Titelbild-EPC-Kontrollleuchte-1024x683 EPC Kontrollleuchte – Aufgabe, Ursachen und Fehlersuche
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Die EPC Kontrollleuchte Ihres Autos leuchtet oder blinkt, manchmal auch in Verbindung mit der Motorkontrollleuchte? Dann könnte es sein, dass Ihr Auto ein Problem mit der elektronischen Leistungsregelung aufweist. Diese reguliert die Leistung des Motors über die Drosselklappe und sorgt immer für optimale Bedingungen für die Verbrennung. Unser Ratgeber verrät Wissenswertes zur EPC Warnleuchte und wir erklären, wie Sie selber nach der Ursache suchen können, wenn diese plötzlich leuchtet.

Welche Funktion hat die EPC Kontrollleuchte?

Die EPC Kontrollleuchte (Elektronik Power Control) befindet sich im Armaturenbrett der meisten neueren Autos. Sie ist orange oder gelb wie die normale Motorkontrollleuchte und hat den Zusatz EPC. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug über eine elektronische Leistungsregelung verfügt. Besonders bei älteren Fahrzeugen ist meist eine mechanische Regelung verbaut und demnach oftmals keine EPC Kontrollleuchte vorhanden. Sie finden Informationen im Handbuch oder der Bordmappe, ob das Auto über eine EPC Leuchte verfügt.

Die EPC Lampe zeigt an, dass es ein Problem mit der elektronischen Leistungsregelung gibt. Diese steuert die Drosselklappe im Ansaugtrakt anhand der Fahrpedalstellung. Wenn der Fahrer Gas gibt, wird die Klappe geöffnet und das Auto beschleunigt. Neben der Gaspedalstellung fließen noch andere Faktoren in die Motorsteuerung mit ein, um optimale Bedingungen im Verbrennungsraum zu schaffen.

Alle Warn- und Kontrollleuchten einschließlich der EPC Kontrollleuchte sollten beim Einschalten der Zündung kurz aufleuchten. Das dient der Überprüfung der Funktion der Leuchten. Innerhalb der nächsten Sekunden müssen diese jedoch wieder ausgehen. Nach dem Motorstart dürfen die Warnlampen nicht mehr leuchten, andernfalls liegt ein Problem vor.

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Welche Varianten der EPC gibt es beim Auto?

Der Aufbau der Leistungsregelung hat sich zusammen mit der Technik in den Autos stark weiterentwickelt. Früher funktionierte das Gaspedal rein mechanisch über einen Bowdenzug oder bei einigen Autos über ein komplexes Gestänge.

Bei modernen Fahrzeugen funktioniert die Regelung elektronisch und wird daher auch als E-Gas bezeichnet. Hier kommen entweder Potentiometer (verstellbare Widerstände) oder kontaktlose Sensoren zum Einsatz. Bei der kontaktlosen Variante wird das Prinzip der Induktion genutzt, also die Veränderung des Magnetfelds einer Spule. Im Gegensatz zum Kupplungspedalschalter oder Bremspedalschalter handelt es sich bei der Fahrpedalstellung also nicht um einen reinen Schalter, sondern vielmehr um einen stufenlosen Signalgeber.

Das Motorsteuergerät erzeugt aus der Stellung des Gaspedals ein elektrisches Signal, welches für die Regelung genutzt wird. Die EPC berechnet das perfekte Gemisch für die Verbrennung anhand verschiedener Faktoren und verstellt dementsprechend die Drosselklappe. Ist die Fahrpedalstellung verschlissen oder defekt, erhält das Motorsteuergerät ein falsches Signal und der Motor fährt mit einem ungünstigen Gemisch. Das hat verschiedene negative Auswirkungen auf den Motor.

Welche Symptome treten bei einem kaputten Gaspedalsensor auf?

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Das Motorsteuergerät wertet das Signal des Fahrpedalsensors aus. Ein kaputter Sensor liefert falsche Daten, die wiederum zu einer schlechten Motorsteuerung führen. Durch einen Defekt am Fahrpedalsensor können verschiedene Fehler auftreten. Typische Anzeichen für einen kaputten Gaspedalsensor sind:

  • EPC Kontrollleuchte leuchtet auf oder blinkt
  • Drehzahl des Motors im Leerlauf ist zu hoch
  • Auto reagiert falsch oder überhaupt nicht auf Gaspedalbewegungen
  • Motorkontrollleuchte geht an oder der Motor springt in den Notlauf

Welche Ursachen hat das Aufleuchten der EPC Kontrollleuchte im Auto?

