche in vergleichbarer Qualität. Foto: © Matthias Nordmeyer / fotolia.com

Alle in diesem Artikel genannten Teile wollen verstaut werden. Dafür bietet sich eine Tasche an, die selbst im kleinsten Kofferraum nicht stört. Natürlich bietet der Fachhandel unzählige Möglichkeiten. Wer jedoch Geld sparen will, kauft sich eine kleine gebrauchte Tragetasche aus dem Militärbereich. Nicht nur ein preislicher Vorteil, sondern auch, weil diese Taschen viel robuster als ihre zivilen Gegenstücke sind.

Grundsätzlich ist aber alles an Taschen geeignet, was an der breitesten Seite mindestens 40cm lang ist und an dem bei einigen Kilo Inhalt nicht die Tragegriffe abreißen. Zu groß sollte die Tasche jedoch nicht sein, da sie nach Fertigstellung ebenso im Auto „wohnen“ wird wie Verbandkasten und Warndreieck.

Kostenpunkt: 15€

  1. Decke

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Spontane Stau-Picknicks und –Nickerchen funktionieren einfach besser, wenn die Decke schon hinter dem Sitz bereitliegt. Foto: © WavebreakMediaMicro / fotolia.com

Es gibt tausenderlei Gründe, immer eine Decke im Auto mitzuführen. Denn schon bei Außentemperaturen von +10°C kann es, wenn man warten muss, empfindlich kalt werden. Wer nicht begreift, was ihn zwingen könnte, bei solchen Temperaturen im Auto zu sitzen oder warum er sonst noch eine Decke benötigen könnte, sollte folgende Alltagszenarien überdenken:

  • Stau auf der Autobahn – Decken liefern Hilfsorganisationen nämlich nur im Winter und wenn erst nach einigen Stunden
  • Eine Panne, die einen zwingt, auf den Abschleppwagen zu warten
  • Ein spontanes Picknick
  • Ein glutheißer Sommertag nebst Stau und kein Schattenspender weit und breit
  • Eine Unterlage, um mit „guten Klamotten“ die Reifen zu wechseln

Und dann kann es natürlich vorkommen, dass man schlicht einen Unfall produziert, bei dem der Gegner abwesend ist. Um nicht zum Fahrerflüchtigen zu werden, verlangt das Gesetz unter anderem eine „angemessene Wartezeit“ und die kann je nach Schwere mehrere Stunden dauern – Stunden, die man in oder an seinem Auto verbringen muss. Nicht im warmen Kaffee an der Ecke, nicht in den geheizten Gängen des nahen Supermarktes.

Es gibt also mehr als genug Gründe für die Decke. Wenngleich man auch hier sparen kann. Ein günstiges Stück aus Fleece reicht völlig aus, ist dünner und lässt sich deshalb kleiner zusammenrollen. Apropos zusammenrollen: Die Decke wird i.d.R. am seltensten benötigt, deshalb sollte sie auf die Abmessungen der Tasche zusammengerollt, mit Gummis in dieser Form fixiert und dann in ihr neues „Zuhause“ gesteckt werden.

Kostenpunkt: 10€

  1. Wasserflasche

Als nächstes geht man zu seinem Sammelkorb für Einweg-Kunststoffflaschen und entnimmt ihr ein Exemplar, das 1,5 Liter Inhalt hat. Dann wird die Flasche gut ausgespült und anschließend bis zum Rand mit klarem Wasser gefüllt. Wofür das gut sein soll? Nun:

