Zündkerzen-2 Zündkerzen: Defekte erkennen und zielsicher beheben
Zündkerzenwechsel
©Foto: Ikonoklast/depositphotos.com

Mehrere tausend Mal pro Minute führen die Zündkerzen im Otto-Motor jene Explosion herbei, die uns seit mehr als einhundert Jahren individuelle Mobilität sichert. Unter dieser Belastung kann von einem Verschleißteil gesprochen werden, welches in regelmäßigen Abständen zu wechseln ist. Woran zu erkennen ist, dass neue Zündkerzen eingesetzt werden müssen und wie genau das Wechseln vonstatten geht, klären wir in diesem Ratgeber.

Die Aufgabe der Zündkerzen

Im Benzinmotor, der deshalb auch als Fremdzünder bezeichnet wird, braucht es die Zündkerzen für das Entzünden des Kraftstoff-Luftgemischs. Da diese kontrollierten Explosionen essentiell für jede Autofahrt sind, handelt es sich bei den Zündkerzen um besonders wichtige Bestandteile des Motors. Der von ihnen erzeugte Funke hat einen großen Einfluss auf die Brennfunktion, was die Effektivität und den Wirkungsgrad der Verbrennung entscheidend beeinflussen kann.

Der Aufbau einer Zündkerze

Die Zündkerzen eines jeden Autos zeichnen sich durch einen nahezu identischen Aufbau aus. Die Zündkerze besteht zunächst aus einem Metallkern, der in einen aus Keramik bestehenden Isolator eingebettet ist. Der Metallkern wird von einem weiteren Metall ummantelt, in welches ein Gewinde eingelassen wurde. Dieses kann in den Zylinderkopf gedreht werden, um dort seine angestammte Funktion im Auto zu erfüllen.

Wann muss ich die Zündkerzen wechseln?

Zündkerzen-1 Zündkerzen: Defekte erkennen und zielsicher beheben
Neue Zündkerzen
©Foto: Phantom1311/depositphotos.com

Nicht nur akute Startprobleme sind ein Zeichen dafür, dass das Wechseln der Zündkerzen ratsam ist. Stark verrußte Bauteile erlauben zwar weiterhin ein Anlaufen des Motors, doch dessen Effizienz ist stark beeinträchtigt. Durch ungleichmäßige Zündungen können teure Folgeschäden entstehen, die im schlimmsten Fall bis hin zum Motorschaden führen. Umso wichtiger ist es, den Blick auf die Diagnose zu lenken.

Ein langsam steigender Benzinverbrauch und schlechtere Abgaswerte zählen nicht zu den Symptomen, die sich dem Fahrer leicht zu erkennen geben. Meist werden Autobesitzer beim schwerfälligen Start des Motors darauf aufmerksam, dass die Zündkerzen am Ende ihrer Einsatzzeit angekommen und zu wechseln sind. Zudem sind die folgenden Symptome besonders charakteristisch:

  • abfallende Motorleistung
  • Ausgehen des Motors im Leerlauf
  • Ruckeln während der Fahrt

All diese Anzeichen verweisen auf die Notwendigkeit, die Zündkerzen genau in Augenschein zu nehmen. Selbst Laien haben unter der Beachtung einiger Punkte die Möglichkeit, den Zustand am Zündkerzenbild zweifelsfrei auszumachen. Finden sich etwa dichte schwarze Ablagerungen an der Kerze, deutet dies auf das herannahende Wechseln hin. Diese können durch das Mitverbrennen von Kühlflüssigkeit bei einer beschädigten Zylinderkopfdichtung oder einen verschlissenen Motor entstehen. Auch verölte und verrußte Kerzen sind zu tauschen, um zukünftig eine geregelte Funktion des Motors zu gewährleisten. Als Ursache sind etwa verschmutzte Luftfilter anzunehmen.

Beschädigungen am außen angebrachten Isolator der Zündkerzen sind weitere klare Anzeichen eines Defekts, der das Wechseln unumgänglich macht. Dazu können spröde oder verhärtete Dichtgummis führen, die nach einigen Jahren ihren Dienst nicht mehr erfüllen. Da ein beschädigter oder gar gebrochener Isolator zu Zündaussetzern führen kann, leidet insbesondere der Katalysator unter der Verschleppung dieses Problems. Eine Verschmelzung der Zündkerze, die an einem weißen Schimmern zu erkennen ist, entsteht durch chronische Überhitzung. Neben einer Fehlfunktion des Motors ist auch die Wahl falscher Zündkerzen mit einem abweichenden Wärmewert eine mögliche Ursache, die ein sofortiges Tauschen notwendig macht.

