Ihr Auto überhitzt, der Lüfter läuft dauerhaft und die Wassertemperaturanzeige erreicht den roten Bereich? Diese Warnsignale sollten Sie dringend beachten, da es sonst zu weiteren Schäden kommen kann. In unserem Ratgeber verraten wir Wissenswertes zum Kühlkreislauf und geben Tipps, wie Sie eine Diagnose durchführen und den Defekt beheben.

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©Foto: AndreyPopov/depositphotos.com

Aufgabe des Kühlsystems beim Auto

Egal ob Benzinmotor oder Dieselmotor: Der Verbrennungsmotor erzeugt seine Kraft durch die explosionsartige Verbrennung von Kraftstoff. Dabei entsteht eine Menge an Hitze. Die Motorkühlung transportiert die Wärme aus dem Motorblock ab und nutzt sie zur Heizung des Innenraums mit der Lüftung. Den Rest der Wärme wird an die Luft abgegeben, um den Verbrenner zu kühlen. Ein Temperatursensor erfasst die Temperatur im Kühlmittelkreislauf. Wird der Motor zu heiß, blinken Warnleuchten auf oder es erscheint eine Meldung im Bordcomputer. Manche Autos haben auch eine separate Temperaturanzeige.

Das Motorkühlsystem hat also die Funktion, die Wärme abzuführen und den Motor auf Betriebstemperatur zu halten. Beim Kaltstart ist nur der kleine Kühlkreislauf aktiv, damit der Motorblock schnell auf Betriebstemperatur kommt. Ist der Kreislauf warm, wird der große Kühlkreislauf aktiviert und das Kühlmittel fließt durch den Motorkühler an der Front.

Komponenten des Kühlkreislaufs

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Zum Abführen der Hitze aus dem Motorblock ist ein recht komplexer Aufbau des Kühlsystems nötig. Die wichtigsten Komponenten des Systems sind:

  • Kühlmittelbehälter mit Kühlflüssigkeit
  • Wasserpumpe
  • Leitungen
  • Wärmetauscher
  • Motorkühler
  • Kühlerlüfter
  • Thermostat

Der Ausgleichsbehälter dient dem Druckausgleich und wird zum Auffüllen genutzt. Der Kühlerverschlussdeckel verschließt den Behälter und reguliert Überdruck. Die Kühlflüssigkeit besteht aus destilliertem Wasser, Kühlmittel und Frostschutz. Hier darf kein Leitungswasser eingesetzt werden, da es Kalk und andere Stoffe enthält, die sich in Leitungen und Bohrungen absetzen können. Die Wasserpumpe wird vom Zahnriemen oder Keilriemen bzw. Keilrippenriemen angetrieben und transportiert die Flüssigkeit über die Leitungen durch Motor, Zylinder, Wärmetauscher und Kühler. Der Wärmetauscher übergibt die Wärme an die Luft für die Innenraumbelüftung und Klimaanlage.

Das Thermostat schaltet zwischen kleinem und großem Kühlkreislauf um. Normalerweise reicht der Fahrtwind im Sommer wie Winter aus, um den Temperaturausgleich am Kühler vorzunehmen. Wird das Kühlmittel trotzdem zu heiß, drücken einer oder zwei Kühlerlüfter mehr Luft in den Kühler, um die Temperatur zu senken.

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Welche Folgen hat Überhitzung für den Motorblock?

Die optimale Betriebstemperatur liegt bei den meisten Verbrennungsmotoren zwischen 80 und 100 C°. Wird der Motor zu heiß, vergrößert sich die Reibung zwischen den Teilen und die Abnutzung steigt. Das Gleiche gilt im kalten Zustand, auch hier ist der Verschleiß größer. Bei Hitze entsteht zusätzlich ein großer Druck im Kühlsystem, der Schaden verursachen kann. Im Extremfall kommt es sogar zum Motorschaden.

