Titelbild-Auto-springt-nicht-an Auto springt nicht an? Ratgeber, Ursachen und wie Sie diese beheben
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Einmal hat man es eilig und dann springt das Auto nicht an. Sie kennen dieses Problem morgens auf dem Weg zur Arbeit, beim Kinder abholen oder auf dem Parkplatz nach dem Einkaufen? Dann kann Ihnen unser Ratgeber helfen! Wir zeigen die häufigsten Ursachen auf, warum ein Auto nicht an springt und geben Hilfestellungen, wie Sie einige der Probleme selber beheben.

Mögliche Gründe und Symptome

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Die Funktion des Autos kurz erklärt: Die Benzinpumpe saugt den Kraftstoff aus dem Tank an. Im Zylinder wird das Kraftstoff-Luftgemisch verdichtet. Der Anlasser dreht dazu den Motor langsam an und die Zündkerzen entzünden das Gemisch. Die explosionsartige Zündung treibt den Motor an, bewegt das Auto und gleichzeitig die Lichtmaschine, den Generator des Autos. Die Steuerung läuft elektronisch, benötigt viele Kilometer an Leitungen und wird über das Zündschloss aktiviert. Der Auspuff transportiert die bei der Zündung entstehenden Abgase aus dem Zylinder.

Auf dem Weg vom Tank über den Motor bis zum Auspuff gibt es verschiedene Fehlerquellen. Bei einigen davon springt das Auto überhaupt nicht an. Andere Fehler verursachen bestimmte Symptome, sodass Sie das kaputte Teil selber finden können.

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Mit dem Auto stehenbleiben – Gesetzliches

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Das Auto bleibt liegen und springt nicht mehr an. Egal ob Dorfstraße, Bundesstraße oder Autobahn: Sie sollten sofort den Warnblinker setzen, das Auto möglichst von der Straße bewegen und wenn nötig ein Warndreieck aufstellen. Im Bereich der Straße tragen Sie am besten eine Warnweste. Das Mitführen der Weste ist in Deutschland seit 2014 in allen Fahrzeugen Pflicht und sie erhöht Ihre Sicherheit. Tritt während der Fahrt ein Defekt auf, können Sie in den meisten Fällen nichts dafür und müssen mit keiner Strafe rechnen.

Das gilt natürlich nicht, wenn Sie den Defekt verschuldet oder geduldet haben. Das „Liegenbleiben“ mit dem Auto kann dann zusätzliches Geld kosten. Das Halten auf der Autobahn beispielsweise ist verboten. Die Polizei kann auch Ihr liegengebliebenes Auto mit einem Verwarnungsgeld wegen unerlaubtem Haltens verhängen. Das Liegenbleiben wegen Kraftstoffmangel ist eine vermeidbare Verkehrsbehinderung und kann sogar zu Punkten in Flensburg führen. Seien Sie auch vorsichtig im Ausland: Hier gelten häufig deutlich strengere Regeln und höhere Strafen als in Deutschland!

Auto springt nicht an – Defekte und Ratgeber zur Diagnose

Im folgenden Ratgeber haben wir die häufigsten Fehler und deren Ursachen aufgeführt. Wir erläutern die Vorgehensweise, mit der Sie den Fehler anhand der Symptome selber eingrenzen können. Für die Probleme, die Sie selber beheben können, haben wir zusätzlich eine Schritt für Schritt Anleitung zur Reparatur hinzugefügt.

Batterie

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Springt das Auto nicht an, ist die Batterie eine der häufigsten Ursaschen. Sie ist für die Stromversorgung im Stillstand verantwortlich und liefert die Energie zum Starten an die Zündkerzen. Es gibt auch eine rote Kontrollleuchte für die Batterie im Armaturenbrett. Dieses besagt, dass die Lichtmaschine ausgefallen ist und das gesamte Auto von der Batterie versorgt wird.

Es gibt zwei Stufen einer entladenen Batterie. Die erste Stufe ist: Sie schalten das Zündschloss ein, alle Warnlampen leuchten auf, der Starter gibt jedoch kein Geräusch von sich. Dies kann ein Zeichen für eine leere Batterie sein. Die zweite Stufe ist: Beim Drehen des Zündschlüssels passiert nichts, sogar die Warnleuchten bleiben dunkel. Dies spricht für einen Totalausfall der Stromversorgung, also meist eine komplett entladene Batterie.

