autoscheinwerfer-polieren Matte Scheinwerfer beim Auto polieren – Rechtliches und Ratgeber
Frontscheinwerfer polieren
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Die Scheinwerfer des Autos sind unverzichtbar. Sie sorgen dafür, dass der Fahrer die Straße auch in der Dunkelheit sieht und machen das Auto für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar. An der Front des Autos müssen die Scheinwerfer allerdings einigen Belastungen standhalten. Mit der Zeit werden matte und zerkratzte Stellen sichtbar. Wir erklären in diesem Ratgeber, was rechtlich erlaubt ist, wann Sie die Autoscheinwerfer selber polieren können und wie Sie dabei richtig vorgehen.

Funktion der Scheinwerfer beim Auto

Die Autoscheinwerfer haben zwei wichtige, sicherheitsrelevante Funktionen. Änderungen an den Scheinwerfern sind nur in sehr begrenztem Umfang erlaubt, andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis des Autos. Erstens dienen sie als Aufnahme für die Leuchtmittel. Sie halten diese während der Fahrt an Ort und Stelle, unabhängig von der Ebenheit des Untergrundes. Zusätzlich schützen sie vor mechanischen und chemischen Beschädigungen durch Schläge, Fremdkörper, Regenwasser und Salz. Diese Belastungen können so manche zerkratzte und matte Stelle zurücklassen.

Zweitens müssen die Scheinwerfer das Licht durchlassen. Trotz der großen Belastung während der Fahrt müssen sie so ausgeführt sein, dass sie das Licht weder reflektieren noch ungünstig streuen. Sie sind daher immer aus sehr klarem Kunststoff gefertigt. Matte und zerkratzte Scheinwerfer verlieren an Leuchtkraft, da sie einen Teil des Lichts absorbieren und können außerdem andere Verkehrsteilnehmer blenden. Bei Rissen und Kratzern sollten Sie daher schnell handeln, denn oft lassen sich die Scheinwerfer vollständig polieren.

Wann das Polieren der Scheinwerfer sinnvoll ist

Zerkratzte und matte Stellen auf den Scheinwerfern beeinträchtigen Ihre Sicherheit im Straßenverkehr. Außerdem sind intakte Scheinwerfer auch bei der Hauptuntersuchung des Autos wichtig. Prüfen Sie daher in Abständen selbst, ob die Beleuchtung noch angemessen funktioniert.

So prüfen Sie selber die Scheinwerfer Ihres Fahrzeugs:

  • Fahrzeug auf einer geraden Strecke abstellen
  • Abblendlicht einschalten
  • Aus etwa 50 Metern auf das Fahrzeug zugehen
  • Licht beobachten und auf Blendungen achten

Normalerweise leuchtet das Abblendlicht etwa 50 bis 70 Meter des Untergrundes vor dem Auto aus. In 50 Metern Entfernung trifft der Lichtkegel bereits auf den Boden und darf in Kopfhöhe keine Blendungen verursachen. Werden Sie beim Herangehen geblendet, ist dies ein deutlicher Hinweise auf matte und zerkratzte Stellen, die sich häufig mit einer Politur behandeln lassen.

Autoscheinwerfer selber polieren erlaubt?

Sie dürfen Ihre Scheinwerfer am Auto selber polieren. Es existiert keine Vorschrift, dass Sie derartige Arbeiten in einer Werkstatt durchführen lassen müssen. Dabei sollten lediglich ein paar Dinge beachtet werden, um matte und zerkratzte Stellen beim Polieren nicht noch weiter zu beschädigen. Gehen Sie unbedingt vorsichtig und nach den Tipps in unserem Ratgeber vor, um möglichst saubere Ergebnisse zu erzielen.

Grundsätzlich gilt: Die Scheinwerfer werden bei der Hauptuntersuchung vom Prüfer inspiziert. Matte und stark zerkratzte Scheinwerfer gelten als erheblicher Mangel und das Auto erhält keine neue Plakette. Dabei ist egal, ob diese Schäden während der Fahrt entstanden sind oder beim Polieren verursacht wurden. Bei blinden Scheinwerfern am Auto müssen Sie also in jedem Fall etwas unternehmen.

Größere Risse im Autoscheinwerfer polieren?