Die Überhitzung kann auch gesetzliche Probleme verursachen, zum Beispiel bei der Hauptuntersuchung beim Tüv. Oft bewirkt die Überhitzung veränderte Abgaswerte, die bei der Abgasuntersuchung auffallen. Durch den hohen Druck können auch Leitungen oder Verbindungen undicht werden und tropfen. In diesem Fall bekommt das Kfz ebenfalls keine neue Plakette.

Welche Ursachen hat die Überhitzung des Motors?

Eine zu hohe Temperatur im Kühlkreislauf kann verschiedene Gründe haben. Auch eine Kombination verschiedener Defekte ist möglich. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Kühlmittelstand im Ausgleichsbehälter zu niedrig
  • Kühlwasserverlust durch undichte Leitungen oder Anschlüsse
  • Kühlwasser verbrennt, dadurch weißer Dampf aus dem Auspuff
  • Temperatursensor schaltet nicht um
  • Wasserpumpe fördert nicht genug Kühlwasser

Motor zu heiß – Schritt für Schritt Ratgeber zur Fehlersuche

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©Foto: PantherMediaSeller/depositphotos.com

Das Kühlsystem Ihres Autos wird häufig zu heiß oder löst sogar die Warnleuchte aus? Dann sollten Sie diese Symptome ernst nehmen und die Ursachen untersuchen. In den nächsten Abschnitten erklären wir, wie Sie die Ursache eingrenzen. Außerdem erhalten Sie eine Anleitung, wie Sie das jeweilige Problem beheben und welche Kosten dafür durchschnittlich anfallen.

Die benötigten Werkzeuge und Hilfsmittel richten sich nach dem Auto und nach dem jeweiligen Defekt. In vielen Fällen ist eine Werkstatt mit gewöhnlicher Ausstattung ausreichend, bei manchen Defekten werden eventuell Spezialwerkzeuge benötigt.

1. Luftzufuhr zum Kühler unzureichend

Der Wasserkühler an der Front reguliert die Temperatur im Kühlkreislauf durch den Fahrtwind. Bekommt der Kühler nicht genug Luft, steigt die Temperatur höher als normal. Untersuchen Sie zuerst den Kühler selbst, ob die Luftzufuhr durch Fremdkörper blockiert wird, der sich im oder unter dem Kühlergrill verfangen hat. Das könnte zum Beispiel ein Beutel oder eine Pappe sein. Sollte der Kühler stark verschmutzt sein, hilft möglicherweise schon eine Reinigung mit dem Wasserschlauch.

Ist der Kühler frei, prüfen Sie die Funktion bei warmem, aber nicht heißem Motor vorsichtig mit der Hand. Testen Sie, ob der Kühler am unteren Kühlerschlauch und an der Unterseite warm wird. Wenn ja, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, ist der Durchfluss möglicherweise durch eine Verstopfung blockiert oder das Thermostat aktiviert den großen Kühlkreislauf nicht (siehe Punkt 5).

Wenn der Wasserkühler verstopft oder zugesetzt ist, hilft nur das Wechseln. In unserer separaten Anleitung erfahren Sie, wie Sie den Wasserkühler selber tauschen. Die Kosten für einen neuen Motorkühler betragen meist 50 bis 150 €.

2. Verlust von Kühlwasser

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©Foto: AirUbon/depositphotos.com

Defekte Verschraubungen, verschlissene Dichtungen oder kaputte Schläuche sorgen dafür, dass Kühlflüssigkeit ausläuft. Der Kühlerschlauch ist auch häufig das Ziel von Mardern. Eine Undichtigkeit finden Sie in der Regel schnell, da ein Fleck unter dem abgestellten Auto entsteht. Außerdem können Sie nach einer Fahrt im Motorraum nach feuchten Flecken oder Rückständen von getrockneter Flüssigkeit suchen.

Zusätze zum Abdichten, die in den Kühlkreislauf gefüllt werden, stellen meist nur eine temporäre, keine dauerhafte Lösung dar. Das Problem wird durch den Austausch der kaputten Teile behoben. Anschließend muss über den Kühlerdeckel das Kühlwasser aufgefüllt werden.