Soforthilfe

Öffnen Sie die Motorhaube und prüfen Sie, ob beide Batteriepole fest sitzen und ob die Kabel in Ordnung sind. Wenn möglich, messen Sie die Spannung der Autobatterie. Das Messgerät sollte etwa 12,5 bis 13 Volt anzeigen.

Gegen eine entladene Starterbatterie hilft Überbrücken zur Starthilfe, Anschieben oder Anschleppen. Achten Sie beim Anschieben und Anschleppen darauf, dass der Zündschlüssel im Zündschloss verbleibt, damit die Wegfahrsperre nicht einrastet. Alle Maßnahmen haben letztlich den gleichen Effekt: Das Auto springt durch die fremde Hilfe an und die Lichtmaschine lädt die Batterie während der Fahrt wieder auf. Alternativ können Sie die Batterie selber laden.

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Leitungen und Sicherungen

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Ein Fehler an den Kabeln und das Auto springt nicht mehr an, denn fast alle Vorgänge in einem Auto laufen elektronisch. Durch Alterung, Vibration und mechanische Belastungen können Kabel verschleißen. Auch ein Marderbiß oder eine kurzzeitige Überlast können zum Defekt eines Kabels führen. Auch der Ausfall einer Sicherung hat den gleichen Effekt wie ein abgetrenntes Kabel.

Je nachdem, welches Kabel oder welche Sicherung ausfällt, treten die verschiedensten Symptome auf. Möglicherweise ist nur der Bordcomputer oder das Licht ausgegangen, eventuell springt das Auto auch überhaupt nicht mehr an.

Soforthilfe

Öffnen Sie die Motorhaube und untersuchen Sie die Verkabelung mit dem Auge, besonders die Kabel zu den Zündkerzen, der Lichtmaschine und zur Batterie. Suchen Sie nach losen Kabeln oder gebrochenen Anschlussstellen. Diese können Sie zwar selten Vorort beheben, aber den Fehler für eine spätere Suche eingrenzen.

Öffnen Sie den Sicherungskasten und prüfen Sie die Fahrzeugsicherungen. Liegt hier ein Problem vor, lassen sich die Sicherungen ohne besondere Fachkenntnisse selber tauschen. Diese sind beispielsweise in Baumärkten und an Tankstellen erhältlich.

Kraftstoff

Benzin und Diesel treiben den Motor an. Ohne Kraftstoff springt das Auto folglich nicht mehr an. Mögliche Ursachen sind ein verstopfter Kraftstofffilter, eine defekte Benzinpumpe oder falscher Sprit. Ein verdreckter Kraftstofffilter und eine defekte Benzinpumpe haben den gleichen Effekt: Es kommt kein Kraftstoff mehr im Zylinder an. Das lässt sich jedoch nicht auf einen Blick feststellen. Sie sollten jedoch den getankten Sprit prüfen und eine Fehlbetankung ausschließen.

Soforthilfe

Schalten Sie die Zündung ein und prüfen Sie die Tankanzeige. Haben Sie erst vor wenigen Minuten getankt? Prüfen Sie auf dem Beleg, ob Sie den richtigen Kraftstoff eingefüllt haben. Nach einer Fehlbetankung muss der falsche Sprit entfernt und das gesamte Kraftstoffsystem gereinigt werden. In diesem Fall muss das Auto dringend in eine Werkstatt.

Zündung

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Die Zündung besitzt verschiedene Schwachstellen, an denen es zu Fehlern kommen kann. Der Anlasser treibt den Motor und damit die Zylinder an. Die Zündspule liefert die Spannung für die Zündung. Die Zündkerzen sind über Zündkabel und Zündkerzenstecker mit der Zündspule verbunden. Ein Diesel enthält keine Zündkerzen, sondern Glühkerzen. Diese werden zwar nur im Stillstand gebraucht, sitzen an der gleichen Stelle wie die Zündkerzen beim Benziner.

Fehler, die Probleme mit der Zündung verursachen, sind:

  • ein schwächelnder Anlasser
  • feuchte oder defekte Zündkerzen
  • Zündkerzenstecker lose
  • Glühkerzen defekt
  • Zündkabel beschädigt
  • Zündspule defekt

Soforthilfe

Achten Sie auf Geräusche, wenn das Auto nicht an springt. Hören Sie das typische Geräusch des Anlassers? Wenn nein, dann ist entweder der Anlasser defekt oder er bekommt keinen Strom. Ertönt der Anlasser, das Auto springt aber trotzdem nicht an, könnte der Fehler an der Zündung selbst liegen. Öffnen Sie die Motorhaube und prüfen Sie die Zündkabel und Zündkerzenstecker auf Beschädigungen und festen Sitz. Besonders die Verbindung zwischen Kerzenstecker und Kerze löst sich bei älteren Autos gern.

