Für den Alltag darf es ein einfacher Kombi, ein Van oder auch eine Limousine sein. Doch für zwischendurch wünschen sich nicht wenige Autofans einen fahrbaren Untersatz, der die Blicke auf sich zieht. Oldtimer faszinieren die Motorfans und, fahren sie auf den Straßen an Publikum vorbei, erregen Sie Aufmerksamkeit. Ähnliches gilt für besondere Modelle einer Marke, beispielsweise Fahrzeugen, die eigens für andere Länder produziert wurden und die es hierzulande nur sehr selten gibt. Aber wie erhalten Autofahrer überhaupt einen Oldtimer oder ein Sondermodell? Gibt es beim Kauf Dinge zu beachten, die für gewöhnliche Autos nicht gelten? Dieser Artikel klärt auf.

Oldtimer-Sport-300x169 Ausgefallene Automodelle kaufen - darauf ist zu achten

Oldtimer erfreuen sich heute einer großen Beliebtheit – doch was ist dabei zu beachten?
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Formalitäten

Wer ein schlichtes Auto kauft, geht zum Gebrauchtwagenhändler, ins Autohaus oder schaut mal schnell online nach. Kurz darauf steht das neue Gefährt zur ersten Fahrt bereit und selbst die Anmeldung bei den Zulassungsbehörden ist kein Problem. Wer jedoch den Wunsch nach einem Oldtimer hegt, der kann nicht einfach in ein Autohaus gehen und dort nach einem Wagen fragen – Autohäuser, sofern sie nicht auf Oldtimer spezialisiert sind, führen diese Modelle nicht mehr. Auch der Kauf von Sondermodellen aus dem Ausland lässt sich nicht so einfach regeln, wobei es hier natürlich spezielle Verkäufer gibt, die sich mit dem Import von diesen Fahrzeugen befassen und die bei der Bürokratie helfen. Auch im Internet agieren einige Händler für ausgefallene Automodelle. So lassen sich bei Classic Trader beispielsweise Mercedes-Benz Flügeltürer kaufen, die in verschiedenen Variationen gebaut wurden.  Grundsätzlich kommt es auf die folgenden Punkte an:

  • Zulassung – speziell für das Ausland hergestellte Fahrzeuge unterliegen den dortigen Zulassungsregeln, können also für Deutschland nicht ohne Mehraufwand geeignet sein. Das gilt insbesondere für Fahrten in Innenstädten mit Fahrzeugen, die für Länder mit wesentlich niedrigeren Umweltstandards hergestellt wurden.
  • Einfuhr – ein im Ausland gekauftes Fahrzeug muss nach Deutschland importiert und hier angemeldet werden. Die Zulassungsbehörden verlangen weitere Dokumente, unter anderem eine Lizenz.

Handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen Oldtimer, müssen natürlich auch Regeln beachtet werden – auch für Fahrzeuge, die in Deutschland gekauft wurden. Grundsätzlich unterliegen Oldtimern anderen Umweltstandards, da für sie Sondergenehmigungen gelten. Fahrzeuge gelten als Oldtimer, wenn sie vor mehr als 30 Jahren erstmals zugelassen wurden – nun können Halter ein H-Kennzeichen beantragen. Bei der Anmeldung bei der Zulassungsstelle sind folgende Dokumente vorzulegen:

  • Versicherungsbestätigung – wie bei einem gewöhnlichen Fahrzeug muss eine Versicherungsbestätigung, bzw. die elektronische Versicherungsnummer vorgelegt werden.
  • Papiere – sämtliche zum Fahrzeug gehörigen Papiere sind mitzunehmen.
  • Gutachten – ein Gutachter muss vorab bestätigen, dass das Fahrzeug nach dem § 21c StVZO anerkannt ist. Die Bestätigung muss schriftlich erfolgen.

Wer sich für ein rotes Kennzeichen entscheidet, welches unter anderem zur Teilnahme an Veranstaltungen zur Wahrung des Kulturguts Auto berechtigt, kann bereits ein Fahrzeug mit einem Mindestalter von zwanzig Jahren anmelden. Hierfür sind folgende Punkte wichtig:

  • Antrag – der Fahrzeughalter muss einen Antrag einreichen, der von der Behörde geprüft wird. Führungszeugnis – der Fahrzeughalter muss ein polizeiliches Führungszeugnis nachweisen. Verkehrsregisterauszug
  • Nachweis – erneut ist ein Gutachternachweis nach dem § 21c StVZO notwendig
  • Versicherungsbestätigung
  • Teilnahmenachweis – der Halter muss nachweisen, dass das Fahrzeug bereits an Veranstaltung zur Wahrung des Kulturguts Auto teilgenommen hat.

Erst nach der Prüfung durch die Behörde wird ein rotes Kennzeichen ausgestellt.

Versicherung

Natürlich muss auch ein Oldtimer über eine Kfz-Versicherung versichert sein. Vorgeschrieben ist die Kfz-Haftpflicht, da diese zu den deutschen Pflichtversicherungen gilt. Grundsätzlich ist es also möglich, jede gewöhnliche Kfz-Versicherung für den Oldtimer abzuschließen. Die meisten Versicherer inkludieren gängige Oldtimer bereits in ihrer Fahrzeugsuche im Internet, sodass selbst die Onlineanmeldung zur Versicherung oder ein Versicherungsvergleich funktioniert. Bei selteneren oder älteren Modellen ist dies allerdings nicht möglich. Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Form der Kfz-Versicherung es sein soll. Da Oldtimer zumeist einen deutlich höheren Wert haben, sollten sie in der Vollkasko versichert sein. Halter können sich zwischen zwei Optionen entscheiden:

  • Gewöhnliche Vollkasko – das Fahrzeug wird in einem normalen Vollkaskotarif platziert und somit versichert.
  • Oldtimerversicherung – die meisten Versicherer bieten spezielle Oldtimerversicherungen an. Diese Option ist für Autofreunde sogar günstiger, da die Tarife anders berechnet werden. Einige Versicherungen beginnen bereits bei einem Jahrespreis von knapp 40 Euro. Die Fahrzeuge müssen dem Oldtimerstandard entsprechen, wobei einige Versicherungen bereits Fahrzeuge anerkennen, die 20 Jahre alt sind. Vorteile der Oldtimerversicherung sind, dass im Schadensfall keine Rückstufung erfolgt und die Tarife oft individuell angeglichen werden können. Dafür ist die jährliche Fahrleistung begrenzt.

Hat das Fahrzeug besondere Einbauten, sollten diese direkt mit in die Versicherung aufgenommen werden, damit im Schadensfall, beispielsweise beim Diebstahl, auch diese ersetzt werden.

Was ist sonst zu beachten?

Bei dem Kauf eines Oldtimers sollten Fahrzeugliebhaber natürlich die Augen offenhalten. Denn das Kaufgeschäft ist heikel, denn nicht immer hält das Fahrzeug, was es verspricht:

  • Preis – die Wertermittlung des Fahrzeugs ist nicht so einfach. Wer sichergehen möchte, dass nicht zuviel gezahlt wird, sollte den Wert von einem Gutachter schätzen lassen.
  • Ersatzteile – Käufer sollten schon vor dem Kauf wissen, welche Schwächen dieses Fahrzeugmodell gerne zeigt – und prüfen, ob es noch Ersatzteile gibt. Hier ist auch zu beachten, dass die Teile oft sehr kostenintensiv sind. Die Frage, ob der Unterhalt des Oldtimers finanziell zu bestreiten ist, muss also vor dem Kauf beantwortet werden.
  • Tachostand – bei älteren Fahrzeugen ist der Tacho nicht in der Lage, mehr als fünf Stellen anzuzeigen. Es kann daher sehr gut sein, dass das alte Wägelchen laut Tacho gerade einmal 20.000 Kilometer gefahren ist – zumindest dem Anschein nach. Die genaue Laufleistung lässt sich nur schätzen.
  • Original? – vor dem Kauf ist es wichtig zu prüfen, wie viel des alten Fahrzeugs eigentlich noch in dem Wagen steckt. Immerhin muss der Gutachter die Oldtimertauglichkeit bestätigen und Fahrzeuge, an denen schon zig Teile ausgetauscht und gegen neue ersetzt wurden, fallen nicht selten aus der Oldtimerregelung.
Oldtimer-alt Ausgefallene Automodelle kaufen - darauf ist zu achten

Einige Hürden müssen Fans von Oldtimern schultern.
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Fazit – beim Kauf Vorsicht, danach viel Spaß

Wer beim Kauf die Augen offenhält und sich Zeit mit der Suche lässt, verringert die Gefahr, Fehler zu machen. Die Zulassung eines echten Oldtimers ist nicht schwer und die Versicherungen haben für Autofreunde spezielle Tarife, die haargenau auf die Belange von alten Fahrzeugen zugeschnitten sind.