dieselskandal-300x292 Abgasskandal - Alternativen zum Diesel

Abgasskandal – Alternativen zum Diesel

Foto: © iqoncept / Depositphotos.com

Abgasskandal: Welche Fahrzeuge rechnen sich für Unternehmen sonst?

Viele Handwerksbetriebe haben erst vor wenigen Jahren in Dieselfahrzeuge investiert, die angeblich der Euro-5-Norm bzw. der Euro-6-Norm entsprechen. Der neuerliche Abgasskandal, nach VW, Audi war es dieses Mal der Porsche Cayenne, lässt sie enttäuscht und mit dem Gefühl betrogen worden zu sein zurück. Dieses umso mehr, da jahrelang mit finanziellen Kaufanreizen für Dieselfahrzeuge gelockt wurde. Jetzt zeigt sich, dass die Werte des Stickoxidausstoßes nur aufgrund der manipulierten Software eingehalten wurden.

Dieselfahrzeug aus wirtschaftlichen Gründen

Die Entscheidung für Dieselfahrzeuge fiel in etlichen Handwerksbetrieben aus wirtschaftlichen Gründen. Schließlich ist der Dieselkraftstoff aufgrund der geringeren Besteuerung günstiger als Benzin. Bei den täglich gefahrenen Kilometern rechnet sich das. Vor allem Unternehmer, die für ihre Betriebe die Fahrzeuge erst vor wenige Jahren kauften, sind verärgert.

Dieselskandal: Gewarnt wurde schon lange

Laut dem MDR warnte der Verkehrsexperte Axel Friedrich schon lange vor den ersten Medienberichten rund um den Abgasskandal. Den größtmöglichen Gewinn zu erzielen, war seiner Ansicht nach auch ein Grund für die Dieselkrise. Vorangetrieben wurde der Diesel, da die Automobilindustrie pro Diesel 400 € mehr Gewinn erzielte. Dass Gesetze und Verbote umgangen werden, sei, wie er erklärt, seit mindestens einem Jahrzehnt bekannt. Schon im Jahr 2016 meinte der Verkehrsexperte in einem Zeit-Interview, dass eine neue Zulassungsmethode benötigt werde. Auch die Verbindung zwischen Politik, Industrie und Zulassungsbehörden müsse enden.

Abgasskandal: Der Rat für Besitzer von Dieselfahrzeugen

Wer ein Dieselfahrzeug besitzt, sollte das Fahrzeug von dem jeweiligen Autohersteller umrüsten lassen.

Dieselskandal: Rechnen sich Erdgasfahrzeuge oder Elektroautos?

Umweltfreundlich und günstig seien Erdgasfahrzeuge. Unternehmer, die vor etwa sieben Jahren aus diesen Gründen Erdgasfahrzeuge anschafften, sehen außer der Umweltfreundlichkeit jedoch einen anderen Trend: Vor sieben Jahren kostete ein Kilo Erdgas etwa 80 bis 85 Cent. Heute muss für diesen Kraftstoff ebenfalls über ein Euro bezahlt werden. Somit sinkt dieser Preisvorteil. Hinzu kommen die höheren Anschaffungskosten. In Deutschland reduziert sich seit 2015 die Zahl der Fahrzeuge, die mit Erdgas betrieben werden. Nur etwa 94.000 erdgasbetriebene Fahrzeuge sind es aktuell. Ein relevanter Hinderungsgrund für die Entscheidung eines Erdgasfahrzeuges ist das schlechte Tankstellennetz: Statt mehr Erdgastankstellen wie von der Politik angekündigt, wurden es in den letzten zwei Jahren weniger. Dieses hindert beispielsweise Taxi-Unternehmen daran, auf Erdgasfahrzeuge umzusteigen. Elektrofahrzeuge fallen aus einem anderen Grund aus: Nicht jedes Elektrofahrzeug ist als Elektrotaxi einsetzbar. Seit Ende 2016 dürfen nur vom Produzenten hergestellte Elektrotaxen zugelassen werden. Diese Elektrofahrzeuge müssen bereits mit dem Taxameter ausgerüstet sein. Ein weiterer relevanter Hinderungsgrund ist die unzureichende Reichweite der Elektrofahrzeuge. Für Taxi-Unternehmen sind Elektrofahrzeuge daher keine Alternative zu Dieselfahrzeugen.

Was das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge bedeuten würde

Würden weitere Städte wie Stuttgart aufgrund der erhöhten Abgaswerte ebenfalls ein Diesel-Fahrverbot verkünden, wäre das für viele Unternehmen wie Handwerksbetriebe oder Taxi-Firmen ein Arbeitsverbot mit finanziellen Einbußen.