Die Scheinwerfer beim Auto sind in der Regel sehr langlebig. Durch die Härte verkraftet die Oberfläche die meisten Belastungen, ohne Schäden davonzutragen. Oftmals begleiten die ab Werk eingebauten Scheinwerfer das Auto daher über seine gesamte Lebensdauer. Durch außergewöhnliche Belastungen, wie z. B. aufgewirbelte Steine, können jedoch Risse auftreten. Hier kommt es darauf an, wie tief der Riss in das Material hineingeht.

Oberflächliche Risse gehen nicht ins Material hinein und können eher als Kratzer angesehen werden. Sie lassen sich mit etwas Glück eventuell wegpolieren. Bei tiefergehenden Risse jedoch, die vielleicht sogar bis zur Innenseite des Scheinwerfers reichen, ist die Entfernung mittels Politur nicht mehr möglich. Hier ist meist ein Austausch des Scheinwerfers nötig, da Stabilität nicht mehr gewährleistet ist und der Scheinwerfer jederzeit brechen kann.

Anleitung – Matte und Zerkratzte Scheinwerfer selber polieren

Bei schlechter Sicht gilt es, schnell zu handeln. Polieren Sie Ihre Scheinwerfer beim Auto selbst auf, um Ihre Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Unsere Anleitung erklärt in vier verständlichen Schritten, wie Sie die Politur richtig durchführen.

Zum manuellen Polieren matter und zerkratzter Stellen werden die folgenden Hilfsmittel benötigt:

  • Wasser
  • Autoshampoo oder ähnliches Reinigungsmittel
  • Schleifpapier, verschiedene – Körnung mindestens 1500
  • Klebeband
  • Abdeckmaterial
  • Schleifmaschine (optional)
  • Schleifpaste (optional)

1. Scheinwerfer von grobem Schmutz befreien

scheinwerfer-reinigen Matte Scheinwerfer beim Auto polieren – Rechtliches und Ratgeber
Scheinwerfer reinigen
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Als erstes gilt es, sämtliche Verschmutzungen zu entfernen. Eine gewöhnliche Reinigung in der Waschanlage reicht nicht aus. Diese säubert zwar großflächig, aber meist nicht ordentlich genug. Bei genauem Hinsehen bleiben fast immer Rückstände übrig. Eine sehr gründliche Reinigung ist wichtig, da sonst im nächsten Schritt zerkratzte Stellen begünstigt werden, anstatt diese zu entfernen.

Für die gründliche Säuberung wird am besten warmes Wasser mit etwas Autoshampoo genutzt. Andere Reiniger können ebenfalls eingesetzt werden, sofern sie für Kunststoffoberflächen geeignet sind. Reiben Sie die Scheinwerfer mit dem Gemisch richtig ab. Zum Trocknen eignet sich ein Baumwolltuch oder Mikrofaser. Nach der Trocknung sind die matten oder zerkratzten Stellen noch deutlicher zu sehen und die Politur kann beginnen.

2. Lack schützen

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Scheinwerfer polieren – Lack abkleben
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Die Scheinwerfer sind sauber und trocken. Nun gilt es zuerst, den Lack um die Scheinwerfer herum zu schützen, damit er während der Politur keinen Schaden nimmt. Dazu werden die an den Scheinwerfer angrenzenden Stellen mit dickem Klebeband wie etwa Isolierband abgeklebt. Auch die Verwendung beispielsweise von Filz und anderem Abdeckmaterial ist möglich. Wichtig ist, dass das Material eine eventuelle Berührung mit dem Schleifmittel verkraftet und den Lack schützt.

3. Matte und zerkratzte Stellen richtig polieren

scheinwerfer-schmirgeln Matte Scheinwerfer beim Auto polieren – Rechtliches und Ratgeber
Scheinwerfer abschleifen
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Das Polieren selbst funktioniert genau wie bei Lackschäden. Es wird sehr feines Schleifpapier mit einer Körnung von mindestens 1500 genutzt, für die Feinarbeiten auch 2500 oder 3000. Beginnen Sie mit dem gröberen Papier mit 1500 und feuchten Sie das Papier immer an. Es darf auf keinen Fall komplett trocken eingesetzt werden. Nun werden matte und zerkratzte Stellen leicht bearbeitet. Wichtig ist, dass extrem vorsichtig vorgegangen wird. Am besten wird mit wenigen, leichten Schleifbewegungen begonnen und sofort kontrolliert, um die Wirkung auf dem jeweiligen Scheinwerfer zu testen.