Bild-2-Drosselklappe EPC Kontrollleuchte – Aufgabe, Ursachen und Fehlersuche
Drosselklappe
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Die EPC Kontrollleuchte im Auto zeigt an, dass es ein Problem mit der elektronischen Leistungsregelung gibt. Das kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten davon sind:

  • mechanischer Fehler, beispielsweise Potentiometer verschlissen
  • Drosselklappe defekt
  • Fehler in der Elektronik
  • Spannung oder Masse fehlt
  • Kabel oder Anschluss der Fahrpedalstellung fehlerhaft
  • Bremspedalschalter oder Kupplungspedalschalter kaputt

Welche Folgen hat die Weiterfahrt mit leuchtender EPC Kontrollleuchte?

Der Defekt der elektronischen Leistungsregelung bewirkt, dass die Drosselklappenverstellung gestört ist. Effekte sind wenig Leistung, schlechte Abgaswerte und ein erhöhter Kraftstoffverbrauch. Außerdem sind Folgeschäden in Form von Rußbildung im Verbrennungs- und Abgastrakt möglich. Schlimmstenfalls kann das Auto an einer ungünstigen Stelle vollständig liegenbleiben.

Bei modernen Autos sollte der Motor in den Notlauf übergehen, um Folgeschäden zu vermeiden. Dennoch hat das Auto ein technisches Problem. Das bedeutet: Leuchtet oder blinkt die EPC Lampe, sollten Sie nicht unnötig weiterfahren, sondern die Ursache suchen und das Problem beheben.

Ein gesetzliches Problem ergibt sich spätestens beim Tüv. Ein Auto mit leuchtender EPC Kontrolllampe fällt durch die Hauptuntersuchung. Vor der Prüfung müssen Sie den Defekt beheben.

EPC Kontrollleuchte – Schritt für Schritt Anleitung zur Fehlersuche

Die EPC Leuchte Ihres Autos leuchtet auf? Mit unserem Ratgeber führen Sie eine kurze Diagnose bei vielen namhaften Marken wie VW, Opel, BMW, Audi, Skoda, Renault oder Mercedes-Benz durch. So können Sie den Fehler entdecken und anschließend das kaputte Teil wechseln.

Für die DIY Fehlersuche an Ihrem KFZ benötigen Sie die folgenden Werkzeuge und Hilfsmittel:

  • OBD-Diagnosegerät
  • je nach Auto: verschiedene Schraubendreher und Schlüssel zur Demontage von Abdeckungen
  • Multimeter
  • Oszilloskop für fortgeschrittene Messungen
  • für Messungen: eine zweite Person

1. Fehlerspeicher des Autos auslesen

Die Diagnose der Ursache für die EPC Kontrollleuchte beginnt mit dem Auslesen des Fehlerspeichers. Wenn eine Warnlampe aufleuchtet, liegt ein Fehler vor, der im Fehlerspeicher hinterlegt wird. Hierfür wird das OBD Diagnosegerät benötigt. Die Position der OBD Dose des Autos finden Sie im Benutzerhandbuch oder über eine Suche im Internet. Suchen Sie nun im Fehlerspeicher nach einem Fehler mit Begriffen wie Gaspedal oder Gaspedalstellung.

Beispiele für Fehlermeldungen im Zusammenhang mit der Fahrpedalstellung sind:

  • VW T5: 16610 – Geber 1/2 für Gaspedalstellung
  • Opel Corsa: Gaspedal Fehler – Signal Stellung 2 – Signal unplausibel
  • Audi A3: Fehlercode 18047 – Geber 1/2 für Gaspedalstellung (g79) + G185 unplausibles Signal
  • Opel Astra H: Fehlercode 1120-52 Sensor Gaspedalstellung 1 und 2 Signal – falsches Verhältnis
  • Fiat 500: Fehlercode P1220

Taucht eine derartige Fehlermeldung im Speicher auf, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Defekt im Zusammenhang mit der Fahrpedalstellung vorliegt. In diesem Fall gilt es, die genaue Ursache zu finden.