  • In der schattigen Tasche behält das Leitungswasser je nach Jahreszeit für einige Tage bis mehrere Wochen seine Trinkwasserqualität. Es könnte also beim nächsten längeren Stau einfach als Notfall-Schluck dienen oder zumindest für eine schnelle Abkühlung des Körpers herhalten.
  • Ein Kühlerschlauch platzt häufig an der ungünstigsten Stelle der Strecke. Mit dem Klebeband (siehe weiter unten) lässt sich das Leck zwar in Sekundenschnelle flicken, dann steht man aber immer noch mit einem halbleeren Kühlwasserbehälter dar – mit 1,5 Litern Leitungswasser kann man indes das System so weit auffüllen, dass man es bis zur nächsten Tankstelle schafft, ohne den Motor durch Überhitzung zu ruinieren.
  • Wischwasserbehälter haben die unangenehme Eigenschaft, bei trübem Wetter leer zu gehen – wenn man gerade hinter irgendwelchen Großfahrzeugen hängt, die einem den Dreck en Masse auf die Frontscheibe spritzen. Wer dann den Wischwasserbehälter leerspritzt, hat nicht nur ein Fahrproblem, sondern auch ein rechtliches. Was nämlich viele Autofahrer nicht wissen: Ein leerer Wischwasserbehälter ist eine Ordnungswidrigkeit, die mindestens 20 Euro kostet, wenn man wegen der verschmutzen Scheibe schleichen muss und den Verkehr behindert, sind auch 40 Euro fällig.

Wem das an Gründen noch nicht ausreicht, der überlegt sich, ob er sich noch nie unterwegs die Hände waschen musste aber keine Möglichkeit hatte. Doch bevor die Flasche in die Tasche wandert, gehört noch ein zweites Utensil dazu:

  1. Gewebeklebeband

Mit dem berühmten „Panzertape“ lässt sich im Zweifelsfall alles reparieren. Das beginnt bei undichten Kühlerschläuchen und endet beim Abdichten einer gebrochenen Seitenscheibe noch längst nicht. In Markenqualität kostet eine Rolle des Wunderklebebandes etwa 5 Euro. Die Rolle wird auf den Hals der Wasserflasche gesteckt und beides wandert dann platzsparend in die Tasche.

Kostenpunkt: 5€

  1. Starthilfekabel

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Dieselfahrer benötigen solche fast fingerdicken Starthilfekabel. Dünnere Exemplare wären für die hier benötigten Stromstärken unterdimensioniert. Foto: © jeepbabes / fotolia.com

Das Licht angelassen, einen Fehler in der Elektronik, der einem unbemerkt und schleichend die Batterie leersaugt oder schlicht und ergreifend einen „Stromtank“, der am Ende seines Lebens angelangt ist und nach einigen kühlen Stunden nicht mehr die Kraft hat, dem Anlasser auch nur eine Umdrehung zu entlocken. Gründe, warum die Batterie leer ist, gibt es eine Menge. Und sofern man sich nicht einen sperrigen (und ebenfalls anfälligen) Schnelllader in den Kofferraum stellen möchte, sind das Überbrückungskabel und ein netter anderer Autofahrer immer noch die unschlagbarste Kombination, um dem Wagen wieder auf die Sprünge zu verhelfen.

Internationales Zeichen für „meine Batterie ist leer“ ist übrigens eine offene Motorhaube in Verbindung mit dem Fahrer, der das Überbrückungskabel gut sichtbar hochhält. Doch Vorsicht: falsches Anschließen des Starthilfekabels kann sowohl dem Helfer schaden, als auch dem eigenen Auto. Zudem empfiehlt es sich, einen Blick in die Gebrauchsanweisung des Wagens zu werfen. Viele Hersteller haben nämlich aus Crashsicherheits- oder Gewichtsverteilungsgründen die Batterie längst aus dem Motorraum in unerreichbare Karosserie-Tiefen verbannt. Dann aber gibt es dennoch Anschlusspunkte für das Starthilfekabel im Motorraum – die Bedienungsanleitung verrät, wo diese liegen. Auch das Kabel wird nun sauber, aber ohne es zu knicken, gerollt und in die Tasche gelegt.

Kostenpunkt: 20€

  1. Rote Küchenhandtücher

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Im Notfall und mit etwas Faltkunst werden die Küchenhandtücher zu einem brauchbaren kopftuch als Schutz vor gleißender Sonne Foto: © Maksim Toome / fotolia.com

Wenn man nichts Passendes zuhause hat, wird nun eine Ausgabe von ca. fünf Euro fällig. Und zwar für einige rote Küchenhandtücher, von denen man zwei, drei Stück dünn zusammenrollt und in die Tasche steckt. Und auch diese Helferlein haben ungeahnte Zweit-, Dritt- und Viertverwendungen:

  • Man kann sie im Stil eines Bandanas auf mehreren Wegen zum Kopftuch binden – das schützt im Stau vor Sonne, hält beim Reifenwechsel den Schweiß aus dem Gesicht.
  • Zusammengelegt und –gefaltet werden mehrere Tücher zum probaten Kissen fürs Stau-Nickerchen oder Fahrgäste auf langen Reisen.
  • Beim Einladen von großen oder sperrigen Gegenständen lassen sich damit Innenraumverkleidungen und die Ladekante vor Kratzern schützen.
  • Mit einem Streifen Klebeband entsteht daraus die vorgeschriebene Signalflagge bei Ladungen, die das Heck des Fahrzeugs um mehr als einen Meter überragen.
  • Frontscheiben werden per Wischwasser gereinigt, für schmutzige Seitenscheiben und Scheinwerfer braucht es jedoch das Küchenhandtuch – und die Wasserflasche.
  • Ins Fenster eingeklemmt, wird daraus ein schattenspendender Sonnenschutz für den Stau und per Panzertape auf der Frontscheibe fixiert ein ad-hoc Frostschutz für kalte Nächte.

Bedenkt man dann, dass die Tücher dann auch noch Helfer bei der Handwäsche sind oder vor einem wichtigen Termin auch noch einen schnellen Wisch über staubige Schuhe ermöglichen, gehören sie zu den vielleicht universellsten Dingen dieser Liste.

Kostenpunkt: 5€ (Paket)

  1. Knicklichter

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Knicklichter sind zwar nicht so hell wie Taschenlampen, verkraften dafür aber auch jahrelange Lagerung ohne Leuchtkraftverlust. Foto: © bluesnote / fotolia.com

Die Batterien von Taschenlampen können durch lange Lagerung oder Dauerbenutzung leergehen. Der Akku eines Smartphones hält im Taschenlampenbetrieb meist keine Stunde durch. Knicklichter indes, heute Cent-Artikel, sind immer bereit, solange sie noch nicht benutzt wurden. Wer nicht weiß, um was es sich dabei handelt: Es sind Textmarker-große transparente Kunststoffzylinder. Darin befindet sich eine weitgehend harmlose Chemikalie namens Phenyloxalat und ein Farbstoff. Darin schwimmt eine kleine Glasampulle, die mit Wasserstoffperoxid gefüllt ist.

Knickt man nun das Röhrchen, zerbricht die Ampulle und beide Chemikalien vermischen sich. Die daraus resultierende chemische Reaktion erzeugt ein kaltes Leuchten in der Farbe des jeweiligen Farbstoffes, das für mehrere Stunden anhält. Das macht Knicklichter nicht nur zum Such-Helfer in dunkler Nacht, sondern in Rot auch als Pannenleuchte für das korrekte Aufstellen des Warndreiecks. Und falls man bei einer nächtlichen Fahrt ein paar kleine Fahrgäste auf der Rückbank hat, sind die Lichter auch für sie der ideale Zeitvertreib.

In der Tasche sollten die Lichter ganz nach oben oder in eventuell vorhandene Außentaschen gepackt werden, damit sie, falls die Tasche mal umkippt, nicht unabsichtlich und unbemerkt aktiviert werden und dann im Notfall leer sind – denn Knicklichter sind Einwegartikel.

Kostenpunkt: 5€ (Paket)

Ab ins Auto

Die fertige Tasche wird nun ins Auto gepackt. Und zwar dorthin, wo sie nicht stört, man aber auch dann noch drankommt, wenn der Kofferraum bis zur Decke mit Urlaubsgepäck voll beladen ist. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass sie nicht zu groß ist. Der Fußraum hinter den Vordersitzen ist daher eine ideale Ecke, sofern man keine Fahrtgäste auf der Rückbank transportiert.

Wenn dies indes der Fall ist, gehört sie an die Seite des Kofferraums, wo man sie herausziehen kann, ohne erst lange ausladen oder suchen zu müssen. Wer clever ist, „kleidet“ die Tasche übrigens mit der vorgeschriebenen Warnweste. So muss man im Pannenfall nicht erst lange danach suchen und wenn man die Tasche mal auslädt, ist sie auch so auffällig, dass man garantiert nicht vergisst, sie wieder an ihren Platz zu packen.