Stoßdämpfer_Q_Depositphotos_60456295_C_ekapotfotothai_depositphotos Stoßdämpfer wechseln: Diagnose, Anleitung, Kosten
Stoßdämpfer am Fahrzeug
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Die Stoßdämpfer sind zentrale Bauteile des Autos, die dazu dienen, Schwingungen des Fahrzeugs zu unterdrücken oder abklingen zu lassen. Damit sind sie entscheidend für das sichere Beherrschen des Wagens. Dennoch sind immer wieder Autos mit defekten Federn und anderen technischen Mängeln auf deutschen Straßen unterwegs. Wer das Wechseln zu lange hinauszögert, dessen Bremsweg verlängert sich nach Angaben des TÜV um rund 20 Prozent. Doch woran sind defekte Stoßdämpfer überhaupt zu erkennen?

Bedeutend für die Straßenlage

Ist ein Wechseln des Stoßdämpfers erforderlich, so sind bereits zahlreiche Fahreigenschaften beeinträchtigt. Die Kontrolle über das Auto reduziert sich, eine angemessene Kurvenlage ist kaum mehr zu erreichen. Überfahrene Unebenheiten können nun kaum mehr gedämpft werden, was eine zusätzliche Belastung für die gesamte Karosserie bedeutet.

Heute zählen sogenannte Gasdruck-Stoßdämpfer zur Standardausstattung neuer Autos. Sie überzeugen mit einer hervorragenden Dämpfung, welche eine komfortable Fahrt, wie wir sie gewohnt sind, überhaupt erst möglich macht. Gleichzeitig sind sie ein reines Verschleißteil am Auto, das regelmäßig zu checken und zu tauschen ist. Das Wechseln kann bereits bei einem verräterischen Quietschen erforderlich sein, um Folgeschäden auszuschließen und die ersehnte Fahrsicherheit zu gewähren.

Die Risiken defekter Stoßdämpfer

Nach Angaben des TÜV Nord ist bei mehr als der Hälfte der Unfälle, an denen ältere Autos beteiligt sind, von einer Beschädigung der Stoßdämpfer auszugehen. Denkbar sind etwa die folgenden durch den Schaden hervorgerufenen Szenarien:

  • Das Auto bricht in der Kurve aus
  • Der Bremsweg wird wesentlich länger
  • Das Auto reagiert empfindlicher auf Seitenwind
  • Der Verschleiß der Reifen ist akut erhöht
  • Das Auto taucht beim Bremsen ab

Bereits der verlängerte Bremsweg ist Grund genug, sich frühzeitig um das Tauschen der Dämpfer zu bemühen. Wer die Bauteile wechseln möchte, blickt zudem häufig auf die Schäden, die an anderen Fahrzeugteilen entstehen können. Besonders die Reifen werden stark in Mitleidenschaft gezogen, da das Rad nach einer Unebenheit nicht zur Ruhe kommt, sondern weiter springt. Die Abnutzung des Rades ist zudem unregelmäßig, was die Laufleistung um bis zu 25 Prozent reduziert.

Zu beachten ist zudem die Schleudergefahr bei defekten Stoßdämpfern. Hektische Lenkbewegungen, wie sie etwa bei einem Ausweichmanöver oder einer kurvenreichen Fahrt mit hoher Geschwindigkeit vorkommen, werden zu einem Sicherheitsrisiko, wenn das Wechseln zu lange hinausgezögert wird. Nun schaukelt sich das Fahrzeug riskant auf, bricht leichter aus und ist nur unter großen Mühen wieder unter Kontrolle zu bekommen. Selbst erfahrene Fahrer sind selten auf diese Situation vorbereitet, die sich durch ein zeitiges Wechseln verhindern lässt.

So erkennen Sie defekte Stoßdämpfer zielsicher

Stoßdämpfer-2 Stoßdämpfer wechseln: Diagnose, Anleitung, Kosten

Mit dem Defekt geht die dämpfende Wirkung eines Stoßdämpfers verloren. Bis zum Tauschen des Bauteils ist das Auto somit nur noch auf den Federn gelagert. Dieser Umstand führt eine ganze Reihe von Symptomen herbei, auf die wir in diesem Ratgeber genauer eingehen möchten. Zunächst ist hier die feinfühlige Beobachtung während der Fahrt von Bedeutung. Ruht das Gewicht des gesamten Autos nur noch auf den Federn, so reduziert sich die Fahrstabilität merklich. Da es sich um einen schleichenden Prozess handelt, fällt es jedoch häufig schwer, aus der Entwicklung die richtigen Schlüsse zu ziehen. Deutlicher offenbaren sich technische Defekte während des Bremsvorgangs. Schaukelt sich der Wagen dabei auf, so ist ein Wechseln der Bauteile nicht mehr zu umgehen.