2. Überprüfung des Fahrpedalsensors

Zur Prüfung des Pedalsensors müssen Sie diesen zuerst freilegen. Je nach Auto müssen dazu eine oder mehrere Abdeckungen im Innenraum des Fahrzeugs im Fahrerfußraum demontiert werden. Sobald der Pedalsensor freiliegt, führen Sie folgende Kontrollen durch:

  • Sichtprüfung
  • Kontrolle der Kabel und Anschlüsse
  • Sichtprüfung der mechanischen Komponenten

Falls das Problem mit einem schlechten Kontakt am Stecker zusammenhängt, können Sie es direkt beseitigen. Hierzu müssen Sie den Stecker trennen, reinigen und neu verbinden. Lösen Sie hierzu die Sicherung und ziehen Sie den Stecker ab. Die innenliegenden Kontakte sollten sauber und frei von Rost sein.

Wenn Sie hier einen irreparablen Defekt wie beispielsweise gebrochene Kontakte finden, hilft möglicherweise das Wechseln des Fahrpedalsensors. Falls augenscheinlich kein Fehler vorliegt, lässt sich mit entsprechenden Hintergrundinformationen der Sensor messen.

3. Messung des Sensors

Achtung: Voraussetzung für Messungen am Gaspedalsensor ist, dass Sie die Normalwerte in Erfahrung bringen können. Blindes Messen an irgendwelchen Punkten wird keine aussagekräftigen Ergebnisse bringen und führt nur zu falschen Rückschlüssen. Messungen sollten außerdem mit der Hilfe einer zweiten Person durchgeführt werden. Der Fahrpedalsensor ist nur schwer zugänglich ist, daher ist es für eine Person nahezu unmöglich, gleichzeitig zu messen und das Ergebnis abzulesen.

Nutzen Sie ein Multimeter und messen Sie die Werte, die der Sensor ausgibt. Vergleichen Sie diese anschließend mit den Normwerten aus dem Handbuch oder Internet. Kleine Toleranzen von wenigen Prozent können aufgrund der Messtoleranz des Multimeters auftreten. Größere Abweichungen jedoch (beispielsweise 20 % Differenz) deuten auf Fehler hin.

Messen und vergleichen Sie alle Werte und beurteilen Sie dann das Ergebnis. Bei einem Defekt der Fahrpedalstellung wird mindestens ein Wert eine deutliche Abweichung von der Norm aufweisen. In diesem Fall sollte das Problem nach dem Wechseln des Gaspedalsensors behoben sein.

4. Messung mit dem Oszilloskop

Mit einem Oszilloskop lassen sich Spannungen grafisch darstellen. Hier können Sie beispielsweise die Veränderung des Signals bei betätigtem Gaspedal auslesen. Voraussetzung ist natürlich auch hier, dass Sie die Messpunkte beziehungsweise Pins vorher herausfinden.

Auch hier gilt: Wenn deutliche Abweichungen von den Normalwerten auftreten, sollten Sie den Gaspedalsensor tauschen.

Welche Kosten fallen beim Wechseln eines defekten Gaspedalsensors an?

Bei Verschleiß, am Gaspedalsensor können Sie diesen in der Werkstatt tauschen lassen. Das Ersatzteil kostet meist zwischen 50 und 150 €. Aufgrund von verschiedenen Vorarbeiten fällt jedoch einiges an Arbeitszeit an. Das Erneuern des Sensors verursacht meist Gesamtkosten zwischen 200 und 400 €.

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Haftungsausschluss

Unsere Ratgeber enthalten viele fachliche Informationen rund um das KFZ, die wir sorgfältig zusammengetragen haben. Diese Artikel können allerdings die Fachkenntnis eines Spezialisten nicht ersetzen. Autoteile-Markt haftet daher nicht für Schäden und Verletzungen, die durch unsachgemäß ausgeführte Reparaturen entstehen. Wir empfehlen grundsätzlich, Arbeiten am KFZ nur von einem Fachmann ausführen zu lassen.

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