Titelbild-Dashcam-Auto-montieren Dashcam im Auto – Gesetzliches und Nachrüsten einfach erklärt!
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Dashcams kommen in immer mehr Fahrzeugen zum Einsatz. Sie lassen sich einfach nachrüsten und erfüllen verschiedene Zwecke. Aber was genau macht eine Dashcam? Kann Sie in jedem Auto eingebaut werden? Gibt es Gesetzliches zu beachten? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem Ratgeber.

Was ist eine Dashcam?

Das Wort ist ein Kofferwort aus den englischen Wörtern Dashboard für Armaturenbrett und Camera
für Kamera. Es handelt sich dabei um eine kleine Kamera, die über dem Armaturenbrett montiert wird und permanent ein Video aufzeichnet. Dies ist die grundlegende Aufgabe, wobei hochwertige Dashcams über weiter Funktionen verfügen.

Die Bedienung erfolgt entweder per Hand oder mit Sprachsteuerung. Strom zieht die kleine Videokamera über den Zigarettenanzünder oder durch den Anschluss an die Elektronik des Autos. Grundsätzlich ist der Einbau in jedem Auto möglich, der Aufwand bei der Kabelverlegung unterscheidet sich jedoch stark.

Nutzung der Dashcam

Bild2-Dashcam-Stromversorgung-Saugnapf-Stecker-Zigarettenanzünder Dashcam im Auto – Gesetzliches und Nachrüsten einfach erklärt!
Dashcam Set
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Die Kamera zeichnet während der Fahrt ein Video auf. Damit können Sie die letzten Minuten oder Stunden noch einmal ansehen beziehungsweise auf einen anderen Speicher kopieren. Die Qualität der Aufzeichnung schwankt natürlich stark mit dem Preis der Dashcam. Das gleiche gilt für die Aufzeichnungsdauer. Ist der integrierte Speicher der Dashcam voll, überschreibt sie diesen mit neueren Videos. Die Aufnahmedauer lässt sich meist durch Austausch der Speicherkarte verlängern.

Ein Zweck dieser Aufzeichnung ist der Nachweis der Unfallschuld. Da auf dem Video immer die letzten Minuten der Fahrt zu sehen sind, läuft die Kamera bei einem Unfall mit und zeichnet das Geschehen auf. In Russland beispielsweise verbreiteten sich die Dashcams im Auto, nachdem diese als Beweismittel vor Gericht zugelassen wurden.

Weitere Funktionen einer Dashcam

Hochwertige Dashcams können allerdings nicht nur Videos aufzeichnen. Sie verfügen beispielsweise über Zusatzfunktionen wie Nachtsicht. Sie erlauben damit eine deutlich weitere Sicht als mit bloßem Auge, besonders wenn sie mit dem Head-Up Display gekoppelt werden. Bei einigen Modellen ist auch die Nutzung als Rückfahrkamera oder Navigationsgerät möglich. Vom Aufbau her unterscheiden sich die Geräte nicht, denn alle Funktionen werden in einem handlichen Gehäuse verbaut.

Es gilt aber immer: Dashcams dienen genau wie andere technische Geräte nur als Hilfsmittel. Die Vorsicht von Ihnen als Fahrer ist dadurch nicht weniger wichtig. Die Verantwortung für das Bedienen des Autos bleibt immer bei Ihnen als Fahrer.

Rechtliches zur Dashcam in Deutschland

Die Situation in Deutschland ist nicht zu 100 % geklärt. Zuerst einmal: Das kaufen und selber einbauen von Dashcams im Auto ist nicht strafbar. Eine Dashcam im KFZ macht weder bei der Hauptuntersuchung beim TÜV noch in der Polizeikontrolle Schwierigkeiten.

Grundsätzlich ist das dauerhafte Filmen im öffentlichen Raum nicht zulässig. Hier erfolgt ein Eingriff in die
Persönlichkeitsrechte anderer Personen. Derartige Aufnahmen dürfen grundsätzlich nicht als Beweismittel genutzt werden und die Verbreitung ist sogar strafbar. Möchten Sie Dashcam-Videos benutzen, sollten Sie Personen und Kennzeichen anderer Autos unkenntlich machen.

In Gerichtsprozessen nach Unfällen werden die Aufnahmen der Dashcam jedoch immer wieder als Beweismittel zugelassen. Den Anstoß gab das BGH Urteil vom 15.05.2018 mit dem Az.VI ZR 233/17, in dem das Dashcam-Video als Beweismittel zugelassen wurde. Es wird aber darauf hingewiesen, dass bei jedem Urteil eine Abwägung von Interessen erfolgt.