Beachten Sie, dass der Einfüllverschluss des Kühlmittelausgleichsbehälters nie im heißen Zustand geöffnet wird. Das System steht unter hohem Druck! Das Auffüllen können Sie mithilfe unseres Ratgebers zum Kühlwasser nachfüllen selber erledigen. Die Kosten für die fertige Kühlerflüssigkeit betragen je nach Auto 40 bis 100 €.

3. Kühlwasser verdampft im Zylinder – Zylinderkopfdichtung verschlissen

Die Zylinderkopfdichtung (ZKD) befindet sich oberhalb des Motors und dichtet am Zylinderkopf den Ölkreislauf und Kühlkreislauf gegeneinander ab. Ist die Zylinderkopfdichtung kaputt, kann Öl ins Kühlwasser und andersherum auch Kühlwasser ins Öl und in den Brennraum gelangen. Beides hat gefährliche Folgen für den Motor und die Überhitzung gehört dazu.

Eine defekte Zylinderkopfdichtung ist nicht leicht zu entdecken. Achten Sie auf die Füllstände von Öl und Kühlflüssigkeit. Nimmt einer der beiden Stände ab und es entstehen keine Flecken unter dem Auto, ist das ein Hinweis. Beobachten Sie auch die Abgase des Kfz. Wenn Öl verbrennt, entsteht blauer Qualm. Gelangt Kühlwasser in den Brennraum, dann verdampft die Flüssigkeit und der Auspuff raucht weiß.

Mit unserer Anleitung können Sie die Zylinderkopfdichtung selber tauschen. Die Kosten für die Dichtung inklusive Kleinteile betragen meist 50 bis 150 €. Anschließend ist das Wechseln von Motoröl und Kühlwasser nötig.

4. Ölstand zu niedrig

Der Motorölkreislauf ist gleichzeitig zum Schmieren und Kühlen der mechanischen Teile da. Ein zu geringer Ölstand kann einen Anstieg der Temperatur im Motor bewirken. Entsteht zu viel Wärme, kann der Kühlkreislauf diese nicht mehr abtransportieren und die Temperatur im Kühlkreislauf steigt auch. Der sinkende Stand der Ölschmierung kann zum Beispiel von einer kaputten Zylinderkopfdichtung kommen.

Den Ölstand können Sie schnell und ohne Werkzeug kontrollieren. Jedes Auto verfügt dazu über einen Ölmessstab, der vom Motorraum aus leicht zugänglich ist. Die Messung ist einfach: Sie müssen das Auto nach einer Fahrt abstellen und lassen Sie den Motor fünf Minuten abkühlen. Anschließend ziehen Sie den Ölmessstab heraus und reinigen diesen mit einem Tuch. Nun führen Sie den Messstab bis zum Anschlag ein, ziehen ihn heraus und können nun ablesen. Der Ölstand sollte sich zwischen den beiden Markierungen befinden.

Ist der Stand an der unteren Markierung oder darunter, sollten Sie schnellstmöglich Motoröl nachfüllen. Neues Motoröl kostet je nach Auto und Motorenmodell 1 bis 10 € pro Liter. Zum Vorbeugen sollten Sie den Ölstand regelmäßig kontrollieren. Ein geringer Verlust ist in Ordnung. Die meisten Autos schaffen allerdings das vom Hersteller angegebene Serviceintervall für den Ölwechsel, ohne dass zwischendurch Motoröl nachgefüllt werden muss.

5. Zirkulation unzureichend, Auto schaltet nicht in den großen Kühlkreislauf

Sobald der Verbrennungsmotor seine Betriebstemperatur erreicht, sollte das Thermostat den großen Kühlkreislauf aktivieren. Geschieht dies nicht, ist möglicherweise das Thermostat defekt. In diesem Fall erfüllt der Motorkühler keine Funktion mehr und das System läuft dauerhaft im kleinen Kühlkreislauf. Dies kommt oft daher, dass das Thermostat verstopft ist.

Die Diagnose funktioniert wie beim Kühler selbst. Fühlen Sie bei warmem, aber nicht heißem Kühlkreislauf den Kühlerschlauch und den unteren Bereich des Kühlers mit der Hand. Ist der Kühler warm, ist alles in Ordnung. Ist er kalt, könnte das Thermostat kaputt oder blockiert sein.

