Für zahlreiche Menschen ist das eigene Auto wichtig, um regelmäßig von A nach B zu kommen. Auch im Berufsleben sind viele Personen auf den PKW angewiesen. Umso ärgerlicher ist es, wenn Sprit und Co. nicht mehr bezahlt werden können, weil anderweitig Zahlungsengpässe auftreten. Oft erscheint der Autoverkauf die einzige Lösung zu sein. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, wie das Fahrzeug dabei helfen kann, akute Zahlungsnöte zu überwinden. Auch langfristig können Fahrzeughalter einiges dafür tun, dass das Auto ihnen erhalten bleiben kann. Dieser Beitrag stellt hilfreiche Tipps und Tricks vor.

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In einem Autopfandhaus kann der Fahrzeughalter sein Auto abgeben und bekommt im Gegenzug sofort Bargeld. Allerdings sind bei der Rückzahlung Zinsen zu beachten.

Der klassische Pfandleiher für Automobile

Fast sieben Millionen Menschen waren im Jahr 2019 in Deutschland überschuldet. Neben Arbeitslosigkeit gehören Trennungen, Erkrankungen, Sucht und unwirtschaftliche Haushaltsführung zu den Hauptgründen für eine Überschuldung der Deutschen. Um Schulden abzubezahlen, nehmen viele Menschen einen Kredit auf. Sie lagern die Schulden also um, um weniger Zinsen bezahlen zu müssen. Eine weitere Möglichkeit in diesem Bereich ist es, Wertgegenstände zu verpfänden. Der Weg zum Pfandleiher geht schnell: Der Schuldner erhält das Geld in bar und überlässt dem Pfandhaus die Gegenstände. Er hat dann eine gewisse Zeit zur Verfügung, um den Gegenstand wieder auszulösen und seine Schulden beim Pfandleiher abzubezahlen. Danach erwirbt der Leiher das Eigentum an den Wertgegenständen und darf sie seinerseits veräußern.

Das System der Pfandleihe besteht auch für Autos. Hier können Fahrzeughalter ihren PKW gegen Bargeld eintauschen. Der große Vorteil: Die Geldsumme, die Schuldner für ihr Fahrzeug erhalten, ist oft höher als beispielsweise bei Schmuck oder anderen Wertgegenständen. Allerdings bedeutet es im Umkehrschluss, dass der Fahrzeughalter sein Auto nicht zur Verfügung hat und so beispielsweise nicht zur Arbeit fahren kann. Die Entscheidung, das eigene Auto zu verpfänden, sollte also weise getroffen werden. Das Einkommen darf hier nicht gefährdet werden.

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Manche Autopfandhäuser bieten die Möglichkeit, das Auto nach der Verpfändung weiterzufahren. So bleibt der Schuldner mobil und kann seiner Arbeit nachgehen.

Das Auto verkaufen und trotzdem weiterfahren?

Eine besondere Alternative der Auto-Pfandleihe ist es, wenn der Schuldner sein Auto im Anschluss weiterhin fahren darf. Er erhält also sowohl eine Auszahlung als auch das Auto. Bei einem Autopfandhaus, das diese Form anbietet, besteht der große Vorteil darin, dass zwar eine Auszahlung ausgehändigt wird, aber der Schuldner gleichzeitig einen Mietvertrag über den PKW erhält. So kann der Schuldner weiter seiner Arbeit nachgehen und sein Einkommen sichern, dass es erlaubt, die Schulden abzubezahlen.

Der Fahrzeughalter bringt das Auto also zum Pfandleiher und erhält dort kurzfristig ein Angebot. Er kann dieses Angebot annehmen oder nicht – hier entstehen auf keinen Fall Nachteile. Bei einem seriösen Autopfandhaus ist das Angebot übrigens generell kostenfrei für den Schuldner! Im Grunde kauft der Pfandleiher das Fahrzeug dann vom Schuldner und vermietet es direkt wieder zurück. Noch am gleichen Werktag erhält der Kunde seine Auszahlung, die er dann nutzen kann, um seine Schulden abzubezahlen und so Zahlungsengpässe auszugleichen. Wie lange der Vertrag bestehen soll, kann der Fahrzeughalter mit dem Leihhaus abstimmen. So bleibt der Halter flexibel und kann das Angebot genau an seine Situation angepasst annehmen. Auf YouTube wird das System weiterführend erläutert. Hier können Schuldner sich im Vorfeld genau darüber informieren, was auf sie zukommt und worauf sie achten müssen.