Nutzung der Dashcam in anderen Ländern

Die rechtliche Situation ist teilweise sehr unterschiedlich. Einige Länder begrüßen die Aufnahmen aus dem Auto, da sie bei der schnellen Klärung des Unfallhergangs helfen. In manchen Ländern ist die Polizei berechtigt, die Aufnahme Ihrer Dashcam sicherzustellen. Das gilt auch, wenn das bedeutet, dass Sie damit Ihre eigene Unfallschuld beweisen.

Die meisten Länder lassen Dashcams zu, sofern diese Bedingungen erfüllen. Sie dürfen zum Beispiel keine
allzu hohe Auflösung verwenden und die Daten müssen nach wenigen Tagen überschrieben werden. Ein Sonderfall ist Österreich: Hier ist die Verwendung der Dashcam im Auto nur mit Genehmigung zulässig (Stand 03.2020). Informieren Sie sich vor Reiseantritt, welche Bestimmung für Ihr Reiseland gelten.

Dashcam einbauen – Schritt für Schritt Anleitung

Dieser Ratgeber gilt nicht für die günstigen Dashcams, die einfach per Saugnapf an die Frontscheibe des Autos geklebt werden. Wir behandeln die hochwertigen Geräte, die meist über Sonderfunktionen verfügen und bei denen Kabel fest verlegt werden sollen. Nehmen Sie in jedem Fall die Einbauanleitung der Herstellers dazu, da diese spezifische Informationen für Ihr Gerät enthält.

Wir behandeln die Varianten der Montage:

Für die Montage der Dashcam im Auto benötigen Sie lediglich ein paar beliebige Werkzeuge zum Hebeln und etwas Reinigungsmittel. Der Arbeitsaufwand variiert stark mit der Dashcam und dem Auto, meist ist der Einbau aber in einer Stunde abgeschlossen.

1. Vorbereitung

Packen Sie Ihre Dashcam und lesen Sie die Anleitung. Das Gerät ist entweder für die Montage an der Frontscheibe oder am Innenspiegel des Autos gedacht. Räumen Sie das Armaturenbrett leer. Falls Sie Kabel verlegen müssen: Entfernen Sie störende Gegenstände aus den Türen, dem Fußraum und Kofferraum.

2. Einbauort auswählen

Bild3-Windschutzscheibe-Auto-innen-reinigen Dashcam im Auto – Gesetzliches und Nachrüsten einfach erklärt!
Windschutzscheibe reinigen
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Bei einer Montage an der Windschutzscheibe müssen Sie zuerst die Stelle säubern, an der die Kamera hängen soll. Nutzen Sie die Stelle, die sich vom Fahrersitz aus hinter dem Innenspiegel befindet. Somit bleibt Ihre Sicht während der Fahrt gleich. Reinigen Sie die Stelle mit einem geeigneten Reinigungsmittel wie Glasreiniger und trocknen Sie das Glas. Anschließend können Sie das Gerät ankleben.

Bei einer Montage am Innenspiegel nehmen Sie einfach die Anleitung des Herstellers. Sie sollten darin Informationen finden, wie Sie die Dashcam befestigen. Meist wird sie einfach über den Spiegel gehängt und mit Bändern oder Laschen befestigt.

3. Rückfahrkamera montieren

Ist Ihre Dashcam mit einer Rückfahrkamera kombiniert, bringen Sie diese hinten am Auto an. Dazu müssen Sie normalerweise das Kennzeichen und dessen Halter entfernen. Über die Verkleidung im Kofferraum gelangen Sie mit dem Kabel bis zum Rückfahrscheinwerfer. Nutzen Sie dessen Leitungen, um die Kamera mit Strom zu versorgen, dann wird die Kamera nur aktiviert, wenn Sie den Rückwärtsgang einlegen. Anschließend müssen Sie eine Leitung von der Heckkamera bis zur Dashcam an der Frontscheibe verlegen. Nutzen Sie hierfür die Kabelkanäle in den Säulen und unter den Einstiegsleisten.

Hochwertige Dashcams verbinden sich häufig drahtlos mit der Rückfahrkamera. In diesen Fällen müssen Sie keine Kabel verlegen. Beachten Sie jedoch bei zukünftigen Fahrten, dass das Funksignal das Satellitensignal stören kann. Platzieren Sie daher das Navigationsgerät in einem möglichst großen Abstand zur Dashcam.