Durch das Schleifpapier wird eine unsichtbare, sehr dünne Schicht des Materials von der Oberfläche abgetragen. Dadurch wird der Scheinwerfer unmerklich dünner, was die Stabilität allerdings nicht beeinträchtigt. Kleine Kratzer jedoch, die matte Stellen verursachen, lassen sich dadurch entfernen. Während des Polierens sollten Sie die Fläche immer wieder mit Wasser abwaschen, um die abgeriebenen Partikel zu entfernen. Außerdem lässt sich so besser erkennen, ob noch zerkratzte Stellen übrig sind.

scheinwerfer-polieren Matte Scheinwerfer beim Auto polieren – Rechtliches und Ratgeber
Scheinwerfer polieren
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Im letzten Poliergang wird eine Polierpaste für Scheinwerfer oder eine im Handel erhältliche Aluminiumpolitur eingesetzt. Diese Polituren arbeiten deutlich feiner als jedes Schleifpapier und sorgen für eine absolut glatte Oberfläche. Generell gilt: Je glatter eine Oberfläche ist, umso weniger können sich Fremdkörper darauf absetzen.

Wer viel Übung besitzt, kann matte und zerkratzte Scheinwerfer auch mit einer Maschine polieren. Dies erhöht die Geschwindigkeit des Schleifvorgangs. Für einen Erstversuch ist das allerdings nicht zu empfehlen, da die Gefahr von Schäden an Scheinwerfern und am Rest vom Auto mit der Maschine deutlich größer ist.

4. Scheinwerfer versiegeln und vor neuen Schäden schützen

scheinwerfer-versiegeln Matte Scheinwerfer beim Auto polieren – Rechtliches und Ratgeber
Scheinwerfer versiegeln
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Sind alle matten und zerkratzten Stellen beseitigt und die Scheinwerfer gereinigt, sollte eine Versiegelung vorgenommen werden. Diese verhindert, dass das Auto schon bald die nächste Behandlung benötigt. Hierzu gibt es spezielle Mittel, die meist als Scheinwerfer Klarlack oder Headlight-Protection (engl. Scheinwerfer-Schutz) bezeichnet werden. Das Mittel wird ganzflächig nach der jeweiligen Anleitung aufgetragen, versiegelt die Oberfläche und sorgt für eine deutlich längere Lebensdauer.

Abschließend prüfen Sie, am besten bei Dunkelheit, ob das Licht des Autos nun wieder richtig strahlt. Wiederholen Sie dazu den zuvor beschriebenen Test, bei dem Sie auf das Auto mit aktiviertem Abblendlicht zugehen. Blendeffekte sollten nun deutlich weniger stark auftreten. Besonders bei älteren Autos können nicht alle Kratzer komplett entfernt werden, aber der positive Effekt sollte deutlich sein.

Kosten beim Scheinwerfer selber polieren

Die Kosten für das Polieren der Scheinwerfer beim Auto sind sehr gering. Sie erhalten komplette Sets mit Schwamm, Klebeband, Schleifmitteln, Polierpaste und Versiegelung für 10 bis 30 €. Zusätzlich benötigen Sie lediglich noch etwas Wasser und einen Eimer. Das Aufpolieren der Scheinwerfer beim Auto ist daher deutlich günstiger als eine Neuanschaffung der Scheinwerfer oder eine Behandlung in der Werkstatt.

Autoscheinwerfer in der Werkstatt polieren lassen

In der Werkstatt fallen selbstverständlich höhere Kosten als bei Eigenarbeit an. Hier muss zum Material auch noch die Arbeitszeit gezahlt werden. Diese richtet sich stark nach der Größe des Scheinwerfers und nach dem Grad der Beschädigung. Auch die Tiefe von Kratzern beeinflusst die Arbeitszeit. Durchschnittlich fallen in der Werkstatt Kosten zwischen 15 und 50 € pro Scheinwerfer an.

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