Sowohl bei der klassischen Pfandleihe als auch beim sogenannten Sale-and-Rent-Back-Prinzip ist es nicht entscheidend, welche Art von Fahrzeug abgegeben wird. Natürlich gilt: Je neuer das Fahrzeug ist, desto höher der Preis, den der Pfandleiher anbieten kann. Generell können aber sowohl PKWs als auch Oldtimer, Motorräder, LKWs, Busse, Wohnmobile oder andere Fahrzeuge abgegeben werden. Das heißt, hier profitiert jeder Besitzer eines Fahrzeugs.

Die Frage aller Fragen: Wird das Auto wirklich gebraucht?

Wer ein Auto besitzt und gleichzeitig in die Schuldenfalle getappt ist, sollte sich dringend eine Frage stellen: Wird das Fahrzeug wirklich benötigt? Wenn der Arbeitgeber beispielsweise ein Dienstfahrzeug zur Verfügung stellt, ist ein Privatwagen nicht unbedingt notwendig. Es kann sich in solchen Fällen lohnen, über einen endgültigen Verkauf des Wagens nachzudenken. Hier profitiert der Verkäufer gleich zweifach:

Einerseits erhält der Verkäufer schnell Geld. Je nach Wert des Fahrzeugs kann es sich dabei durchaus um eine hohe Summe handeln. Diese Summe lässt sich nutzen, um Schulden abzubezahlen. Im Gegensatz zur Pfandleihe muss der Verkäufer die Kaufsumme nicht wieder zurückzahlen. Allerdings ist das Auto dann natürlich auch weg. Sobald die Schulden abbezahlt sind, kann der Verkäufer darüber nachdenken, sich wieder einen PKW zuzulegen.

Auf der anderen Seite reduzieren sich die laufenden Kosten für den Fahrzeughalter drastisch, sobald er das Auto nicht mehr besitzt. Versicherung, Spritkosten und Co. entfallen, sodass jeden Monat mehr übrigbleibt. Hier kann der Schuldner sowohl seine Schulden abbezahlen als auch Geld zur Seite legen, um sich möglicherweise später ein neues Auto kaufen zu können.

Die laufenden Kosten effektiv senken

Stellt ein Fahrzeughalter fest, dass das Auto unerlässlich ist, weil beispielsweise nur so der Weg zur Arbeit zurückgelegt werden kann, gibt es trotzdem Möglichkeiten, Kosten zu senken. Als erstes ist hier die Kasko-Versicherung zu nennen. Es macht Sinn, die Versicherungspolicen regelmäßig zu überprüfen und Preisvergleiche anzustellen. So lässt sich schnell herausfinden, ob Sparpotential besteht. Ein Versicherungswechsel geht oft schnell und unkompliziert. Viele Versicherer helfen Neukunden bei der Abwicklung des Wechsels.

Wenn das Auto tatsächlich nur dann bewegt wird, wenn es wirklich notwendig ist, kann der Halter hohe Summen im Bereich Sprit sparen. Denn je seltener getankt wird, desto niedriger fallen die Kosten für Benzin oder Diesel insgesamt aus. So spart der Fahrer Geld ein, dass er wiederum zum Begleichen etwaiger Schulden nutzen kann.

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Wer bereits etwas Erfahrung mit Autos und der verbauten Technik hat, kann zahlreiche Reparaturen selbst durchführen und so bares Geld sparen.

Für Profis: Reparaturen selbst übernehmen

Es ist nicht notwendig, für jede Reparatur in die Vertragswerkstatt zu fahren. Vor allem versierte Hobbyschrauber können zahlreiche kleinere und größere Arbeiten an ihrem Fahrzeug selbst übernehmen. Defekte Lampen lassen sich mit wenigen Handgriffen austauschen und selbst Bremsbeläge können vom Heimwerker selbst gewechselt werden. Wichtig ist, sich im Vorfeld genau zu informieren, wie eine Reparatur vonstattengehen muss. Denn nur, wer weiß, was er tut, spart auch Geld. Es lohnt sich, Freunde oder Bekannte um Rat zu fragen, die sich gut auskennen. Sie können bei Reparaturen helfen und dem Fahrzeughalter sogar noch etwas beibringen. Günstige Ersatzteile lassen sich problemlos online bestellen, sodass die Reparatur keine horrenden Kosten verursacht.

Vor Terminen beim TÜV oder der Inspektion ist es ratsam, das Auto bereits selbst auf Herz und Nieren zu prüfen. So können Fahrzeughalter zahlreiche Mängel selbst feststellen und im Vorfeld kostengünstig beseitigen. So stellen sie sicher, dass das Auto auch nach der HU weiterfahren darf.

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