Nach unserer Anleitung können Sie bei den meisten Fahrzeugen das Thermostat selber wechseln. Vorher sollten Sie das Kühlwasser ablassen und müssen anschließend neues auffüllen.

6. Kühlerlüfter defekt

Bei großer Hitze springen einer oder zwei Kühlerlüfter an und drücken mehr Luft in den Kühler. Wenn die Überhitzung bei hohen Außentemperaturen auftritt, könnte der Lüftermotor defekt sein. Wenn der Lüfter nicht mehr anspringt, steigt die Temperatur über das normale Maß hinaus an.

Die Probe geht einfach: Wenn der Motor zu heiß wird, fahren Sie an den Straßenrand oder auf einen Parkplatz. Lassen Sie die Zündung an und öffnen Sie die Motorhaube. Horchen Sie auf das Geräusch des Lüftermotors, Sie sollten ihn deutlich hören können. Steht der Lüfter trotz hoher Temperatur, stimmt etwas nicht.

Zur Fehlersuche lassen Sie zuerst das Auto abkühlen. Prüfen Sie nun die Stecker und Kabel auf Schäden. Außerdem sollten Sie die Sicherung suchen und ansehen. Wenn diese Ursachen ausgeschlossen sind, ist wahrscheinlich der Lüfter selbst kaputt. Das Wechseln der Kühlerlüfter können Sie bei den meisten Autos selber erledigen. Die Kosten für einen neuen Lüfter betragen je nach Modell 40 bis 200 €.

7. Kühlmittelpumpe fördert nicht genug

Die Kühlwasserpumpe befindet sich meist an der Motorseite und wird meist über den Keilrippenriemen oder den Zahnriemen angetrieben. Bei einigen neueren Autos werden elektrische Wasserpumpen verbaut, die keinen Riementrieb benötigen. Die Wasserpumpe wird oft im Intervall des Zahnriemens mit gewechselt und ist sonst komplett wartungsfrei.

Häufig ist nicht die Pumpe selbst das Problem, sondern der Riemen rutscht. Ein Quietschen im kalten Zustand deutet oftmals darauf hin, dass der Riemen zu locker auf der Riemenscheibe sitzt. Bei vielen Autos können Sie den Zahnriemen oder Keilriemen über eine Spannrolle nachspannen. Besteht diese Möglichkeit nicht, muss der entsprechende Riemen getauscht werden.

Ein Defekt an der Wasserpumpe ist sehr selten. Sie sollten daher alle anderen Ursachen ausschließen und wenn nötig den Riemen nachspannen oder tauschen. Wenn die Pumpe wirklich kaputt ist und Sie die Wasserpumpe selber wechseln möchten, nutzen Sie unsere separate Anleitung zu diesem Thema. Die Kosten betragen je nach Auto 50 bis 200 €.

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Kühlwasser beim Auto zu heiß – selber beheben oder Werkstatt?

Die Überhitzung des Motors beim Auto kann verschiedene Ursachen haben. Viele davon können versierte Schrauber durch das Tauschen der kaputten Teile selber beheben. Das Erneuern des Kühlerlüfters zum Beispiel ist unkompliziert, der Austausch der Wasserpumpe hingegen ist komplizierter. In jedem Fall empfiehlt es sich, den Austausch in einer gut ausgestatteten Werkstatt durchzuführen, da je nach Auto und Reparatur Spezialwerkzeug nötig sein ist.

Haftungsausschluss

Unsere Ratgeber enthalten viele fachliche Informationen rund um das KFZ, die wir sorgfältig zusammengetragen haben. Diese Artikel können allerdings die Fachkenntnis eines Spezialisten nicht ersetzen. Autoteile-Markt haftet daher nicht für Schäden und Verletzungen, die durch unsachgemäß ausgeführte Reparaturen entstehen. Wir empfehlen grundsätzlich, Arbeiten am KFZ nur von einem Fachmann ausführen zu lassen.

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