Ein solches Aufschaukeln kann auch unter künstlichen Bedingungen herbeigerufen werden, um die Funktionalität der Stoßdämpfer und Federn zu testen. Kommt das Fahrzeug beim Aufschaukeln der Karosserie kaum mehr zur Ruhe, so ist die Überlastung offensichtlich, die das Wechseln erforderlich macht. Präziser fällt die Diagnose selbstverständlich in einer Fachwerkstatt aus. Dort wird das Auto auf den Prüfstand gestellt, um die Teile bei Bedarf direkt tauschen zu lassen.

Dass ein Wechseln der Stoßdämpfer unumgänglich ist und diese am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind, zeigt zudem austretendes Öl. Sofern Fahrer darauf aufmerksam werden, ordnen sie es häufig falsch zu und verkennen den tatsächlichen Auslöser. Aus der Sicht des TÜV handelt es sich um „erhebliche Mängel“, die einer erneuten Verleihung der begehrten Plakette im Wege stehen.

Stoßdämpfer und Fahrwerk schonen

Nicht alle schädlichen Einflüsse für Fahrwerk und Stoßdämpfer lassen sich ausschalten und dennoch darf die Prävention in diesem Ratgeber nicht fehlen. So ist ihre Lebensdauer etwa von der Qualität der häufig befahrenen Straßen abhängig. Nicht jede Unebenheit lässt sich konsequent umfahren, um eine unnötig hohe Krafteinwirkung zu verhindern. Dennoch trägt ein fahrzeugfreundlicher Fahrstil einen wichtigen Teil dazu bei, dass die Einsatzzeit der stark belasteten Teile maximiert werden kann. So sind etwa ruckartiges Bremsen und starkes Beschleunigen zu vermeiden, da sie den Verschleiß der tragenden Teile, wie etwa der Gummilager erhöhen.

Besonderen Strapazen sind Federn und Stoßdämpfer während der Fahrt auf Kopfsteinpflaster ausgesetzt. Hier ist es wichtig, die Geschwindigkeit entsprechend zu reduzieren, um die Belastung zu reduzieren. Womöglich lässt sich das Wechseln der Bauteile auf diese Weise herauszögern. Für die Lebensdauer der Stoßdämpfer gilt der Richtwert von 80.000 Kilometern. Diese ungefähre Angabe variiert je nach Qualität der verbauten Teile und Fahrverhalten.

Das Wechseln in Eigenregie

Stoßdämpfer-1 Stoßdämpfer wechseln: Diagnose, Anleitung, Kosten

Mit den neuen technischen Konstruktionen, die in den Autos jüngerer Baujahre Verwendung finden, wurde das selbstständige Wechseln der Stoßdämpfer für Laien zunehmend schwerer. Wer die Federn dennoch selbst tauschen möchte, blickt vor allem auf die finanzielle Ersparnis, die damit verbunden ist. Wir möchten in diesem Ratgeber eine knappe Anleitung bereitstellen, welche die wichtigsten Schritte dieser Reparatur zusammenfasst.

1. Radmuttern lösen und aufbocken

Auf einem festen Untergrund kann das Auto nach dem Lösen der Radmuttern auf sicheren Böcken angehoben werden. Einfache Wagenheber, die womöglich noch falsch angesetzt werden, sollten aufgrund des erhöhten Risikos nicht eingesetzt werden.

2. Rad abmontieren und Stoßdämpfer lösen

Vor dem eigentlichen Wechseln geht es nun darum, das Rad vollständig abzumontieren und den Stoßdämpfer zu lösen. Dieser ist mit zwei Schrauben an der Radaufhängung fixiert. Die starken Belastungen während der Fahrt können dafür gesorgt haben, dass sich diese Verschraubungen kaum mehr lösen lassen. In diesem Fall kann etwas Kriechöl herangezogen werden.

3. Anbauten und Domlager lösen

Umfangreicher sind die Arbeiten zum Lösen aller Anbauten, die vor dem eigentlichen Wechseln stattfinden. Dazu zählen Kabelverbindungen, der ABS-Sensor und die Bremszange. Auch die Koppelstange und der Achsschenkel sollten an der oberen Befestigung gelöst werden, um beim Wechseln die Bremsscheibe zur Seite klappen zu können. Nun hängt der Stoßdämpfer frei und es ist ein leichter Zugriff möglich.

Nun ist der Stoßdämpfer nur noch über das Domlager mit der Karosserie verbunden. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, um die Verschraubung unter den Schutzkappen zu lösen.

4. Das Bauteil tauschen

Die Arbeit lässt sich erheblich vereinfachen, indem beim Wechseln auf ein fertig montiertes Federbein zurückgegriffen wird, das aus den Federn und Stoßdämpfern besteht. Dadurch entfällt das mühsame Spannen des Federbeins, für das spezielles Werkzeug erforderlich ist. Der ganzheitliche Austausch mit qualitativ hochwertigen Teilen bietet zudem die Möglichkeit, den Verschleiß vieler Jahre rückgängig zu machen.

