Seit der Abgasaffäre sank das Vertrauen in Dieselmotoren erheblich: Schon Anfang des Jahres berichteten wir, dass 38 Prozent der Interessenten an einem Autokauf dem Selbstzünder skeptisch gegenüberstehen. Zurecht? Aktuelle Zahlen zum Wertverlust von Pkws, die ein Ratgeber von CosmosDirekt zusammengetragen hat, geben Aufschluss.

Dieselanteil inzwischen unter 30 Prozent

Die Skepsis gegenüber dem Diesel zeigt sich vor allem an den neuesten Zulassungszahlen: Laut einer Grafik von CosmosDirekt aus einem umfangreichen Dossier zum Wertverlust von Autos sank der Anteil der Dieselfahrzeuge an den Neuzulassungen zuletzt sogar auf unter 30 Prozent: Mit derzeit 29,3 Prozent wurde ein neuer Tiefstand erreicht. Noch 2015 waren mit einem prozentualen Anteil von 46,8 Prozent fast so viele Dieselfahrzeuge zugelassen worden wie solche mit Benzinmotor (2015: 51,5 Prozent). Mittlerweile liegt der Anteil der Benziner bei 64,3 Prozent. Andere Antriebsarten wie Elektromotoren legten von 1,7 Prozent auf 6,4 Prozent zu.

Wertverlust von Dieselfahrzeugen: So sieht es wirklich aus

Diese Skepsis und die drohenden Fahrverbote wirken sich auch erheblich auf den Wertverlust von Dieselfahrzeugen aus: Laut des CosmosDirekt-Artikels kommen allein aufgrund des Dieselmotors zum normalen Wertverlust eines drei Jahre alten Diesel-Pkws rund 2000 Euro Verlust hinzu. Automobilexperte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer beziffert den Wertverlust durch das City-Verbotsurteil ganz ähnlich: „Durch das Urteil ist jeder Diesel jetzt rund 30 Prozent weniger wert“, erklärt er gegenüber express.de. Eine ganze Stange Geld, die kaum von Prämien kompensiert werden kann: Selbst bei draufgerechneten Umtauschprämien kommt man dem Experten zufolge kaum noch auf den eigentlichen Zeitwert des Autos.

Umtauschprämie: Kaum Wirkung und für Verbraucher zu unübersichtlich

Die Verunsicherung bei den Kunden ist dementsprechend groß, denn jeder Hersteller hat andere Angebote, andere Rabatte, andere Aktionen – ein einheitliches Rabattsystem gibt es nicht. Was jedoch alle eint: Sie sind nicht attraktiv genug, um den Wertverlust wirklich auszugleichen. „Die Rabatte sind zwar hoch, doch sie gleichen nicht den Wertverlust aus, den die Kunden durch die Dieselkrise erlitten haben“, erklärt ein BMW-Manager gegenüber Spiegel Online. Selbigem Magazin rechnet Experte Dudenhöffer vor: Für einen drei Jahre alten BMW 530 gibt es nur noch 22.000 Euro – ohne Dieselaffäre wären es gut 31.000 Euro. Der extra-Wertverlust von 9000 Euro steht einer Umtauschprämie von nur 3380 Euro gegenüber – kein guter Deal. Daher ist es für Besitzer trotz Prämien sogar noch günstiger, den alten Wagen umzurüsten.

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