Die typische Lebensdauer von Zündkerzen

Nicht nur das Auftreten erster Symptome ist ein Argument, welches für das baldige Wechseln der Zündkerzen spricht. Auf der anderen Seite geben viele Hersteller für ihre Autos Intervalle an, nach denen die Kerzen ausgetauscht werden sollten. Je nach Motor schwankt diese Angabe zwischen 20.000 und 60.000 Kilometern. Steht für ein Auto der klassische Kundendienst an, wird eine Fachwerkstatt darauf hinweisen, falls das Wartungsintervall der Zündkerzen überschritten wurde. So ist ein Wechseln der Zündkerzen möglich, noch bevor erste Schwierigkeiten auftreten, die womöglich Folgeschäden mit sich führen. Zugleich wird durch das Tauschen der Garantieanspruch gesichert.

Reinigung und Nachjustierung der Zündkerzen

zündkerze-reinigen Zündkerzen: Defekte erkennen und zielsicher beheben
Zündkerze reinigen
©Foto: insTar/depositphotos.com

Braune Ablagerungen auf den Zündkerzen und ein übergroßer Elektrodenabstand werden bisweilen als irreversible Schäden verstanden, die das Tauschen erforderlich machen würden. Tatsächlich reicht es in diesem Fall aus, die Zündkerzen zunächst gründlich zu reinigen und neu zu justieren. Dies ist mithilfe der folgenden Schritte möglich:

 Zündkerzen: Defekte erkennen und zielsicher beheben

Schritt 1: Ausbau aller Zündkerzen im Auto und eindeutige Zuordnung zu ihrem Zylinder

Schritt 2: Entfernen der Schmutzrückstände mithilfe einer Messing-Drahtbürste

Schritt 3: Den Elektrodenabstand prüfen und gegebenenfalls durch ein leichtes Klopfen anpassen. Dafür sind die Angaben des Herstellers zu beachten.

Schritt 4: 30 Minuten starker Belastung, wie etwa auf der Autobahn, erzeugen Temperaturen von rund 400 Grad Celsius. Nach der Reinigung sind die wieder eingesetzten Zündkerzen dazu in der Lage, sich selbst von Ablagerungen zu befreien.

Passende Zündkerzen finden

Ist doch das Wechseln der Zündkerzen im Auto notwendig, so stellt sich die Frage nach passenden Auswahlkriterien. Trotz der äußerlichen Übereinstimmungen unterscheiden sich die Kerzen im Hinblick auf Material, den Steigungswinkel der Gewinde, die Abmessungen, Hitzeresistenz und Zündgeschwindigkeit. Der Blick ins Handbuch des Autos ist empfehlenswert, um dort Angaben zu geeigneten Bauteilen zu finden. Im Internet reicht bei der Suche die Eingabe der Fahrzeug bzw. Modellnummer aus, um zielsicher auf kompatible Zündkerzen zu stoßen.

Die Zündkerzen selbst wechseln

Wer die Kosten einer Reparatur in der Auto Fachwerkstatt umgehen möchte, entscheidet sich oftmals dafür, die Zündkerzen selbst zu tauschen. Da die Kerzen bei neueren Fahrzeugen schwerer zu erreichen sind, variieren die für das Wechseln notwendigen technischen Fähigkeiten. Ein Zugang zu den Zündkerzen ist grundsätzlich nur bei vollständig abgekühltem Motor möglich. Wir blicken in diesem Ratgeber auf die wichtigsten Arbeitsschritte, die das Wechseln der Zündkerzen mit sich bringt.

zündkerzenstecker-abziehen Zündkerzen: Defekte erkennen und zielsicher beheben
©Foto: kozyrev-vjacheslav/depositphotos.com

Schritt 1: Zunächst werden die Zündkerzen vor dem eigentlichen Wechseln im Motorraum des Autos lokalisiert. Im Handbuch finden sich genaue Informationen zu ihrer Position. Kleine schwarze Deckel oder Kappen, mit denen sie geschützt sein können, werden entfernt. Auch die Zündkerzenstecker werden nun entfernt, während die Kerzen dem einzelnen Zylinder weiterhin zugeordnet werden können.

Schritt 2: Nun lassen sich die alten Zündkerzen mithilfe einer Zündkerzen-Nuss oder eines Maulschlüssels lösen, um sie dann mit der Hand herauszudrehen. Die nun frei zugänglichen Gewindelöcher lassen sich bei dieser Gelegenheit mit einem Lappen reinigen. Die ausgedienten Kerzen des Autos sind bei einem Autoverwerter oder dem Wertstoffhof zu entsorgen.

zündkerzen-rausschrauben Zündkerzen: Defekte erkennen und zielsicher beheben
©Foto: kozyrev-vjacheslav/depositphotos.com

Schritt 3: Als nächstes werden die neuen Zündkerzen beim eigentlichen Wechseln in Position gebracht und locker im Gewindeloch angesetzt. Das eigentliche Anziehen muss mit dem richtigen Drehmoment erfolgen. Der Drehmomentschlüssel hilft dabei, diesen Punkt zu finden. Wird die Zündkerze zu leicht eingedreht, so dichtet sie den Durchgang schlechter ab und erzeugt einen Wärmestau im Motorraum des Autos. Ein zu festes Anziehen wird wiederum zur Gefahr für das Gewinde.