4. Kabel verlegen

Bild4-Dasham-an-Frontscheibe-montieren Dashcam im Auto – Gesetzliches und Nachrüsten einfach erklärt!
Dashcam montieren und kabel verlegen
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Sie können das Kabel von der Dashcam einfach herunterhängen lassen. Das sieht nicht schön aus und behindert eventuell auch bei der Bedienung. Verlegen Sie das Kabel stattdessen fest im Auto. Oben finden sich im Dachhimmel ein paar Millimeter, in denen Sie die Leitung verstecken können. Verlegen Sie die Leitung nun über die A-Säule und das Armaturenbrett bis in den Fußraum. Von dort gelangen Sie in die Mittelkonsole oder das Handschuhfach, wo sich Ihr Zigarettenanzünder befindet.

Meist müssen Sie Teile der Verkleidung entfernen. Gehen Sie vorsichtig vor, damit alte und verschlissene Clips nicht brechen. Dies gilt insbesondere:

  • Am Übergang vom Dachhimmel zur A-Säule
  • von der Säule zum Armaturenbrett
  • vom Armaturenbrett in den Fußraum

Tipp: Bei vielen Autos können Sie Teile der Verkleidung am Ansatz ein paar Millimeter wegbiegen
und das Kabel darunterschieben. So müssen Sie nicht die gesamte Verkleidung ausbauen, sondern nur Teile.

5. Stromversorgung im Auto anschließen

An dieser Stelle haben Sie zwei Möglichkeiten. Die meisten Dashcams werden mit einem Adapter für den
Zigarettenanzünder des Autos geliefert. Hierbei bleibt das eingesteckte Ende des Kabels sichtbar.

Die andere Möglichkeit ist, die Dashcam direkt an die Stromversorgung des Zigarettenanzünders anzuschließen. Klemmen Sie hierzu als erstes die Batterie ab. Nun müssen Sie die richtigen Leitungen finden, durchschneiden und die Leitung der Kamera fest anschließen. Diese Variante macht mehr Arbeit, aber die Kabel verschwinden komplett.

Achtung: Nutzen Sie zum Festanschluss immer eine Leitung, die über die Zündung aktiviert wird. Führt die Leitung dauerhaft Strom, würden Sie das Auto im Stillstand entladen.

6. Einschalten und Test

Bild5-Dashcam-einschalten-und-testen Dashcam im Auto – Gesetzliches und Nachrüsten einfach erklärt!
Montierte Dashcam testen
©Foto: rukawajung/depositphotos.com

Nach dem Anschluss an den Strom aktivieren Sie die Zündung. Möglicherweise ist der Akku der Dashcam leer. Nach wenigen Minuten jedoch sollte das Gerät reagieren. Schalten Sie die Kamera ein und testen Sie alle Funktionen. Alles in Ordnung? Dann war der Einbau erfolgreich!

Dashcam selber einbauen – Aufwand und Kosten

Mit unserem Ratgeber können Sie Ihre Dashcam selber an der Windschutzscheibe oder dem Rückspiegel einbauen. Die Kosten variieren überwiegend durch die Auswahl der Dashcam. Das Gerät kostet zwischen 30 und 300 €. Die übrigen Werkzeuge und Hilfsmittel finden sich in nahezu jeder Werkstatt. Der Arbeitsaufwand beim selber einbauen variiert zwischen einigen Minuten bis zu zwei Stunden.

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Dashcam in der Werkstatt einbauen lassen

Sie trauen sich das selber montieren nicht zu? Dann können Sie selbstverständlich auf eine Werkstatt Ihres Vertrauens zugreifen. Hier müssen Sie jedoch mit höheren Kosten rechnen, da die Arbeitszeit hinzukommt. Im Schnitt fallen je nach Dashcam Kosten zwischen 100 und 500 € an.

Haftungsausschluss

Unsere Ratgeber enthalten viele fachliche Informationen rund um das KFZ, die wir sorgfältig zusammengetragen haben. Diese Artikel können allerdings die Fachkenntnis eines Spezialisten nicht ersetzen. Autoteile-Markt haftet daher nicht für Schäden und Verletzungen, die durch unsachgemäß ausgeführte Reparaturen entstehen. Wir empfehlen grundsätzlich, Arbeiten am KFZ nur von einem Fachmann ausführen zu lassen.

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F. Selleng wurde in Köthen (Anhalt) geboren. Als ausgebildeter Mechatroniker bei der Deutschen Bahn, arbeitete er dort in der Wartung und Instandhaltung von Schienen-Baufahrzeugen.
Nach einer Fortbildung zum Industriemeister Elektrotechnik wechselte er später in die Autoindustrie nach Leipzig. In den folgenden Jahren arbeitete er bei Porsche und BMW.
Seit dem Schuljahr 2016/17 ist er als Fachlehrer für Elektrotechnik an einer Berufsschule tätig. Im gleichen Zeitraum begann er, als freier Autor fachliche Texte und Ratgeber zu verfassen.

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