reifen-auswuchten Reifen auswuchten: Wann ist es notwendig und wie gelingt es?
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Für ein ruhiges und sicheres Fahren ist ein gleichmäßiges Rotieren der Autoräder notwendig. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einer Unwucht. Als Laie lässt sich diese insbesondere beim Fahren feststellen: Beginnt das Lenkrad bei hohen Geschwindigkeiten zu flattern und sind deutliche Vibrationen erkennbar, so stimmt etwas mit den Reifen nicht. In diesem Fall müssen sie schnellstmöglich ausgewuchtet werden. Möchten Sie es jedoch gar nicht so weit kommen lassen, ist es sinnvoll, die Räder mindestens einmal jährlich, im besten Fall beim nächsten Reifenwechsel, auswuchten zu lassen.

Die Vorteile des Auswuchtens

Von einer Unwucht wird gesprochen, wenn sich das Gewicht des Reifens und der Felge nicht gleichmäßig um die Mittelachse verteilt. Dies kann zwei Hauptursachen haben: Eine davon betrifft das Ventil, welches aufgrund seines Gewichts auf der einen Seite des Reifens für ein paar Gramm mehr sorgt als auf der anderen Seite. Dadurch wird das Rad ungleichmäßig belastet. Außerdem nutzt sich der Reifen nie komplett gleichmäßig ab. Starke Bremsmanöver und schnelle Kurvenfahrten tragen dazu bei, dass an unterschiedlichen Stellen des Reifens die Gummischicht unterschiedlich stark abgetragen wird. Weitere Verformungsgründe sind Schlaglöcher oder Hindernisse. Diese Bedingungen erhöhen nicht nur die Abnutzung der Räder, sondern auch den Verschleiß anderer Bauteile im Fahrzeug. Darunter besonders häufig Radlager, Radaufhängung sowie das Lenkradgetriebe, die durch die Unwucht stärker belastet werden. Ein regelmäßiges Auswuchten ist daher äußerst hilfreich und bringt zusammengefasst die folgenden Vorteile:

  • Erhöhung der Lebensdauer
  • Gleichmäßige Abnutzung
  • Weniger Verschleiß bei anderen Bauteilen im Fahrzeug
  • Mehr Sicherheit im Straßenverkehr
  • Verbesserter Fahrkomfort

Wann auswuchten sinnvoll ist

Jedes Mal, wenn der Reifenhändler oder die Autowerkstatt neue Reifen auf die Felgen montiert, wird das Rad ausgewuchtet. Wer seine Sommer- sowie Winterreifen bei jedem Wechsel vom Profi auf seine Felgen ziehen lässt, hat daher nichts zu befürchten. Doch auch beim Tausch des ganzen Rades inklusive Felge zum Jahreszeitenwechsel kann sich ein Auswuchten lohnen. Andernfalls wird die Unwucht im schlimmsten Fall irgendwann zu groß, was die Fahrsicherheit ähnlich negativ beeinflussen kann wie völlig abgefahrene Reifen, und zudem zu teuren Reparaturen führen kann. Wer das ganze Jahr über mit Ganzjahresreifen fährt, sollte deshalb auch diese von Zeit zu Zeit, mindestens jedoch einmal im Jahr auswuchten lassen.

Neben den saisonbedingten Auswuchtungen, sollte der Schritt auch insbesondere unter den folgenden Bedingungen erfolgen:

  • Wenn das Lenkrad bei hohen Geschwindigkeiten flattert
  • Wenn ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen bei höheren Geschwindigkeiten entstehen
  • Wenn ungleichmäßiger Reifenabrieb festgestellt wird
  • Wenn ein bereits montiertes Wuchtgewicht verlorengeht
  • Nach langer oder nicht sachgerechter Lagerung der Reifen

Wie funktioniert das Auswuchten?

Beim Auswuchten eines Reifens kann zwischen zwei verschiedenen Arten unterschieden werden:

  • Statisches Wuchten: Hierfür werden die Räder in eine spezielle Maschine, eine sogenannte Auswucht- oder Wuchtmaschine gespannt, und in Rotation gebracht. Während diesem Prozess ermitteln verschiedene Sensoren, ob die Räder rund oder ungleichmäßig laufen. Mittels kleinen Gewichten kann eine gefundene Unwucht behoben werden.
  • Dynamisches Wuchten: Beim elektronischen Feinwuchten wird die gleichmäßige Rotation des Autorades direkt am Fahrzeug überprüft. Der Reifen muss also nicht erst demontiert werden. Dadurch wird die Lage der Unwucht entlang der Drehachse berücksichtigt. Allerdings ist dynamisches Wuchten erst ab einer gewissen Reifenbreite möglich.

Die Kosten des Auswuchtens in der Werkstatt

Wenn eine Werkstatt neue Reifen aufzieht, ist das Auswuchten in der Regel im Preis inbegriffen und gilt als Reifenservice. Gleiches gilt für den saisonalen Reifenwechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt. Bemerkt man als Fahrer jedoch eine Unwucht und möchte seine Reifen daher auswuchten lassen, werden bei den meisten Werkstätten Kosten zwischen fünf und acht Euro pro Rad fällig. Somit belaufen sich die Gesamtkosten für alle vier Räder auf in der Regel 20 bis 32 Euro. Bei Alufelgen kommen noch mal zwei bis vier Euro pro Rad oben drauf. Zusammengefasst ergeben sich also die folgenden Kosten:

Kosten für einen Satz Reifen ohne AlufelgenKosten für einen Satz Reifen mit Alufelgen
20 bis 32 Euro28 bis 48 Euro

Sind die Reifen noch nicht demontiert, fallen außerdem weitere Kosten für die Demontage an. Bei diesem Service klaffen die Preisunterschiede je nach Werkstatt oder Reifenhändler mitunter weit auseinander, sind jedoch in der Regel verhandelbar.

Sind Sie noch auf der Suche nach der passenden Werkstatt, helfen wir mit unserer kostenlosen Werkstattsuche dabei, den passenden Dienstleister in Ihrer Nähe zu finden.

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