Technisch Versierte können sich eine Faustregel zunutze machen, um ohne den Einsatz eines Drehmomentschlüssels die richtige Position zu finden. Dafür wird die Zündkerze mit der bloßen Hand so fest wie möglich angezogen, um sie dann mithilfe des Maulschlüssels noch rund 90 Grad weiterzudrehen.

Zündkerzen-einsetzen Zündkerzen: Defekte erkennen und zielsicher beheben
©Foto: kozyrev-vjacheslav/depositphotos.com

Schritt 4: In diesem Schritt der Anleitung werden zunächst die Zündkerzenstecker allesamt wieder aufgesetzt. Nach dem Wechseln können auch die abdeckenden Deckel oder Kappen aufgesetzt werden, welche vor Verunreinigungen schützen sollen.

Schritt 5: Für den sicheren Abschluss des Wechselns ist es unbedingt notwendig, einen Probelauf zu unternehmen. Dafür bleibt die Motorhaube des Autos nach dem Tauschen geöffnet und der Motor wird gestartet. Bei leichten Gasstößen und im Leerlauf sollte sich der Motor nun normal verhalten, während keine Aussetzer oder Stotterer mehr wahrgenommen werden können, die vor dem Wechseln präsent waren.

Mögliche Fehlerquellen

Wer sich als Laie am Tauschen der Zündkerzen versucht, kann nach dem Wechseln auf verschiedene Fehlerbilder aufmerksam werden. Dabei sind unter anderem folgende Szenarien möglich:

Wurde ein Bauteil nicht ordnungsgemäß montiert, so ist ein Rappeln im Motorraum des Autos zu vernehmen. Eine Überprüfung zeigt, ob alle Schutzkappen wieder richtig aufgesetzt wurden.

Tritt eine elektronische Fehlermeldung auf, so fasste der Bordcomputer das Tauschen als unsachgemäße Funktion auf. Wurde die Reparatur am Auto technisch korrekt durchgeführt, erlischt die Meldung oft selbstständig. In anderen Fällen ist eine Überprüfung in der Werkstatt notwendig.

Zylinderausfälle und ein Stottern des Motors deuten darauf hin, dass zumindest eine Zündkerze nicht richtig eingebaut wurde oder ihr Stecker keinen festen Sitz hat. Vor einer Überprüfung muss das Auto jedoch vollständig abkühlen. Ein weiteres Nachziehen der Zündkerzen beim Wechseln stellt sicher, dass diese fest genug verankert sind.

Zündkerzen wechseln in der Fachwerkstatt

Alternativ zu diesem Ratgeber ist es möglich, sich für das Tauschen in einer Auto Fachwerkstatt des Vertrauens zu entscheiden. Dort stehen Fähigkeiten und Werkzeuge bereit, die einen reibungslosen Wechsel ermöglichen. Besonders bei modernen Fahrzeugen, die nur kleine Zeitfenster für das richtige Timing der Zündkerzen erlauben, sind die technischen Anforderungen dieses scheinbar einfachen Eingriffs hoch.

Der Weg in die Fachwerkstatt garantiert eine optimale Wartung des Autos und die Verwendung der passenden Bauteile. Hinzu kommt häufig eine Garantie auf die eingebauten Teile und Arbeiten. Diese Gründe sprechen dafür, die Werkstatt als ansprechende Alternative beim Wechseln der Zündkerzen zu betrachten.

Die Kosten des Eingriffs

Doch in welchem Rahmen bewegen sich die Kosten, die für das Wechseln der Zündkerzen im Auto eingeplant werden müssen? Die Kerzen selbst sind besonders günstig zu erwerben. Originalteile schlagen mit etwa fünf bis zwanzig Euro zu Buche. Die Gesamtkosten sind dennoch von Hersteller, Modell und der Zahl der Zylinder abhängig. Während schwächer motorisierte Kleinwagen mit wenigen Zylindern einen günstigen Austausch erlauben, bringt ein Motor mit sechs oder gar acht Zylindern beim Wechseln der Zündkerzen höhere Aufwendungen mit sich.

Fällt das Wechseln auf eine Fachwerkstatt zurück, so halten sich auch die einzuplanenden Lohnkosten in engen Grenzen. Bei den meisten Autos sind die Zündkerzen leicht zugänglich und erfordern keine lange Vorarbeit. Weiterhin handelt es sich um eine standardmäßige Prozedur, die zum Alltag eines Mechanikers zählt. Insgesamt ist beim Tauschen der Zündkerzen dadurch mit Kosten zwischen 80 und 300 Euro zu rechnen. In Anbetracht der hohen Summen, welche durch einen vom ursprünglichen Defekt hervorgerufenen Motorschaden des Autos verursacht werden könnten, handelt es sich um eine lohnende Investition.

Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken