Titelbild-Auto-ausschlachten Auto selber schlachten & gebrauchte Autoteile verkaufen - Was ist erlaubt?
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Egal ob Alter, Korrosion oder Unfallschaden: Irgendwann endet die Lebensdauer jedes Autos. Ein vollständiges Fahrzeug können Sie kostenlos vom Hersteller entsorgen lassen. Alternativ gibt es den Schrottplatz und die Möglichkeit zum selber Schlachten. In diesem Ratgeber klären wir Wissenswertes zur Autoverwertung, geben eine Anleitung zum Ausschlachten und Tipps, wie Sie den Teileverkauf abwickeln können.

Auto schlachten – Wenn das Fahrzeugleben endet

Egal ob private oder gewerbliche Nutzung: Jedes KFZ hat irgendwann das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Aus Gründen des Umweltschutzes ist es verboten, das Fahrzeug einfach zum Verrotten in der Natur abzustellen. Zur Entsorgung hat der Fahrzeughalter nun drei Möglichkeiten:

  • Rückgabe beim Hersteller
  • Entsorgung im Fachbetrieb
  • Kfz selber ausschlachten

Die Rückgabe des vollständigen Autos beim Hersteller ist immer möglich und gesetzlich vorgeschrieben. Der Vorteil ist: Die Verschrottung über den Hersteller ist kostenlos. Der Händler kann die Annahme verweigern, wenn das Auto unvollständig ist und wenn es kürzlich außerhalb der EU angemeldet oder stillgelegt war.

Die zweite Möglichkeit ist die Autoverwertung über einen Fachbetrieb, beispielsweise einen Schrottplatz. Dieser kümmert sich um alles Weitere und nimmt in der Regel auch unvollständige Autos an. Je nach Marke und Modell fällt hier möglicherweise eine Verwertungsgebühr an.

Manchmal lohnt sich die dritte Möglichkeit, das selber ausschlachten. Hier können Sie gebrauchte Teile verkaufen. Beim Zerlegen eines Autos treten Flüssigkeiten und Giftstoffe aus, die fachgerecht entsorgt werden müssen. Andernfalls drohen hohe Bußgelder.

Darf ich mein Auto selber ausschlachten?

Ein nicht angemeldetes und nicht versichertes Fahrzeug darf nicht an einer Straße oder einem öffentlichen Parkplatz stehen. Wer sein Auto auf der Straße abstellen und dort ausschlachten will, riskiert Schwierigkeiten mit dem Ordnungsamt, wird abgemahnt oder abgeschleppt und muss Bußgeld zahlen.

Grundsätzlich darf der Halter mit dem Auto verfahren, wie er das möchte. Rechtlich ist das selber schlachten nicht verboten, Teile zum Austausch oder Verkauf selber zu demontieren. Sie benötigen zum Schlachten des Autos eine eigene Werkstatt, viel Werkzeug und außerdem müssen gesetzliche Auflagen eingehalten werden.

Gesetzliches zum Auto schlachten

Ein Auto enthält viele Rohstoffe und gefährliche Flüssigkeiten. Der Umwelt zuliebe dürfen Teile davon nicht nach Belieben entsorgt werden. Für wertvolle Materialien und Gefahrstoffe gibt es klare Regelungen zur Entsorgung.

Zu diesen Gefahrstoffen zählen insbesondere:

  • die Batterie des Autos
  • Kraftstoff (Benzin, Diesel, Gas)
  • Kühlwasser
  • Öl im Motor und Getriebeöl
  • Bremsflüssigkeit und andere hydraulische Flüssigkeiten
  • Kältemittel der Klimaanlage

Wann wird ein Auto geschlachtet?

Generell gilt: Ein Auto wird verschrottet oder ausgeschlachtet, wenn die Reparatur nicht möglich ist oder sich nicht mehr lohnt. Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn die Reparatur nicht möglich oder nicht mehr sinnvoll ist. Sachverständige und Werkstätten beispielsweise raten bei einem wirtschaftlichen Totalschaden zum Verschrotten. Bei zu großem Verschleiß kann es allerdings auch sinnvoll sein, das Auto zu schlachten und ein anderes zu kaufen.

Wirtschaftlicher Totalschaden

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Autos um 30 % übersteigen. In diesem Fall muss die Versicherung nicht für die Reparatur aufkommen, sondern zahlt stattdessen den Wiederbeschaffungsaufwand aus.

Bei einem Unfall mit einem sehr alten Fahrzeug reichen schon kleine Schäden für einen wirtschaftlichen Totalschaden aus. Ein Beispiel: Das Fahrzeug hat einen Wert von 1000 € und erleidet auf dem Parkplatz kleine Schäden an Motorhaube, Frontscheinwerfer und Stoßstange. In diesem Fall werden die Reparaturkosten mehr als 1300 € betragen der wirtschaftliche Totalschaden liegt vor.

Kein TÜV mehr

Der Zahn der Zeit nagt an allen Autos und sorgt für langsamen Verschleiß. Sind wichtige Teile der Karosserie, die Abgasanlage oder der Rahmen verschlissen, gibt es bei der nächsten Hauptuntersuchung keine Plakette mehr. Das Erneuern der ganzen Teile lohnt sich hier oftmals nicht, sodass Wiederbeschaffung schneller erledigt ist und weniger Geld kostet. Je nach Modell und Marke lohnt es sich vielleicht, das alte KFZ auszuschlachten.

Neuanschaffung und kein Verkaufswert mehr

Sie haben ein neues Auto gekauft oder planen diese Anschaffung? Die meisten Autofahrer geben in diesem Fall das alte Fahrzeug in Zahlung. Ist das Altfahrzeug allerdings verrostet oder verunfallt, geht möglicherweise die Summe bei der Inzahlungnahme gegen Null. In diesem Fall machen Sie möglicherweise mehr Gewinn beim Schlachten des Altfahrzeugs.

Schritt für Schritt Ratgeber zum Ausschlachten und Verkaufen

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Die Art und Anzahl der Teile, bei denen sich das Demontieren lohnt, richtet sich nach dem Auto und nach Vorschäden. Sie sollten nur Einzelteile ausbauen, welche die folgenden Eigenschaften erfüllen:

  1. Funktionsfähigkeit: kaputte Ersatzteile erzielen keinen angemessenen Verkaufspreis
  2. Bedarf: schnell verkäuflich, da lange Lagerzeiten schlimmstenfalls zu Lagerschäden führen (z. B. Korrosion)
  3. Vollständigkeit: Kleinteile und Zubehör vorhanden, speziell die Stecker bei elektrischen Komponenten

Schätzen Sie den Preis der Einzelteile, die für den Verkauf infrage kommen. Demontieren Sie Autoteile, die mit geringem Aufwand hohe Verkaufssummen erzielen. Oftmals lohnt es sich, die Teile vorher per Smart Repair zu behandeln und kleine Schäden zu reparieren. Bedenken Sie außerdem, dass große und schwere Ersatzteile hohe Kosten beim Versand verursachen.

Räder und Reifen

Reifen und komplette Räder lassen sich verkaufen, sofern sie in einem guten Zustand sind und eine typische Größe haben. Alufelgen und Karbonfelgen sind generell beliebter als Stahlfelgen.

Unser Tipp: Reinigen Sie die Reifen und Felgen gründlich vor dem Verkauf. Sollten die Alufelgen kleine Lackkratzer aufweisen, können Sie nach unserer Anleitung Alufelgen schleifen, spachteln, grundieren und lackieren.

Karosserieteile: Türen, Spiegel, Stoßstange und Kühlergrill

Türen vom Hersteller kosten hunderte bis mehrere Tausend Euro. Hinzu kommt noch das Lackieren in Wagenfarbe. Verkaufen Sie die Türen des Autos, sofern diese keine Schäden aufweisen. Das gleiche gilt für die Außenspiegel des Autos. Diese werden auch bei kleinen Zusammenstößen schnell beschädigt, sind aber schnell demontiert. Beim Hersteller kosten Spiegel schnell mehrere hundert Euro. Hier haben Sie mit Gebrauchtteilen gute Chancen.

Die Front des Fahrzeugs ist immer beliebt, da diese bei Unfällen am häufigsten Schaden nimmt. Teile wie Stoßstange, Kotflügel und Kühlergrill lassen sich verkaufen, wenn der Preis stimmt. Sie sollten die Teile vorher nur gründlich säubern.