5. Einbau des neuen Bauteils

Nun ist es wichtig, den neuen Stoßdämpfer mit der gleichen Sorgfalt neu zu verschrauben. Eine mehrfache Kontrolle der verschiedenen Anschlüsse, die wiederhergestellt werden müssen, ist nun unbedingt notwendig. Da das Wechseln der Stoßdämpfer stets paarweise erfolgen sollte, um für gleiche Verhältnisse auf beiden Seiten zu sorgen, muss nun die gegenüberliegende Seite bearbeitet werden.

Die Hinterachse

An der Hinterachse des Autos fällt das Wechseln der Stoßdämpfer einfacher, da Federn und Dämpfereinheit in der Regel getrennt installiert wurden. Sofern keine Komplett-Federbeine an der Hinterachse montiert sind, können die Verschraubungen gelöst werden, sobald die Hinterachse maximal entspannt ist und die Räder den Kontakt zum Boden verloren haben.

Die Vorderachse

Bei nahezu allen Autos sind Federbeine an der Vorderachse verbaut, die das Wechseln komplexer gestalten. Hier hängt der Aufwand des Tauschens stark vom individuellen Aufbau des Modells und den Dämpfungseigenschaften der Bauteile ab.

Wichtig: Das Wechseln der Stoßdämpfer ist ein technisch sehr komplexer Eingriff. Wer nicht über die dafür notwendigen Kenntnisse verfügt, sollte die Dienste einer Fachwerkstatt in Anspruch nehmen, um Sicherheitsrisiken ausschließen zu können.

Zeitnaher Wechsel in der Werkstatt

Das Tauschen der Stoßdämpfer bietet die Möglichkeit, die ursprüngliche Fahrsicherheit wiederherzustellen und die volle Kontrolle über den Wagen zu erlangen. Das Auto ist nun deutlich angenehmer zu fahren, hält bei starkem Bremsen die aufrechte Lage und bricht in Kurven nicht aus. Autobesitzer werden schnell auf diese Vorzüge aufmerksam, sobald der Wechsel vollführt wurde. Umso mehr lohnt es sich, nicht zu lange mit dem Wechseln zu zögern.

Wer Zweifel an der technischen Zuverlässigkeit seiner Stoßdämpfer hat, den Besuch in der Werkstatt jedoch vermeidet, riskiert ohne das Tauschen teure Folgeschäden und eine eingeschränkte Fahrsicherheit. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Stoßdämpfer etwa alle 20.000 Kilometer checken zu lassen. Dies gilt besonders dann, wenn erste Symptome eines Defekts erkennbar werden. Wer selbst den Reifenwechsel in der Werkstatt durchführen lässt, verfügt über eine zusätzliche Sicherheit. Da die Räder zu diesem Zweck ohnehin demontiert werden, wird der direkte Blick auf die Stoßdämpfer frei. Sollte das Wechseln erforderlich sein, so können die zuständigen Fachmänner auf diesen Umstand hinweisen.

Was kostet mich der Wechsel der Stoßdämpfer?

Es ist kaum möglich, sich auf pauschale Angaben zu den Kosten für das Wechseln der Stoßdämpfer und Federn zu verlassen. Große Schwankungen ergeben sich je nach Marke, Modell und Bauteil. In der preislichen Oberklasse sind jedoch viele häufig verkauften Autos zu finden, wie zum Beispiel die SUVs des Herstellers BMW. Dort können die Dämpfer pro Achse mit bis zu 400 Euro zu Buche schlagen. Bei anderen Autos, besonders in der Kategorie der Kleinwagen, fällt das Tauschen der Stoßdämpfer hingegen günstiger aus. Ersatzteile für eine Achse mit vollwertiger Funktion sind bei Kleinwagen ab 200 Euro zu haben.

Hinzu kommen die für das Wechseln notwendigen Lohnkosten. Um die Teile überhaupt tauschen zu können, muss sich der Mechaniker zunächst den Weg bis zu den Federn bahnen. Durch das Ab- und Anmontieren diverser Anschlüsse nimmt die Arbeit je nach Modell mehr als fünf Stunden in Anspruch. Damit ergeben sich weitere Lohnkosten in Höhe von 200 bis 400 Euro. In die Jahre gekommene Autos, die von Liebhabern gefahren werden, kommen zudem für einen Wechsel der alten Öldruckstoßdämpfer infrage. Wer sich dazu entschließt, direkt auf moderne Gasdruck-Stoßdämpfer umzusteigen, sichert sich auf diese Weise ein besseres Fahrverhalten, einen gesteigerten Komfort und ein Plus an Sicherheit.

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