Einen Defekt der Zündkerzen, Glühkerzen oder Zündspule können Sie Vorort nicht beheben und auch nicht ohne Spezialwerkzeug feststellen. Hier muss das Auto für eine genauere Diagnose in eine Werkstatt.

Steuerung

Zahnriemen beziehungsweise Steuerkette sind für die Steuerung der Zündzeitpunkte in den Zylindern zuständig. Ein Fehler hier kann zu unregelmäßigen Zündungen und schlimmstenfalls zum Motorschaden führen. Springt das Auto wegen eines Defekts an der Motorsteuerung nicht mehr an, können Sie Vorort nichts ausrichten. Das Auto muss in eine Werkstatt, damit Fachleute den Fehler beheben können.

Motor

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Der Motor selbst gehört bei den meisten Autos zu den robustesten Teilen. Schäden nimmt er in der Regel nur durch eine falsche Fahrweise oder unzureichende Wartung. Beispiele wären ein zu niedriger Ölstand oder zu wenig Kühlwasser im Motor. Zu wenig Kühlwasser sorgt für eine ansteigende Motortemperatur, verhindert jedoch nicht das Starten des Autos.

Das Öl dient der Schmierung aller mechanischen Komponenten. Es muss immer ausreichend Öl und das richtige Motoröl vorhanden sein. Der Extremfall bei zu wenig Öl über lange Zeit ist der festgefahrene Kolben im Zylinder, der umgangssprachliche Kolbenfresser. Ist der Kolben fest, springt das Auto auf keinen Fall an.

Soforthilfe

Öffnen Sie die Motorhaube. Ziehen Sie den Ölmeßstab heraus und reinigen Sie ihn mit einem sauberen Tuch, damit Sie die Markierung besser erkennen können. Führen Sie den Stab bis zum Anschlag ein, ziehen Sie ihn vorsichtig heraus und lesen Sie den Ölstand ab. Er sollte sich irgendwo zwischen Min und Max befinden.

Werfen Sie einen Blick auf den Kühlwasserbehälter. Das meist rötlich gefärbte Kühlwasser sollte sich irgendwo zwischen der Min- und Max-Markierung befinden. Ist der Stand zu niedrig, können Sie den Behälter mit destilliertem oder Trinkwasser etwas auffüllen. Sie sollten jedoch später unbedingt Frostschutzmittel zugeben, damit das Kühlwasser im Winter nicht einfriert.

Weitere Ursachen

Achten Sie auf andere Symptome. Moderne Fahrzeuge verfügen über viele Diagnosetools, die beispielsweise einen Warnhinweis über den Bordcomputer oder das Armaturenbrett ausgeben. Auch die Motorkontrollleuchte gibt einen Hinweis auf eine Unregelmäßigkeit rund um den Motor. Diese leuchtet zum Beispiel bei einer defekten Abgassonde auf.

Bei diesen Problemen können Sie selber keine schnelle Hilfe leisten. Das Auto muss in einer Werkstatt untersucht und der Fehler ausgelesen werden. In den meisten Fällen sind ohnehin Ersatzteile nötig, die Sie nicht im Auto mitführen.

Im Zweifel: Pannendienst rufen

Sie können das Problem mit unserem Ratgeber nicht finden oder trauen sich die Fehlersuche nicht selber zu? In diesem Fall sollten Sie auf einen Pannendienst zurückgreifen. In vielen Fällen können die Fachleute dafür sorgen, dass das Auto wenigstens vorerst wieder an springt. Später erfolgt dann die endgültige Reparatur in der Werkstatt.

Die Kosten für die Hilfe des Pannendienstes sind sehr unterschiedlich und variieren mit der Art der geleisteten Hilfe. In der Regel fallen Beträge ab 100 € aufwärts an, da eine Anfahrt mitberechnet wird. Eventuell verbautes Material wird extra berechnet. Als Mitglied in einem Automobilclub sind bestimmte Leistungen gratis, sodass Sie nur wenig oder gar nichts für die schnelle Hilfe zahlen.

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