Unser Tipp: Ein kleiner Defekt oder Lackkratzer lässt sich mittels Smart Repair ausbessern. Das erhöht den Verkaufswert.

Motorhaube und Heckklappe

Sofern die Motorklappe und das Heck weder Schäden oder Rost aufweisen, können Sie diese demontieren und anbieten.

Auch hier gilt: Waschen und Nachlackieren kleiner Schadstellen kann den Wert deutlich steigern.

Lampen und Scheinwerfer

Lampen und Scheinwerfer werden bei Kollisionen oft beschädigt, dementsprechend besteht immer wieder Bedarf an gebrauchten Teilen. Bei Hauptscheinwerfern und Rückleuchten empfiehlt es sich nach dem Ausbauen, diese vorher zu polieren.

Autositze und Rücksitzbank

Die vorderen Sitze und die Rückbank sind recht schnell demontiert und als Neuteile sehr teuer. Speziell bei Lederausstattung können Sie hier hohe Preise erzielen. Einen besonders guten Erlös bringt Ihnen eine komplette Sitzgarnitur, wenn der Käufer alle Sitze im gleichen Design und Zustand erhält.

Unser Tipp zur Wertsteigerung: Nutzen Sie einen Polsterschaum oder eine Lederpflege, um die Sitze fleckenfrei zu bekommen. Durch die Reinigung erhöht sich der Wert deutlich.

Kühlwasserpumpe und Kühler

Die Wasserpumpe ist ein Verschleißteil mit sehr langer Lebensdauer. Bei Unfallfahrzeugen ist sie daher oft noch in Ordnung, die Demontage nimmt aber oft viel Zeit in Anspruch.

Auch der Kühler hält oft mehrere 100.000 km und kann verkauft werden. Sie sollten unbedingt das Kühlwasser ablassen und den Kühler möglichst komplett entleeren, bevor Sie ihn versenden oder verladen.

Scheibenwischermotor

Der Motor für die Scheibenwischer kostet als Neuteil oft unter 50 €. Sie können Ihn demontieren und verkaufen, erhalten hier aber keine großen Erlöse.

Multimedia: Radio und Navigationssystem

Hochwertige Multimediasysteme kosten als Neuware mehrere Tausend Euro und sind immer wieder das Ziel von Diebstahl. Der Ausbau ist nicht einfach, dafür können Sie diese verkaufen, sofern das System vollständig funktioniert.

Lichtmaschine (Generator) und Batterie

Die Lichtmaschine erzeugt den Strom im Auto und läuft immer unter Last. Moderne Generatoren halten nahezu ewig, daher können Sie meist eine intakte Lichtmaschine ausbauen und verkaufen.

Die Batterie hingegen wird seltener gebraucht gekauft. Sie enthält Säure und Blei und ist damit ein Gefahrgut. Sie können die Autobatterie bei einem Fachhändler zurückgeben, der neue Batterien anbietet.

Anlasser

Der Anlasser ist ein typisches Verschleißteil und bei den meisten Autos schnell erreichbar. Er lässt sich mit wenig Aufwand demontieren und bei gutem Zustand verkaufen.

Steuergeräte

Die Steuergeräte für die elektronischen Helfer im Auto kosten als Neuteil meist über 1000 €. Wenn Sie über das nötige Know-How verfügen, können Sie das Gerät ausbauen und mit anbieten.

Zylinderkopf und Anbauteile

Der Zylinderkopf oberhalb des Motors wird immer wieder durch fehlende Schmierung oder Tuning beschädigt. Die Demontage ist recht einfach. Heben Sie bei gutem Zustand die Zündkerzen und Einspritzdüsen mit auf. Im günstigsten Fall können Sie alles zusammen verkaufen.

AGR-Ventil

Das Abgasrückführungsventil ist im Abgastrakt montiert und ein typisches Verschleißteil. Sofern es nicht verrußt und verkokt ist, bekommt Sie es vielleicht verkauft.

Abgasturbolader

Der Turbolader im Abgastrakt ist extrem teuer in der Anschaffung. Leider gehört er auch zu den Teilen, die starkem Verschleiß unterliegen und selten gebraucht gekauft werden. Die Demontage lohnt sich selten aufgrund des hohen Aufwands.

