Vorsorge-statt-Nachsorge Vorsorge ist besser als Nachsorge

Gerade in diesem Jahr hat die deutsche Bevölkerung gelernt, wie wichtig die richtige Vorbereitung auf Krisen- und Notfallsituationen ist. Solche Vorsichtmaßnahmen können dabei sowohl den Einzelnen als auch die ganze Gemeinschaft betreffen und sind nicht nur sinnvoll im Fall einer Krise, sondern auch; um die Probleme und Gefahren des Alltags zu meistern. Manche Handtasche wirkt so, als seien wir auf wirklich jede Lebenslage vorbereitet. Hier finden sich Lippenstifte in allen Farben, Bonbons mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, Nagelfeilen, Kaugummis, Ersatzstrumpfhosen und Pflaster. Trotzdem ist es weit unangenehmer, an ernstere Situation zu denken.

Persönliche Vorsorge

Im Straßenverkehr ist ein Verbandskasten Pflicht, ebenso wie das Warndreieck. Er sollte auch in keinem Haushalt fehlen und regelmäßig überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Gerade für alleine lebende Personen ist es sinnvoll, eine Tasche für einen Krankenhausaufenthalt mit Kleidung und Kosmetikartikeln immer gepackt und griffbereit zu haben. Wichtige Dokumente und Zeugnisse gehören in eine Mappe und sollten wasserdicht verpackt sein. Besonders vorsichtige Menschen bewahren Kopien davon an einem anderen Ort auf. Dazu gehört auch eine Patientenverfügung, die den Angehörigen die Entscheidung erheblich erleichtert. Die Vorsorgevollmacht regelt dagegen die finanziellen Belange. Der Zugriffs aufs Konto durch eine Vertrauensperson ist dann möglich, wenn man selbst solche Transaktionen nicht mehr tätigen kann. Der Organspendeausweis, mit der persönlichen Entscheidung gehört dagegen genauso in den Geldbeutel, wie die Krankenkassenkarte und die Telefonnummern der Menschen, die im Notfall verständigt werden sollen.

Der Notfallvorrat

Schon seit Jahrzehnten empfiehlt die Bundesregierung nicht nur Lebensmittel und Trinkwasservorräte für 14 Tage bereitzuhalten, sondern auch Medikamente, Hygieneartikel, Bargeld, Radios, die ohne Strom betrieben werden können, Campingkocher. Diese Vorschläge sind vielfach ignoriert worden, finden jetzt aber deutlich mehr Beachtung. Häufig gelten selbst Prepper nicht mehr als die Spinner, die sich auf eine Zombie-Apokalypse vorbereiten und ihre Videos erfreuen sich auf Youtube ungeahnter Beliebtheit. Um Hamsterkäufe zu vermeiden, empfiehlt es sich, aber sich an offiziellen Listen zu orientieren, wie z .B. der Empfehlung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Als Vorrat sollten dabei nicht nur besonders haltbare Lebensmittel dienen, sondern vor allem auch solche, die tatsächlich gerne und oft gegessen werden. Nach ihrem Verbrauch werden sie erneuert. Das Bundesamt gibt auch wichtige Information für das Verhalten in anderen Gefahrensituationen, wie Explosionen oder Brände.
Manchmal erfordert eine Krisensituation auch Mobilität, wie z. B. bei einer Überschwemmung oder einem Waldbrand. Deshalb sollte auch das eigene Fahrzeug stets einsatzbereit sein. Der richtige Ersatz für Verschleißteile sollte rechtzeitig bereit liegen.

Orientierung ist das A und O

Schulen führen regelmäßig eine Probefeueralarm durch, um die Kinder an die richtigen Rettungswege zu gewöhnen, denn im Ernstfall können Minuten über Leben und Tod entscheiden. Auch im Flugzeug gehört die Einweisung bezüglich der Notausgänge und der Sicherheitsvorkehrungen zum Startritual, auch wenn das Aussehen der Stewardess häufig mehr Beachtung findet als ihr Vortrag. Doch beim Kino, Konzert oder Theaterbesuch wird die rechtzeitige Orientierung über Fluchtmöglichkeiten und Notausgänge zu sehr vernachlässigt. Kaum einer prägt sich die Zahl der Sitzreihen bis zum Ausgang ein. Es kann zu spät sein, wenn sich eine Panik erst entwickelt hat.

Auch der Staat sorgt vor

Feuerwehr und Polizei trainieren regelmäßig auch mit Schauspielern, die realistisch geschminkt werden, den Ernstfall. Brände und sogar Terrorangriffe werden bis ins Detail nachgestellt, um vorbereitet zu sein. Ganze Stadtviertel werden dafür abgesperrt, und sogar Hubschrauber können dabei zum Einsatz kommen.
Im Straßenverkehr sterben jährlich über 3000 Menschen. Etlichen kann aber noch rechtzeitig geholfen werden. Unfälle im Straßenverkehr fast zum Alltag und die Rettungsdienste sind darauf eingestellt. Solche Unfälle mit Elektrofahrzeugen sind auch für die Retter neu. Gerade die Geräuschlosigkeit der Elektroautos und Busse kann die Ursache von Verkehrsunfällen sein. Elektrofahrzeuge mit ihren Akkus und Batterien sind eine besondere Herausforderung für die Helfer, da sie explodieren können. Wenn eine Batterie in Brand geraten ist, ist dieser besonders verheerend und schwer zu bekämpfen. Die Retter benötigen neuartige Kühl- und Transportbehältnisse zur Entsorgung der Akkus und Batterien. Bei größeren Transportmitteln ist auch die Elektronik komplexer, damit die Gefahr für alle Beteiligten der Rettung größer, und noch mehr Menschenleben stehen auf dem Spiel. Die Rettungsdienste müssen deshalb geschult werden, um dieser neuen Situation gewachsen zu sein. Die Feuerwehr trainiert ihren Einsatz bei der Sicherung und Bergung eines Elektrobusses. Dabei erwerben die Rettungskräfte Erfahrung und können die Einsätze noch besser planen und umsetzen. Auch in diesem Bereich erweist sich Umsicht als notwendig, um für alle Gefahren gerüstet zu sein.

Beruhigt in die Zukunft

Wer alles dafür getan hat, sich gut vorzubereiten, kann zuversichtlich in die Zukunft blicken. Nicht alle Risiken können abgesichert werden, aber umsichtige Planung beruhigt und für den Rest kann man getrost auf sein Glück vertrauen.

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