Autos-restaurieren-Foto-ID-44360593-Abb.-1-300x199 Autos restaurieren – Tipps für die Aufbereitung von Klassikern

Das Restaurieren von Autos kann eine ganz besondere Leidenschaft werden.
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Wer träumt nicht von einem wiederaufbereiteten Klassiker, zum Beispiel einem alten Mustang oder einem echten Oldtimer aus den Fünfzigern? Doch hat man nicht das nötige Kleingeld, um die Maschinen professionell herrichten zu lassen, muss man selbst Hand anlegen. Dieser Artikel gibt einige Tipps, damit sich das zeit- und kostenintensive Hobby auch lohnt.

Warum den Aufwand wagen?

Die erste Frage, die sich stellt, ist natürlich: Wozu sollte ich überhaupt neben der Arbeit den Aufwand in Kauf nehmen, und ein Auto restaurieren? Natürlich gehört eine gewisse Leidenschaft zum Schrauben schon dazu. Aber es gibt noch weitere Aspekte, die das Aufbereiten attraktiv machen. So sind die Preisentwicklungen in dem Bereich interessant für Menschen, die mit der Restauration unter Umständen Geld verdienen möchten.

Allerdings sollte die Freude am Fahrzeug im Zentrum stehen, denn je nach Modell können die Kosten für die Autowartung je nach Modell und Wagenklasse zwischen 1500 und 7000 Euro liegen. Also sollte man sich überlegen, welche Kosten man für ein solches Fahrzeug laufend zu investieren bereit ist. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, den Wagen möglichst original zu belassen, nicht nur um seinen einzigartigen Charakter zu bewahren, sondern auch, um den Wert nicht zu mindern.

Ein wichtiger Grund, sich auf ein Projekt dieser Art einzulassen, ist natürlich die Tatsache, dass es die Möglichkeit bietet, handwerkliche Fähigkeiten zu erproben und einzusetzen. Und wer verfügt schon über ein dermaßen individuelles Fahrzeug? Das Fahrgefühl eines echten, älteren Autos ist einfach ein komplett anderes als dies bei den modernen Kfz der Fall ist, bei denen durch die Dämpfung der Fahrgeräusche und zahlreiche Automatiken kaum mehr überhaupt eine Erfahrung  beim Fahren entstehen kann.

Besonders begehrt sind übrigens neben den zu erwartenden Marken wie Mercedes, Porsche VW und BMW auch Modelle von Opel und Ford.

Lieber restaurieren lassen?

Wie schon angedeutet gibt es Werkstätten, die dem Autoliebhaber die Arbeit des Restaurierens abnehmen können – selbstverständlich kostet der Aufwand aber entsprechendes Geld.

Was sollte man restaurieren?

Alles, was bereits in diesem Jahrtausend gebaut wurde, sollte man nicht selbst restaurieren. Seit nunmehr etwa 20 Jahren ist es immer schwerer geworden, die Elektronik-Ausstattung im Falle von Defekten selbst zu ersetzen – ohne Computer ist es kaum noch möglich. Zusätzlich wird die Anschaffung vor der Restauration dann immer teurer. Und je neuer die Fahrzeuge sind, desto mehr muss man an Spezialwerkzeugen und Kenntnissen mitbringen – sprich: Laien sollten sich an der Zeit vor dem Millennium orientieren, insofern sie nicht ohnehin KfZ-Mechatroniker sind.

Young- oder Oldtimer?

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Anfänger sollten lieber mit Youngtimern anfangen.
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Youngtimer sind in aller Regel Autos, die mindestens 15 Jahre alt sind, aber noch keine 30 Jahre alt sind – ab diesem Alter würden sie zu den Oldtimern zählen. Ältere Dieselfahrzeuge, auch wenn sie zu den Youngtimern zählen, sind wegen ihrer schlechten Abgaswerte oft nicht wirklich für den Alltagsverkehr tauglich, da sie keine Plakette mehr erhalten würden. Ansonsten handelt es sich um Fahrzeuge, die man durchaus noch als Gebrauchsfahrzeuge verwenden kann. Viele Einsteiger kaufen strategisch einen Youngtimer und warten dann, bis diese dann zu Oldtimern werden.

Für die Restaurierung eines richtigen Oldtimers muss man hingegen Zeit mitbringen. Viel Zeit. Denn die Wiederaufbereitung der Wagen kann zwischen 1000 und 1500 Arbeitsstunden dauern. Entsprechend braucht man für dieses Hobby neben einer Menge vor allem viel Zeit.

Anfänger sind indes auf jeden Fall besser damit beraten, sich noch fahrtaugliche Kfz zu besorgen, bei denen sie dann defekte Teile austauschen – das schützt auch vor Frust, denn gerade Arbeiten an der Karosserie und rostenden Teilen, die Fähigkeiten am Schweißgerät erfordern, benötigen einige Fachkompetenz – und selbstverständlich sind auch Fehlversuche teuer.

Teil- oder Vollrestauration?

Es gibt grundsätzlich zwei Arten der Restauration, bei denen man zwischen Teil- und Vollrestauration unterscheidet. Handelt es sich um einen Wagen, der noch fahrtauglich ist, genügt die erste Variante, bei Fahrzeugen in einem schlechten Zustand, die zudem nicht mehr fahrtüchtig sind, kommt man wohl um eine Vollrestauration nicht herum. Natürlich ist dabei die Teilrestauration wesentlich günstiger als die Vollrestauration, bei der in der Regel zuerst eine völlige Demontage erfolgen muss.

Die Teilrestauration inkludiert etwa eine neue Lackierung, das neue Beziehen der Sitzflächen, die Aufbereitung der Armaturen und des Lenkrades, natürlich die Überholung von Motor und Getriebe. Bremsen und Radlager müssen zur Fahrsicherheit erneuert werden. Größere Überholungen der Karosserie finden nicht statt, wohl allerdings sind eventuelle Ausbeulungen und eine Rostversiegelung anzuraten.

Wie schon angesprochen fällt bei einer Vollrestauration oft die komplette Demontage des Fahrzeugs an, dann je nach Zustand der Austausch oder die Reparatur aller Teile, eine grundlegende Karosserieüberholung sowie eine Innenraumentkernung.

Eine Vollrestauration ist, wie dem Umfang der nötigen Arbeiten entnommen werden kann, sehr teuer, allerdings hat man dann einen praktisch neuwertigen Wagen, während die Teilrestauration keine vergleichbare Haltbarkeit bietet. Bei beiden kommt man um eine der nervigsten Aufgaben aber kaum herum – das Entrosten.

Der richtige Ort zum Schrauben

An und für sich kann es an jedem Ort losgehen, aber es sollte sich schon um einen trockenen, sicheren Platz handeln, sprich: Um eine Garage kommt man, kaum herum, es sei denn, man will lediglich Reifen wechseln. Hat man selbst eine geräumige Garage, ist es natürlich besonders praktisch. Ansonsten sollte man sich eine mieten, die gut beleuchtet ist und die notwendigen Stromanschlüsse bietet.

Mietwerkstätten sind ganz praktisch, denn dort gibt es oft Hebebühnen, zusätzliches Leihwerkzeug und oft sogar andere Schrauber, die einem helfen können, falls man mal nicht mehr weiter weiß – was Anfängern ziemlich oft passieren kann.

Beim Werkzeug lieber teuer

Gerade beim Werkzeug sollte man auf gar keinen Fall geizen. Denn schnell können Mehrkosten durch die zwangsweise Neuanschaffung entstehen, wenn das gekaufte Werkzeug nach einigen Einsätzen den Geist aufgibt. Also lieber einmal tiefer ins Portemonnaie greifen, als sich ständig darüber ärgern zu müssen, dass wieder ein Teil defekt ist.

Je nach Herkunft des Wagens sollte man zusätzlich darauf achten, welche Maßeinheiten gelten, sonst kann es böse Überraschungen geben.

Steuer und Versicherung

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Oldtimer sind oft recht günstig zu versichern.
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Auch wenn es bei den irgendwann wieder straßentauglichen Young- und Oldtimern ja oft nur um die Wiederzulassung geht, muss man die Autos natürlich dennoch neu mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung ausstatten – inklusive der obligatorischen eVB-Nummer, die behördlich als Nachweis für das Vorhandensein einer solchen Versicherung gilt.

Die bekannten Versicherungsvarianten Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko werden natürlich auch für Youngtimer angeboten, allerdings gibt es für diese spezielle Versicherungsmodelle. Das Problem bei einer konventionellen Versicherung ist für Youngtimer nämlich, dass diese im Schadensfall die Entschädigungssumme nur nach dem tatsächlichen Marktwert kalkuliert, obwohl der Zeitwert des Fahrzeugs viel höher ausfällt, wird bei einer Youngtimer-Versicherung aber mitberücksichtigt.

Bedingungen für diese Versicherung sind aber unter anderem ein Wertgutachten mit Zustandsnote, ein bestimmter, individueller Mindestwert des Fahrzeugs, eine maximale Jahresfahrleistung, eine Unterstellmöglichkeit und ein meist 25-jähriges Mindestalter des Fahrers.

Leider gibt es aber steuerlich seit 2007 keine steuerliche Sonderbehandlung des Youngtimers. Über den TÜV muss das Auto zusätzlich!

Beim Oldtimer hingegen bekommt man die sogenannten H-Kennzeichen und damit eine andere Zulassung. Oldtimer sind zudem TÜV-befreit und kosten 46 Euro Steuern im Jahr, egal, welches Modell man fährt.

Oldtimerversicherungen sind in aller Regel verhältnismäßig günstig, was mit der erhöhten Vorsicht ihrer Halter im Straßenverkehr und der Pflege zu tun haben dürfte. Ein guter Originalzustand sowie ein Fahrzeugalter jenseits der 20 sind zudem Pflicht. Es gibt außerdem noch zusätzliche Angebote wie die Restaurierungsversicherungen, die das Auto schon während der Restauration schützen – für Schrauber also eine lohnende Sache.