Katalysator und Partikelfilter

Die Komponenten der Abgasnachbehandlung sind teuer. Sie können diese allerdings nur bei annährend makellosem Zustand gebraucht verkaufen. Bestimmen Sie anhand des Neupreises und des Zustands Ihres Gebrauchtteils ob Sie die Teile ausbauen.

Motor, Kupplung und Getriebe

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Die großen Teile des Motorblocks sind teuer und werden oft gebraucht gekauft. Es muss allerdings eine fachgerechte Demontage erfolgen, damit die Ersatzteile später wieder laufen.

Ideal wäre der Verkauf als Komplettmotor inklusive aller Anbauten. Dann lohnt sich auch der Palettenversand per Spedition. Egal ob Versand oder Selbstabholung: Wichtig ist in jedem Fall, dass für den Transport alle Flüssigkeiten entleert werden.

Airbag

Ein ausgelöster Airbag kostet sehr viel Geld, Käufer greifen daher gern auf Gebrauchtteile zurück. Ein intakter Airbag lässt sich meist veräußern.

Achtung bei der Demontage: Der Airbag enthält Sprengstoff und kann tödliche Verletzungen verursachen. Bauen Sie diesen nur aus, wenn Sie fachlich versiert sind!

Wie verkaufe ich gebrauchte KFZ-Teile?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um gebrauchte Kfz-Teile zu verkaufen:

  • Internet
  • Autoverwerter

Der Verkauf an Privatpersonen online über Kleinanzeigen oder Marktplätze hat den Vorteil, dass Sie den kompletten Erlös behalten können. Diese Variante eignet sich überwiegend für Karosserieteile und Verschleißteile. Hier müssen Sie selber aussagekräftige Fotos machen und eine wahrheitsgemäße Beschreibung mit Bildern verfassen. Belegen Sie bei Verschleißteilen Alter und Laufleistung der Teile, um die Verkaufschancen zu erhöhen. Wichtig: Als Privatperson müssen Sie die Gewährleistung in der Kleinanzeige ausschließen!

Einige Autoverwerter kaufen Teile an, sofern diese in gutem Zustand sind. Generell ist hier der Erlös niedriger, da der Händler auch am Autorecycling verdienen will. Dafür ist auch der Aufwand geringer, da sich der Schrotthändler um den Weiterverkauf und die Diagnose defekter Teile kümmert. Diese Variante eignet sich gut für Interieur, Karosserieteile und hochpreisige Verschleißteile.

Auto selber schlachten – Aufwand und Kosten

Der Hersteller nimmt eine ausgeschlachtete Karosse nicht mehr an. Die Teile des Autos, die sich nicht mehr verkaufen lassen, müssen Sie einem Schrottplatz zuführen. Der Schrottplatz erhebt hier eine Verwertungsgebühr meist im Bereich von 80 bis 120 €.

Zu den Kosten für die Verwertung der Fahrzeugreste kommt noch eine Entsorgungsgebühr für die Gefahrstoffe. Diese fallen sehr unterschiedlich aus, je nachdem, welche Stoffe Sie in welcher Menge zurückführen. Ausgenommen sind lediglich Batterien. Die Rückgabe hier kostet nichts, da die Händler hier ein eigenes Pfandsystem umsetzen müssen.

Der Aufwand unterscheidet sich stark anhand der Teile, die ausgebaut werden sollen. Ein paar Ersatzteile lassen sich innerhalb weniger Stunden demontieren, zur Demontage von Motor und Getriebe fallen oft mehrere Tage Arbeitszeit an. Bedenken Sie in jedem Fall: Der erwartete Erlös aus den gebraucht verkauften Teilen sollte die Kosten nicht nur decken, sondern deutlich über den Kosten liegen. Andernfalls wählen Sie die einfache Variante und geben das vollständige Auto zur Verwertung ab.

Haftungsausschluss

Unsere Ratgeber enthalten viele fachliche Informationen rund um das KFZ, die wir sorgfältig zusammengetragen haben. Diese Artikel können allerdings die Fachkenntnis eines Spezialisten nicht ersetzen. Autoteile-Markt haftet daher nicht für Schäden und Verletzungen, die durch unsachgemäß ausgeführte Reparaturen entstehen. Wir empfehlen grundsätzlich, Arbeiten am KFZ nur von einem Fachmann ausführen zu lassen.

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