Beinahe alles wird heutzutage gefälscht, wenn damit Geld zu verdienen ist. Leider haben Plagiate oft nicht die gleiche Qualität wie Originale. Besonders gefährlich wird das bei Ersatzteil-Fälschungen für Kraftfahrzeuge.

Kriminelle Energie auf der ganzen Linie

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Ersatzteil-Fälschungen sind oft billige Kopien
(Foto: lunamarina / Depositphotos.com)

Produktfälscher verletzen bei ihren Aktivitäten auf alle Fälle das Urheber-, das Marken- und das Wettbewerbsrecht. Schon allein deswegen drohen ihnen empfindliche Geld- und Haftstrafen. Darüber hinaus schädigen Produktpiraten den Arbeitsmarkt. Das Bundesjustizministerium schätzt, dass jedes Jahr etwa 50.000 Arbeitsplätze durch gefälschte Produkte vernichtet werden. Der Schaden für die Volkswirtschaft in Deutschland beläuft sich auf etwa 30 Milliarden Euro jährlich.

Ob nun Sneakers oder Handtaschen, Parfüms oder Uhren. Zu jedem Marken-Produkt, das einen gewissen Wert hat, kann man garantiert auch eine Fälschung finden. Im besten Falle sind sie leicht am Namen erkennbar. Aus „adidas“ wird dann „ddidas“ oder „adibos“, aus „SONY“ „SQNY“ oder aus „Tempo“ „Timpo“. Die Produkte werden manchmal originalgetreu nachgebaut. Dann wiegt der Schaden leicht. Schlimmer wird es, wenn Design und Name übernommen werden, der Inhalt jedoch nicht. Dann bekommt man statt Gesichtscreme einfach Schweinefett. Unter Umständen werden sogar Chemikalien in Kosmetika gepackt, die die Gesundheit empfindlich schädigen können.

Ersatzteil-Fälschungen quer durch die ganze Branche

Gefälschte Autoersatzteile zum Beispiel übernehmen oft Namen und Design, werden aber einfach nur billig hergestellt. Manchmal funktionieren sie nicht einmal richtig. Oder sie gehen im entscheidenden Moment kaputt. Das ist dann besonders gefährlich, wenn die Fälschungen lebenswichtige Aufgaben haben. Dann nehmen die Fälscher bewusst die Gefährdung ihrer Kunden in Kauf. Geld ist das Einzige, was für sie zählt.

So geschehen zum Beispiel bei den Bremsen des italienischen Produzenten Brembo. Maserati, Porsche, Mercedes, Ferrari, Corvette … alle diese Marken verbauen seine Teile. Unter Kennern haben sie einen exzellenten Ruf. Ohne Brembo-Bremsen findet heutzutage kein Formel-1-Rennen statt! Eigentlich sollten die Bremskomponenten aus Italien durch ihre ausgeprägte Farbigkeit unverwechselbar sein. Aber gerade die auffällige Farbe macht sie nun bei Produktpiraten in Fernost besonders beliebt. Jetzt warnt der Hersteller des Originals bereits davor, dass gefälschte Bremsen nach Europa gelangen könnten. Es bestünden erhebliche Zweifel an der Qualität der Ersatzteil-Fälschungen. Damit sei die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge gefährdet, in denen die Plagiate eingebaut sind.

Schutz vor Ersatzteil-Fälschungen

Brembo ist aber beileibe nicht der einzige betroffene Hersteller in der Automobilbranche. Was billig nachgemacht und teuer verkauft werden kann, das wird auch nachgemacht. Das reicht von Rückleuchten und Felgen, geht über Scheibenwischer und Filter bis hin zu teurem Tuning-Zubehör. Betroffen sind fast alle Marken-Hersteller. Ob sie nun Bosch, Continental oder eben Brembo heißen.

Dieser oder jener könnte sicher auf die Idee kommen, gefälschte Ersatzteile in sein Fahrzeug einzubauen. Schließlich kosten diese wesentlich weniger als die Originale. Es sei aber ausdrücklich noch einmal davor gewarnt! Ob eine gefälschte Bremse im Ernstfall das Fahrzeug in gewohnter Weise zum Stehen bringt, kann niemand vorhersagen. Darum ist es besonders wichtig, darauf zu achten, nur Original- oder garantiert baugleiche Nachbauteile zu verwenden.

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Strafe für Ersatzteilfaelschung
Foto: kelpfish / Depositphotos.com

Brembo zum Beispiel schützt seine Kunden. Der Hersteller legt allen seinen Teilen eine versiegelte Nummernkarte bei. Auf der Website kann der Käufer abgleichen, ob Nummer und Teil zusammenpassen. So wird garantiert, dass das Teil echt ist. Auch andere Hersteller beschäftigen mittlerweile ganze Heerscharen von Fälschungs-Detektiven. Oft werden sie auf Industriemessen fündig, wenn Fälscher so dreist waren, ihre nachgeahmten Produkte einem breiten Publikum zu offerieren. In diesem Falle sorgen Zoll- und Polizeibehörden dafür, dass diese Firmen in Europa nicht mehr auf den Markt kommen. Ein Universalrezept zum Schutz vor gefälschten Teilen gibt es aber nicht.

Darum unsere Tipps:

  • ganz allgemein Augen auf beim Ersatzteil-Kauf im Internet
  • nutzen Sie die Internetshops von vertrauenswürdigen Ersatzteilhändlern, zum Beispiel www.Autoteile-Markt.de
  • auf der Seite des Herstellers nachsehen, ob er ein Sicherheitsmerkmal anbietet und dieses Sicherheitsmerkmal auch unbedingt nutzen
  • misstrauisch werden, wenn
    • Angebote viel billiger sind als der Durchschnittspreis,
    • die Ausführung des Teils und besonders die Ausführung und Anbringung des Markennamens ungewöhnlich oder gar laienhaft wirkt,
    • das Teil aus China oder Thailand kommt,
    • Einzelteile angeboten werden, die normalerweise nur im Set zu haben sind,
    • ein angebliches Marken-Ersatzteil ursprünglich gar nicht im Fahrzeug verbaut war,
    • Nachbearbeitungsspuren auf dem Ersatzteil zu erkennen sind
      (bei gebrauchten Teilen manchmal schwer von Gebrauchsspuren zu unterscheiden),<(li>
    • in Internetforen (wie zum Beispiel dem von Autoteile-Markt) vermehrt vor Fälschungen eines bestimmten Herstellers oder Ersatzteils gewarnt wird.